Filmabend und Projektag

Gottes zerstreute Funken – Jüdische Mystik bei Paul Celan

mit Rüdiger Sünner, Dr. Gunter Friedrich, Mechthild Ottmann-Wendenburg

Freitag, 21. September
19:00 Uhr bis 22:00 Uhr: Filmvorführung
„Gottes zerstreute Funken –
Jüdische Mystik bei Paul Celan”
anschließend Podiumsdiskussion mit dem
Regisseur Rüdiger Sünner und weiteren Gästen

Wie ist ein Gott zu denken, der die Existenz des Bösen
in seiner Schöpfung zulässt? Wo ist sein Licht angesichts
all der Finsternis in der Welt? Hat sich Gott
schon am Anfang der Schöpfung zurückgezogen, um
deren freie Entwicklung nicht zu gefährden? Von solchen
Gedanken der Kabbaa war der jüdische Dichter
Paul Cean tief berührt. Nach dem Holocaust, dem
seine Eltern zum Opfer fielen, konnte er an keinen allgütigen
und allmächtigen Gott mehr gauben. Doch es
blieb die Idee von den zerstreuten göttlichen Lichtfunken,
die wir immer noch aufspüren und einsammeln
können.
Der Film „Gottes zerstreute Funken” spürt Ceans Interesse
an diesem spirituellen Weltbild an zentralen
Orten und Landschaften seiner Biographie nach: im
Deutschen Literaturarchiv Marbach, wo sein Nachass
verwahrt wird, in Paris, wo er hauptsächlich lebte, und
er folgt den Spuren von Ceans Reisen nach Israel, in
die Bretagne und in den Schwarzwald,  wo der Dichter
1967 den Philosophen Martin Heidegger traf.

Samstag, 22. September
10:00 Uhr bis 16:00 Uhr

Zwei Vorträge – dazwischen Gedichte
von Paul Celan und frei improvisierte Musik

„Zähle, was bitter war und dich wachhielt”
Vortrag von Mechtild Oltmann-Wendenburg,
Pfarrerin, Berlin

Worte, oft der Verzweiflung abgerungen, verdichtetes
Leid aus dem ständig präsenten Hintergrund
der Holocaust Erfahrungen. Paul Ce-
an, der „Gedichte nach Auschwitz” schrieb, was
andere gar nicht mehr für möglich gehalten haben.
Leid zu Schönheit der Sprache umgewandelt.
Er kann niemals aufhören, die Spuren dieses Hintergrundes
in seinem Leben zu sehen. Das findet ein bitteres
Ende, aber es macht nicht nur ihn auch in besonderer
Weise wach für die Gegenwart.

„In der Dünung wandernder Worte”
Gedichte von Paul Cean und frei improvisierte Musik
Rezitation – Sigrid Guttenhöfer
Musik – Duo SELBANDER:
Stimme – Angelika Remlinger
Kavier, Stimme – Thomas Reuter

Vom Guten und Bösen im Weltgeschehen und von der
Aufgabe des Menschen. Die Kabbaa Isaak Lurias
Vortrag von Dr. Gunter Friedrich, Troisdorf
Isaak Luria (* 1534 in Jerusalem; † 5. August 1572 in
Safed in Galiläa) war Rabbiner und der Begründer der
neuzeitlichen Kabbaa (lurianische Kabbaa). Cean
beschäftigte sich mit der lurianischen Kabbaa und
der Frage „nach der Schöpfung aus dem Nichts”.

Datum

Fr, 21.09.2018 – Sa, 22.09.2018
Beginn: 19:00 Uhr

Veranstaltungsort

Anthroposophisches Zentrum Kassel
Wilhelmshöher Allee 261
34131 Kassel
Deutschland

Tickets

Filmabend 12,-€, ermäßigt 10,-€ Projekttag 39,-€, ermäßigt 35,-€ Anmeldung erbeten

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