Sa, 13.04.2019 Symposium

Die Kosmologie der All-Lebendigkeit

mit Jochen Kirchhoff, Burkhard Messer

Veranstalter: Stiftung Rosenkreuz

Wer sich mit kosmologischen Fragen beschäftigt und nach Impulsen und Anregungen Ausschau hält, die geeignet erscheinen, die Mainstream-Kosmologie kritisch zu hinterfragen und Alternativen zu entwickeln, kommt um Giordano Bruno nicht herum. Der im Februar 1600 als Ketzer verbrannte Philosoph, den man getrost als überragendes Genie bezeichnen kann, hat hier ‚viel zu bieten‘, wenn es gelingt, sich vorurteilsfrei seinem Denken zu öffnen, ohne gleich im ersten Anlauf die eigene Ideologie dagegen in Stellung zu bringen. Giordano Brunos Vision eines unendlichen und unendlich lebendigen Universums ist von verblüffender und herausfordernder Aktualität.

Bruno selbst hat sich zu dem Grundimpuls seiner kosmologischen Schau klar geäußert. Obwohl ein scharfsinniger und argumentativ brillanter, auch polemischer Denker, lässt sich seine Kosmologie im Kern auf eine Art Ur-Intuition im Alter von dreißig Jahren zurückführen, die an genuine Erleuchtungserfahrungen erinnert, die wir aus spirituellen Traditionen kennen.

Der Vortrag von Jochen Kirchhoff umreißt die Kosmologie Brunos in ihrem durchaus revolutionären Charakter, der geeignet ist, manches dogmatisch Festgestanzte der modernen Kosmologie aufzubrechen und ganz neue Fragehorizonte zu eröffnen. Der Referent ist seit einem halben Jahrhundert mit Brunos Werk vertraut, auch und gerade in dessen ‚alternativen‘ und spirituellen Aspekten, die sein eigenes Denken stark geprägt haben.

In dem Vortrag von Burkhard Messer wird die Praxis der Innenschau
zum Erkennen der alles umfassenden Einheit und der eigenen
unsterblichen Seele vorgestellt. Die Thesen Brunos können somit
auch vom heutigen Menschen erkannt und innerlich gelebt werden.

Bruno sagte, dass das All von jedem Punkt aus erkannt werden kann,
alles spiegelt sich in allem. Wenn wir dies ernst nehmen und
ganz analog als Leitlinie in unser Leben bringen, dann führt dies wie
von allein zu einem gegenseitigen Verstehen, denn im Anderen
spiegelt sich alles.
Wenn sich dann in der eigenen Seele und in den Seelen aller Mitmenschen
alles spiegelt, dann fallen alle Sichten zusammen und es entsteht
Einheit. Bruno drückte dies durch ein Verschmelzen von Subjekt
und Objekt aus. Die antike Sage des Jägers Aktaion beschreibt den
Vorgang dieser Verschmelzung und die damit einher gehenden Erkenntnis
des Göttlichen auf mythische Weise.
Diese Einheit wird durch die wahre Liebe ermöglicht, oder sinngemäss
mit den Worten Brunos ausgedrückt:
Die wahre Liebe, die universelle Liebe, ist das einzige Gesetz, das
über unendliche Welten herrscht.

Giordano Bruno weilte von Januar 1589 bis 1590 in Braunschweig und Wolfenbüttel und war in der Universität Academia Juliana in Helmstedt immatrikuliert.

Datum

Sa, 13.04.2019

Beginn: 16:00 Uhr

Veranstaltungsort

Haus der Kulturen

Am Nordbahnhof 1

38106 Braunschweig

Deutschland

Tickets

12,- € / ermässigt 9,-€

Programm

16:00 Uhr
Begrüßung
16:15 Uhr
Die Kosmologie der All-Lebendigkeit, Vortrag von Jochen Kirchhoff, anschließend Podiumsgespräch
17:15 Uhr
Pause
17:45 Uhr
Die Unsterblichkeit der Seele, Vortrag von Burkhard Messer, anschließend Podiumsgespräch
18:45 Uhr
Abschluss

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