Evangelien

Rig Veda: Weltentstehung

1. Nicht war Nichtseiendes noch war Seiendes damals.
Nicht war der Luftraum, noch der Himmel darüber.
Was regte sich heran, wo war es, in Hut wovon?
Was war Wasser, tief verborgener Abgrund?

2. Nicht Tod war, nicht Leben damals,
nicht der Nacht, des Tags Erscheinung.
Windlos aus eignem Antrieb atmete das Eine,
außer ihm war nicht irgend etwas Andres.

3. Dunkel war; von Dunkel verborgen am Anfang,
unerkennbar, war dies Alles Wasser.
Das Werdende, das von Leerheit zugedeckt war,
dies eine ward durch die Macht der Kasteiungsglut geboren.

4. Als Begehren regte am Anfang sich das hervor,
was des Denkens erster Zeugungssame war.
Des Seienden Verwandtschaft fanden im Nichtseienden
die Weisen aus, als sie im Herzen mit Nachdenken forschten.

5. Querhin war ausgespannt deren Zügel
gab es ein Unten, gab es ein Darüber?
Samengeber waren, Mächte waren,
Trieb war unten, Gewährung oben.

6. Wer weiß gewiss, wer mag es hier verkünden,
woraus geboren, woher diese Schöpfung?
Die Götter sind diesseits durch die Erschaffung von Diesem;
wer weiß also, woher es entstanden ist?

7. Diese Schöpfung, woher sie entstanden ist,
wenn er sie geschaffen hat oder wenn nicht,
der sie überschaut im höchsten Himmel,
der allein weiß es — oder wenn er’s nicht weiß?

Foto. Fluß am Mt. Mc. Kinley Alaska von Hermann  Achenbach
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