Poesie Lyrik

Vom Lichte dieses Lebens

Vom Lichte dieses Lebens möcht ich scheiden,
Ein Leben – andre nennens Tod – erlangen,
Doch Tod ist lieblich, seit er sie umfangen,
Dass um das Sterben Götter uns beneiden.

Ja, Tod ist süß, und Süßes will ich meiden,
Nur Bittres such ich, seit sie hingegangen,
In deren Licht die Himmel heller prangen,
Drum will ich dieses Daseins Herbe leiden.

Von nun an sollen diese Augen weinen,
Von nun an soll dies trübe Herz verzagen
Um seiner schönen Sonne Niedergang.

Im Trauern soll sich Amor mir vereinen,
Die Grazien und die Musen sollen klagen.
Und wer bleibt kalt bei ihrem Klaggesang?

Abb.: Gemälde:  Lorenzo I. de’ Medici von Ritratto und die Grazien von Raffael
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