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Hermes Trismegistos: Der Verborgene Lobgesang das Heilige Wort

Die ganze Natur der Welt empfange dieses Lob; die Erde tue
Sich auf; es tun sich alle Wasser auf; ihr Bäume bewegt euch,
ich will loben den HERRN der Schöpfung, das All und Eine.

Die ganze Natur der Welt empfange dieses Lob; die Erde tue
Sich auf; es tun sich alle Wasser auf; ihr Bäume bewegt euch,
ich will loben den HERRN der Schöpfung, das All und Eine.
Tut euch auf, ihr Himmel, steht still, ihr Winde, der Kreis des
unsterblichen Gottes nehme auf mein Wort.

Denn ich will preisen denjenigen, der alles geschaffen, der die
Erde befestigt hat und den Himmel ausgespannt und der an
dem Meer in dem Kreis der bewohnten und unbewohnten
Erde süß Wasser hat fließen lassen und das Feuer hat lassen
scheinen zu allen Werken und Tun der Götter (Wandel-Sterne)
und Menschen.

Lasst uns alle zusammen ihm Lob sagen, der über die Himmel
erhöht ist, dem Schöpfer der ganzen Natur, er ist das Auge
des Gemüts, derselbe wird das Lob von meinen Kräften auf-
nehmen.

0 ihr Kräfte! die ihr in mir seid, lobt das Eine und das All,
stimmt meinem Willen bei, alle ihr Kräfte in mir.

Die Erkenntnis ist heilig, von dir bin ich erleuchtet, und durch
dich lobe ich das verständliche Licht und erfreue mich in der
Freude des Gemütes.

Lobsprecht mit mir alle ihr Kräfte, lobe du! meine Mäßig-
keit; meine Gerechtigkeit, lobe das Gerechte durch mich; du
Mildtätigkeit, die du in mir bist, lobe das All; du Wahrheit
lobe durch mich die Wahrheit; du Gutes lobe durch mich das
Gute.

0 Leben! 0 Licht! von uns kommt Danksagung zu dir; ich
danke dir, Vater, du Wirkung der Kräfte, ich danke dir,
GOTT, du Kraft meiner Wirkung.

Dein Wort lobt dich durch mich; du All, nimm durch mich
auf durchs Wort, das Opfer des Wortes.

Also rufen die Kräfte in mir, sie loben das All, sie vollbringen
einen Willen, dein Wille ist von dir, zu dir selbst, darum
nimm an von allen das Opfer des Wortes.

0 du All, das in uns ist, du Leben, erhalte uns, du Licht, er-
leuchte uns, du Geist Gottes, denn dein Wort, du Geist
bringender Werkmeister, wird von dem Gemüte geweidet.

Du bist GOTT, dein Mensch ruft solches durch Feuer, durch
Luft, durch Erde, durch Wasser, durch Geist, durch deine Ge-
schöpfe.

Dieses Lob habe ich von der Ewigkeit gefunden, und was ich
suchte, darin ruhe ich in deinem Rat.

Vater, ich habe gesehen, wie durch deinen Willen dieser Lob-
spruch verrichtet ist, so habe ich auch denselben in meiner
Welt vollbracht.

Sohn! sage in der verständlichen Welt.

Ja, in der verständlichen Welt, sage ich, Vater, ich bin mächtig
aus deinem Lobspruch, und aus deiner Danksagung ist mein
Gemüt erleuchtet worden, und ich will auch, aus meinem Her-
zen GOTT Lob sprechen.

Sohn! nicht unvorsichtig.

Vater, es geschieht im Gemüte.

Sage mir, Fürst der Wiedergeburt, was ich sehe.

Ich stürze zu GOTT aus dem Opfer des Wortes: GOTT, der
du bist der Vater, der du bist der HERR, du, der du bist das
Gemüt, nimm auf das Wort-Opfer, das du von mir haben
willst, denn durch deinen Willen werden alle Dinge vollendet.

Du Sohn! sende zu GOTT dem Vater aller Dinge ein ange-
nehm Opfer, ja vermehre dasselbe durch das Wort.

Ich danke dir, Vater, dass du mir das hast wollen kundtun.

Und ich erfreue mich, Sohn, dass du hast Früchte der Wahrheit
bekommen, nämlich die Güter, welche unsterbliche Zweige sind.
Nachdem du nun solches von mir hast gelernt, so versiegle
dessen Tugend mit Stillschweigen und offenbare niemandem
die Vorstellung der Wiedergeburt, auf dass wir nicht werden
für Lästerer geachtet.

Denn wir haben beide jetzt genugsam unserem Fleiß getan,
ich mit Sprechen, du aber hast dich selbst und unsern Vater
verständlicherweise erkannt.

Text: 18. Jh.
altes Gemälde
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