Religion Spiritualität

Intermediarius: Das Urbild der Menschheit

Per Crucem ad Rosam

Von dem Mysterium des Menschen wird in diesem Werke die Rede sein, im Lichte der Weisheit betrachtet, welches leuchtet aus den Mysterien des Kreuzes und der Rosen. Die in diesen Mysterien bewahrte Weisheit ist älter als die Welt, welche nach denjenigen Gesetzen geschaffen worden ist, die in ihrer Gesamtheit einen Teil jener ur-ewigen Weisheit bilden.

Als eine himmlische Erbschaft ist diese Weisheit im göttlichen Teile der menschlichen Seele bewahrt geblieben, als sich der Mensch vom Paradiese trennen musste und sein weiterer Weg ihn in niederere Regionen des Kosmos hineinführte. Diejenigen, die, durch göttliche Kraft gelenkt, die himmlische Erbschaft in der Seele erwecken und lebendig erhalten konnten, wurden zu Führern der Menschen und zu Lehrern dieser Weisheit. Durch ein Leben völliger Entsagung, durch Hingabe und Ehrfurcht erhoben sie sich über das Niveau der gefallenen Menschheit, um den Rückweg zum allmächtigen Gott zu betreten. Durch die Abbildung des Wesens Gottes in ihren Seelen und ihre innere Nähe zu Ihm erhielten sie aus der Quelle aller Weisheit die erhabenen Lehren, die sie dann ihren Schülern überlieferten, wenn dieselben sich dessen würdig erwiesen hatten. Erhabenes Wissen wurde in die Mysterien der vor-christlichen Zeiten hineingetragen, welches gegründet war auf die tiefsten Geheimnisse des geistigen Wesens der Hierarchien, des menschlichen Urbildes und der Reiche von Gestirnen und Elementen des Kosmos mit ihren Bewohnern. Das größte Mysterium jedoch, das des Wesens Gottes, zu ergründen und dasselbe zu offenbaren, konnte nur vom Gottmenschen selber aus geschehen.

Johanna van der Meulen schrieb unter der Bezeichnung Intermediarius eine Gesamtschau der Trinität, 
der himmlischen Welten und der kosmischen Entwicklung. Sie knüpft mit ihren Schriften an die Theosophie, 
die Anthroposophie und die Rosenkreuzerströmungen Anfang des 20. Jh. an.
Foto: Hermann Achenbach
Kommentare

Ihr Kommentar