Poesie Lyrik

Sir Philip Sidney: Splendidis longum valedico nugis

Fahr, Liebe, hin, die nur zu Staube strebt;
Und du, mein Geist, sei höhren Ziels bewusst;
Werd reich an dem, was unvergänglich lebt;
Denn, was verwelkt, das bringt nur welke Lust.

Prunk nicht mit dir – und vor dem süßen Joch,
In dem wir frei, lass deine Macht zergehn;
Das Licht erschließt es, bricht es Wolken doch,
Das Licht, das scheint und Augen gibt, zu sehn.

Wirf Anker hier, von jenem Licht geführt
Im kurzen Laufe von Geburt zu Tod,
Und denke, wie wohl der das Straucheln spürt,
Der Ewiges sucht, von Himmelsglanz umloht.

Drum, Welt, leb wohl; dein Letztes ward mir kund;
Sei, ewige Liebe, meines Daseins Grund.

Abb.: Sir Philip Sidney (* 30. November 1554 in Penshurst, Kent;
† 17. Oktober 1586 in Arnheim) war ein englischer Staatsmann, Soldat und Schriftsteller. 
Er war einer der ersten bedeutenden Autoren von englischer Prosa.
Quelle Wikipedia
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