Freiheit

Der Weg zurück


O´ jener frühen Tage Schar,
Da ich noch Kind, fast Engel war!
Bevor sich mir erschloss die Welt,
Der nun mein Dasein ganz verfällt;
Da ich mein Herz allein gelehrt
Gedanken weiß und unversehrt;
Und fern nur wenige Meilen blieb
Dem Ursprung meiner ersten Lieb;
Und rückwärtsblickend also nah
Ihr strahlend Antlitz grad noch sah;
Da meiner Seele Schau versank
In Blum und Wolken stundenlang,
In solchem Abglanz noch zu sehn
Das Ewige schattenhaft erstehn;
Bevor ich Herz und Mund vertraut
Gewissensqual und sündigen Laut
Und mich der schwarzen Kunst gab hin,
Zu sündigen mit jedem Sinn;
Da ich gespürt im irdschen Kleid
Die Glorie Unvergänglichkeit.

Wie selig war ich, fand ich nur
Zurück zu jener frühen Spur.
Wie gerne sah ich wieder mich,
Wo ich vom frühsten Pfad einst wich;
Dort, wo der Geist erleuchtet schaut
Die Palmstadt, schattenüberblaut.
Doch, da es zu lang eingekehrt,
Ward schwank mein Herz und wegbeschwert.
Für manche ist das Vorwärts Glück,
Doch lenk ich gern den Schritt zurück;
Und sinkt einst dieser Staub zur Gruft,
Kehr ich zum Ursprung, der mich ruft.

Gemäldeausschnitt Ulla Schreiber
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