Poesie Lyrik

Rose von Gott

Rose von Gott, Rotschein auf den Saphiren des Himmels, Rose der Wonne, feuersüß, siebengetönt mit den sieben Ekstasen! Spring auf im Herzen der Menschheit, o Wunder, o Flamme, Passionsblume des Namenlosen, Knospe des mystischen Namens.

Rose von Gott, Weisheitsblühen auf den Gipfeln des Seins, Rose von Licht, Kern, unberührbar, erhabenster Schauung! Leb‘ im Geist unsrer Erde, goldnes Geheimnis, Spross, Sonne am Haupte des Zeitlosen, Gast der herrlichen Stunde.

Rose von Gott, Stahlklinge der Allmacht, Ikon der Stärke, Rose der Kraft, mit deinem Diamantschein durchdringst du die Nacht! Entflamme im Willen der Sterblichen. Zeichne den Plan deines Wunders. Bild der Unsterblichkeit, Ausbruch der Gottheit im Menschen.

Rose von Gott, purpurne Wunde des göttlichen Wunsches, Rose des Lebens, gefüllt und gekrönt mit dem Lied Seiner Farbe. Verwandle den sterblichen Leib, wie ein Zauberspruch süß, sei Brücke vom Himmel zur Erde, mach todlos die Kinder der Zeit,

Rose von Gott, verzücktes Erröten auf dem Antlitz der Ewigkeit, Rose der Liebe, Rubintiefe des Seins, Feuer-Sehnsucht der Gnade, Ersteh‘ aus dem sehenden Herzen, das in den Abgründen schluchzt, mach die Erde zur Heimat des Märchens und Lebens zum seligsten Kuss.

Sri Aurobindo: Begründer des modernen Joga
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