Gnosis

Gottfried Wilhelm Leibniz: Monaden – beständige Ausstrahlungen der Gottheit

Der letzte Grund der Dinge muss sich in einer notwendigen Substanz vorfinden, in welcher sämtliche Veränderungen formaliter, als in ihrem Urquell, ihren Grund haben, und diese ist es, welche wir Gott nennen. Gott allein also (das notwendige Wesen) hat das Privilegium mit Notwendigkeit zu existieren, sobald er nur möglich ist. Und weil niemand die Möglichkeit dessen leugnen wird, was weder von Schranken umschlossen, noch durch irgend eine Negation oder einen Widerspruch gestört wird, so reicht das Gesagte hin, Gottes Dasein a priori zu erkennen. So ist Gott allein die ursprüngliche Einheit oder die einfache ursprüngliche Substanz, deren Produktionen alle abgeleiteten oder geschaffenen Monaden sind, welche, wenn man sich dieses Bildes bedienen darf, von Moment zu Moment durch beständige Ausstrahlungen der Gottheit entstehen, welche in ihrer Tätigkeit nur durch die wesentlich begrenzte Empfänglichkeit der Kreatur beschränkt wird.

Gottfried Wilhelm Leibniz, 1646-1716; deutscher Philosoph und Enzyklopädist, 
Vertreter der Monadenlehre, wie auch Historiker, Jurist und Theologe
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