Mythologie

Wer die Medusa anschaut, verliert sein Leben

von Helga Günther

Inhalt

Wer die Medusa anschaut, verliert sein Leben
Eine Suche nach der Wahrheit im Perseus Mythos

Der Perseus Mythos
Am Anfang steht das Vollkommene
Die Botschaft in Bildern

Akrisios und Danae

Die Insel Seriphos
Zwei Brüder
Veränderung

Perseus und die Medusa
Die Schlangen

Perseus und Andromeda
Stadt
Das Meeresungeheuer
Rettung der Seele
Bedrohte Hochzeit

Der Tod des Polydektes

Das Orakel erfüllt sich

Herr über drei Reiche
Die Freiheit

Schluss

Wer die Medusa anschaut, verliert sein Leben.
Eine Suche nach der Wahrheit im Perseus- Mythos.

Der Perseusmythos
Ein Orakel in der griechischen Mythologie lautet: „Wer die Medusa anschaut, wird versteinert”.

Ursprünglich – so erzählt der Mythos – war Medusa sehr schön; sie trieb es jedoch mit dem Meeresgott Poseidon im heiligen Tempel der Göttin Athene, was deren Zorn erweckte. Zur Strafe verwandelte sie die Medusa in ein geflügeltes Ungeheuer, eine Gorgo mit züngelnden Schlangen auf dem Haupt, die sofort nachwachsen, wenn eine von ihnen abgeschlagen wird.

Der Blick der Medusa ließ jeden zu Stein erstarren, der in ihre Augen schaute. So verlangte es niemanden danach, sich ihr zu stellen. Nur Perseus, dem Sohn des Zeus und der Göttin Danae, fiel diese Aufgabe zu. Danae war die Tochter von Akrisios, des Königs von Argos. Dieser fürchtete eine alte Prophezeiung, nach der er einmal durch die Hand seines Enkels um Leben und Thron gebracht werde.

Darum verbannte er seine Tochter Danae in eine dunkle Höhle, damit sie immer Jungfrau bleibe und sich das Orakel nicht erfülle.

Doch Zeus fand einen Zugang zu ihr und zeugte mit ihr den Sohn Perseus. Als Perseus in der Höhle geboren war, ließ König Akrisios Mutter und Kind in einen Kasten einschließen und ins Meer werfen. Doch Zeus beschützte seine Geliebte und den Sohn vor allen Gefahren des Meeres.

Eines Tages spülten Wogen und Winde den Kasten ans Ufer der Insel Seriphos.

Zwei Brüder herrschten über diese Insel: Diktys und Polydektes.

Als Diktys gerade einmal fischte, entdeckte er den Kasten mit Danae und Perseus. Fortan lebten sie nun bei den königlichen Brüdern. Perseus wuchs heran und wurde gemeinsam mit Diktys zum Beschützer Danaes. Als nun jedoch König Polydektes die schöne Danae begehrte, war Perseus ihm dabei im Wege.

Um ihn los zu werden, schickte der König ihn fort mit einem gefährlichen Auftrag: Perseus solle ihm das Haupt der Gorgo Medusa bringen.

Perseus nahm drei Dinge mit: Flügelschuhe, eine Tarnkappe und eine Zaubertasche für das abgeschlagene Haupt der Medusa. Außerdem, so riet ihm die Beschützerin Athene, solle er die Medusa nur durch den Spiegel seines blanken Schildes anschauen.

Mit Hilfe dieser Dinge erfüllte Perseus den Auftrag des Polydektes: er trug die Tarnkappe, die ihn unsichtbar machte; er benutzte seinen ehernen Schild als Spiegel, um darin die Medusa zu erblicken.

Er fand die Medusa schlafend, schlug ihr den Kopf ab, worauf dem Rumpf der Gorgo der Pegasos entsprang, das geflügelte Pferd. Perseus barg das Schlangenhaupt in der Zaubertasche und eilte auf Flügelschuhen zurück nach Seriphos.

Die Tarnkappe beschützte ihn vor der Verfolgung durch die zwei Schwestern der Medusa. Als Perseus so die Lande überflog, entdeckte er eine Meeresklippe mit einer daran gefesselten Jungfrau. Es war Andromeda, die Tochter des Königs Kepheus und seiner Frau Kassiopeia.

Andromeda sollte einem Meeresungeheuer geopfert werden, das immer wieder das Land überschwemmte und verwüstete. Starr vor Angst erwartete Andromeda jeden Augenblick, von dem Ungeheuer verschlungen zu werden. Die Eltern in ihrer Not versprachen Perseus die Hand der Tochter und das Königreich als Mitgift, wenn er das Ungeheuer töte.

Perseus kämpfte mit seinem Schwert gegen das Scheusal. Dabei wurden die Federn seiner Flügelschuhe nass; er drohte ins Meer zu stürzen. Erst in letzter Sekunde tötete er das Tier und rettete Andromeda.

Bald wurde die Hochzeit mit Andromeda gefeiert. Doch noch ehe die Feierlichkeiten beendet waren, musste Perseus noch gegen Phineus, einen Onkel Andromedas, antreten, der plötzlich mit seinen Kriegern auftauchte und ältere Rechte an der Braut einforderte. Vergeblich kämpfte Perseus mit seinem Schwert gegen den Onkel und dessen starkes Heer.

Andromeda und ihre Eltern suchten im Pfeilhagel der Angreifer Schutz bei Perseus. Doch der Kampf mit dem Schwert gegen die Übermacht der Feinde war aussichtslos. Da hob Perseus das Medusenhaupt hoch empor über die Köpfe der Feinde. Sie versteinerten alle. So ging Perseus als Sieger aus dem Kampf hervor.

Perseus kehrte mit Andromeda zurück nach Seriphos. Polydektes war erstaunt, Perseus lebend wieder zu sehen, hatte er doch erwartet, dass Perseus von der Medusa versteinert worden sei. Er bezweifelte den Sieg über die Medusa und verlangte, zum Beweis das abgeschlagene Haupt zu sehen. Perseus zog es aus dem Sack und Polydektes versteinerte augenblicklich bei dessen Anblick. So war auch Danae wieder frei.

Schließlich erfüllte sich die Prophezeiung an Akrisios, dem Vater von Danae. Als Perseus einmal an Kampfspielen teilnahm, bei denen auch Akrisios zugegen war, traf ein Diskus aus der Hand des Perseus versehentlich den König und verletzte ihn tödlich. Ganz unabsichtlich hatte Perseus seinen Großvater, den er nicht kannte, getötet und war nun Erbe seines Reiches.

Fortan lebte Perseus mit Danae und Andromeda frei von Verfolgung glücklich und in Frieden.

Am Anfang steht das Vollkommene

In Zeus, Danae und Perseus finden wir drei Grundprinzipien der Schöpfung:

Zeus, der Vater, verkörpert schöpferischen Willen und Wahrheit.

Danae, die Mutter, verkörpert die austragende Weisheit der Seele.

Perseus, der Sohn, verkörpert die Synthese, die Verbindung von Geist und Seele, das wahre Selbst als das Prinzip des Lichtes und der Liebe.

Der Mensch der ersten Schöpfung trug diese Prinzipien in vollkommener Weise in sich; er war das Abbild Gottes, ein unsterbliches Wesen aus Geist-Seele und Körper.

Aber er ging in die Fremde, in die Gefangenschaft der Materie, um in der Welt der Sinne Erfahrungen zu machen und sich selbst zu erkennen.

So sind zwar die Grundprinzipien des Anfangs bis heute in jedem Menschen vorhanden, aber nur unvollkommen ausgeprägt:

Statt des göttlichen Willens herrscht in der Persönlichkeit der Eigenwille;
statt der unsterblichen Seele besitzen wir eine Naturseele; statt eines geistigen Leibes nur einen vergänglichen, stofflichen Körper.

Die göttliche Liebe haben wir ersetzt durch die vergängliche Liebe dieser Welt.
Der heutige Mensch ist kein getreues Abbild Gottes mehr, sondern ein sterbliches Wesen, das in die Gefangenschaft der Erdenkräfte ins Unbewusste abgesunken ist.
Trotzdem hat der Mensch durch alle Zeiten hindurch die Möglichkeit, sich an seinen Ursprung zu erinnern und zurück zu kehren zu seiner ursprünglichen Vollkommenheit.

Die Botschaft in Bildern

Von dieser Rückkehr berichten zahlreiche Mythen, viele Märchen und wohl alle Heiligen Schriften. In ihren verschlüsselten Bildern finden wir Hinweise, wie dieser Rückweg zu gehen ist. Mythische Geschichten und ihre Bilder können den Zugang zur ewig gültigen universellen Wahrheit eröffnen. Wenn auch deren Handlungen oft sehr verschlungenen Pfaden folgen, so liegt ihnen meist doch ein gemeinsames Muster zugrunde, das sich in drei Schritten offenbart: Der Schilderung eines anfänglich harmonischen Zustandes folgt eine zweite Phase, die durch Konflikte, Verwicklungen und einen unvollkommenen Zustand gekennzeichnet ist. Schließlich eröffnet sich drittens die Perspektive für die Rückkehr in eine neue Ordnung. Dieser Erfahrungsweg ist gewöhnlich mit gefährlichen Prüfungen verbunden, die von einem Helden oder einer Heldin siegreich bestanden werden müssen.

Der Perseus-Mythos, von dem hier nur das Wesentliche erfasst wird, folgt ebenfalls diesem Muster. Alle seine Gestalten und Geschehnisse sind Bilder für Wesensmerkmale, wie sie auch in jedem Menschen vorhanden sind. Sie enthalten verschlüsselte Botschaften, die uns etwas sagen können, wenn wir ihnen nachspüren.

Die Rückkehr in das Vollkommene, in das ursprüngliche Lebensfeld, setzt einen inneren Wandlungsprozess voraus, einen Einweihungsweg, an dessen Ende der neue Mensch steht: das nach Geist, Seele und Körper erneuerte, wieder erwachte, ursprüngliche Wesen.
Auch dem vorliegenden Perseus-Mythos liegt die Idee eines Einweihungsweges zugrunde.

Akrisios und Danae

Der Mythos berichtet zunächst von Akrisios, dem König von Argos, der um die Sicherheit seines Lebens und seines Besitzes besorgt ist. Lähmende Verlustängste beherrschen sein Leben, in dem kein Raum ist für die Tochter (die Seelenkräfte), die den Enkelsohn (den neuen spirituellen Impuls) empfangen und austragen soll. So versinnbildlicht Akrisios einen Menschen, dem die Sicherung seiner irdischen Existenz und seines äußeren Besitzes wichtiger ist als seine seelisch-geistige Entwicklung. Er bietet der Sehnsucht seiner Seele nach Licht und Liebe in sich keine Möglichkeit der Entfaltung. Sein Herz gleicht einer finsteren Höhle, in der er seine Seele in seiner Unwissenheit gefangen hält. Seine wahre Lebensaufgabe ist ihm noch nicht bewusst. Impulse aus dem Inneren werden als Störung empfunden und ignoriert. Er wünscht keine Belästigung seines ruhig und sicher dahin fließenden Lebens.

Des Königs Tochter schmachtet in einer dunklen Höhle.

Das irdische Ich-Wesen, besorgt um Glanz und Glorie seiner physischen Existenz, hält seine wahre Seele im Dunkel des Unbewussten gefangen. Sie soll unfruchtbar bleiben. Aber das Licht durchdringt auch die finsteren Reiche. Der goldene Regen, durch den Zeus Danae schwängert, stellt die Kraft göttlich reiner Gedanken dar, die die Geburt des wahren Selbst in uns auslösen. Danae ist das Symbol der Weisheit, das Sinnbild der rein gewordenen, jungfräulichen Seele, die allein den „Sohn”, das erwachende Bewusstsein, gebären kann. Aber das Licht durchdringt auch die finsteren Reiche: Zeus, das Schöpfungsprinzip, findet zu Danae, die nun seinen Sohn austrägt; Perseus, das göttliche Kind, wird geboren. Doch der irdische Mensch will davon nichts wissen. Er will das Licht in sich nicht wahr haben; er verdrängt und verleugnet es.

Akrisios setzt Danae und ihren neu geborenen Sohn Perseus einem ungewissen Schicksal auf dem Meer aus.

Wenn trotz äußerer Widerstände und innerer Abwehr der Funke des göttlichen Bewusstseins in die reine Seele dringt und ausgetragen wird, kann das wahre Selbst in uns geboren werden.

Doch kaum ist dies geschehen – und davon berichten alle Mythen der Welt auf ihre Weise – ist das neu erwachte Bewusstsein bedroht. Der „König” – eine Parallele zu König Akrisios finden wir in König Herodes – will das ihn bedrohende neue Leben töten.

Jeder neue Bewusstseinskeim stellt eine Bedrohung für die Rechte der irdischen Persönlichkeit dar. Die neuen geistigen Impulse werden den Strömungen und rauen Winden einer stürmischen Lebenssee preisgegeben, das bedeutet, sie werden den Interessen des Alltags untergeordnet. Das eigene Wesen in seiner Weltkonformität bietet dem keimenden Leben keinen Schutz, keine Lebensmöglichkeit. Das geistige Verlangen der Seele wird ignoriert und sie bleibt in die Enge der kleinen Ich-Welt eingesperrt. Das Unbewusste verbirgt das Bewusste und macht es zum Opfer der eigenen Angst.

Wer um sein irdisch- körperliches Wohlergehen besorgt ist folgt einem Naturinstinkt, denn der natürliche Lebenswille ist allen Erdenwesen mitgegeben. Ein gesichertes Leben in Gesundheit, Wohlstand und Anerkennung zu führen, ist ein zutiefst menschliches Bedürfnis. Wer möchte schon gern einen solch angenehmen Zustand aufs Spiel setzen für das Wagnis einer fundamentalen Umkehr zugunsten einer spirituellen Entwicklung?

Die Insel Seriphos

Seriphos ist eine der Inseln der Kykladen in der Ägäis.
Eine Insel ist ein vom Ganzen abgetrennter Ort, ausgesetzt den Naturkräften von Wind und Wasser. Jeder Mensch für sich ist ebenfalls eine solche Insel, allein im Meer des unruhig strömenden Lebens.

Bei Seriphos handelt es sich um eine besonders steinige Insel. So wurde sie zum Symbol für den typischen Weltmenschen, der im Hinblick auf seine geistig-seelische Entwicklung unfruchtbar ist. Statt lebendiger Spiritualität hat er nur die Dürre und Trostlosigkeit trockener Steinwüsten einer Gott fernen Existenz zu bieten. Hier gibt es nur Steine statt Brot.

Eine Insel ist immer Ausdruck des Ich und seines Abgesondertseins und bleibt zugleich dennoch Teil des Ganzen; ein scheinbar abgegrenztes Wesen im Ozean der Schöpfung.

Von Zeus und Poseidon, dem Meeresgott, beschützt, werden Danae und Perseus zu neuen Ufern getragen; sie werden von den Wellen an den Strand der Insel Seriphos gespült.

Sie landen in der Fremde; sind vom Strom der Zeit in die Fremdlingschaft des irdisch Vergänglichen geworfen. Was immer wir unserer unsterblichen Seele zumuten mögen, – es sind stets die geistigen Kräfte, die in den Gefahren einer stürmischen Lebenssee der Seele beistehen und sie zum vorgesehenen Ziel leiten.
Begriffe wie Fluss, Meer, Wasser symbolisieren Seelenkräfte in ihrer fließenden, strömenden Eigenschaft der Wandlungsfähigkeit und Wiedergeburt. Sie führen zu neuen Ufern; zu neuen Erfahrungen und einem Neubeginn im Leben.

Zwei Brüder

Herrscher über die Insel sind die zwei Brüder Polydektes und Diktys

Sie stellen die zwei Seiten unseres Wesens dar: Haupt und Herz, Verstand und Gefühl, das männliche und das weibliche Prinzip. Diese beiden Kräfte müssen brüderlich zusammen wirken, um harmonisch herrschen zu können.
Polydektes bedeutet „Viel-Empfänger”. Gemeint ist damit unser Gehirn mit seinem Denkvermögen und dem Verstand als dessen Werkzeug. Das Gehirn empfängt viele Informationen, kann viel Wissen in sich aufnehmen, speichern und verarbeiten; ihm sind kaum Grenzen gesetzt. So entsteht ein Wissensanspruch, der gleichzeitig auch Macht bedeutet. Der Wille zur Macht zeigt sich deutlich in Polydektes.

Heute beherrscht das Verstandesdenken unsere Welt. Der Hirn-Gott hat sich längst zum Alleinherrscher gemacht und duldet niemanden neben sich. Ihm verdanken wir alle Errungenschaften dieser Welt, – und natürlich auch deren Kehrseite. Wo aber das Machtprinzip des nimmer satten Viel-Empfängers herrscht, drohen die Herzenskräfte unterzugehen. Denn der Hirn-Gott ist der Gott der Finsternis, der mit dem Feuerwerk seiner Intellektualität seine künstliche Welt erleuchtet und dieses Licht vermessen zum Licht der Wahrheit erklärt. Da bleibt kein Raum für die Seele; ja, sie gerät sogar in Gefahr, selbst Opfer dieser alles beherrschenden Macht zu werden.

So hat Diktys es nicht leicht, denn er stellt die weibliche Seite unseres Wesens dar. Diktys bedeutet „Netzmann”. Er ist der Fischer, der die (spirituelle) Nahrung aus dem Meer fischt, aus dem alles Leben kommt. Er ist der Stille und Bescheidene, der aus den Herzenskräften lebt. In Diktys erkennen wir unsere mitfühlende Seite, das liebevolle, warmherzige und hilfsbereite Wesen.

Diktys entdeckt die Kiste mit Danae und Perseus; er zieht sie an Land und nimmt die beiden bei sich auf.

Er fischt die verlorenen Seelen aus der Lebenssee, um sie zu retten, zu beschützen und ihnen zu dienen. So verkörpert Diktys Humanität und Barmherzigkeit unseres irdischen Naturwesens, aber auch die in jedem Menschen vorhandenen geistig-seelischen Möglichkeiten. Er wirkt mit der tieferen Einsichtsfähigkeit, der Vernunft des Herzens; er bietet dem Geist-Seelen-Prinzip Raum zum Leben.

Veränderung

Mit der Ankunft von Danae und Perseus auf der Insel bahnt sich eine Veränderung an. Das bedeutet für uns: in die relativ friedliche Welt eines Weltmenschen dringen beunruhigende Kräfte ein; irritierende Gedanken tauchen auf und stören den Inselfrieden.

Perseus wächst heran und beschützt Danae, die mütterliche Seele.

Die geistigen Impulse, die sich im Menschen durch ein erwachendes Bewusstsein bemerkbar machen, nehmen zu an Kraft und Schönheit.

Polydektes begehrt Danae

Der Hirn-Gott will sogar über die Seele noch Macht gewinnen. Das heißt, der irdische Verstand will die Seele vereinnahmen und über sie bestimmen. Diese aber gehört der geistigen Welt an und will ihr treu bleiben.

Wenn der kalte Verstand, der große Manipulator in uns, sich der Seelenkräfte bemächtigen und sie für eigensüchtige Zwecke missbrauchen will, sind aber auch helfende und rettende Kräfte nicht weit: Diktys und Perseus, die Herzens- und Bewusstseinskräfte, beschützen die bedrohte Seele. Wann immer der berechnende Menschenverstand sich über alle Ordnung hinweg zu setzen versucht, so steht ihm doch auch die Herzensvernunft und die Kraft des wachsenden Bewusstseins gegenüber, um die Seele vor dem Verderben zu beschützen.

Polydektes stellt Danae nach, wobei Perseus ihm im Wege ist. Darum schickt Polydektes ihn fort mit dem Auftrag, ihm das Haupt der Medusa zu bringen.

Wenn der eigensüchtige Machtwille sich des Seelenwesens bemächtigen will, bedeutet dies Gefahr für die Seele, deren Liebe nur dem Geistigen gehört, dem Ewigkeitsprinzip. Immer schwebt die Seele in Gefahr, von den Ich-Kräften vereinnahmt zu werden und dadurch verloren zu gehen. Denn wenn die Seele ihrer wahren Bestimmung als Ewigkeitswesen untreu wird, bedeutet das ihren Tod. (Die Seele, die sündigt, muss sterben).

Dem selbstbezogenen Verstandesdenken (Polydektes) mit seinen unlauteren Absichten stehen die Kräfte des neuen Denkens (Perseus) gegenüber.
Perseus, das mahnende Gewissen, die höhere Vernunft, wird immer dann spürbar, wenn unvernünftige und eigensüchtige Wünsche Priorität erlangen wollen. So sind der Selbstherrlichkeit eines Polydektes Grenzen gesetzt.

Die Seelenkräfte dürfen nicht verloren gehen in einer Welt alles beherrschender, kalter Intellektualität, die nur ihren Eigennutz kennt; wo der listige Verstand stets neue Möglichkeiten ersinnt, doch noch die Seelenkräfte seinen Ego-Wünschen unter zu ordnen. Die Verstandeskräfte wollen das geistige Werden verhindern.
Polydektes, das Prinzip der Eigenwilligkeit, kann Perseus, das Prinzip der Eigenständigkeit, nicht dulden.

Perseus und die Gorgo Medusa

Die Schlangen

Polydektes schickt Perseus fort in den vermeintlich sicheren Tod.

Der König benutzt seinen listigen, schlangengleichen Verstand: Medusa, das Schlangenhaupt.

Schon immer galt die Schlange wegen ihrer besonderen Signatur als Symbol sowohl für geistige Erhebung und Weisheit, als auch für die niederen menschlichen Eigenschaften der Eigensucht und List. Wir verbinden mit ihr Gefühlskälte und Falschheit. Sie verkörpert das vergiftende, erwürgende und verschlingende Prinzip. Das typisch Schleichende und Kriecherische ihres Wesens ist niemandem fremd. Die gespaltene Zunge assoziiert Doppelzüngigkeit und Doppelmoral eines listigen Verstandes.

So wird verständlich, was das Schlangenhaupt der Medusa bedeutet:
Es wurde zum Symbol des ungöttlichen Verstandesdenkens des gefallenen Menschen. Er begehrt alles zu erforschen, alles zu wissen, alles zu beherrschen.
Der zwar oft geniale, aber herzlos kalkulierende Verstand, brütet die Schlangen des Verderbens aus, die das Grauen über die Welt bringen.

Im Kleinen erzeugt sie jeder, der arglistig versucht, sich Vorteile auf Kosten anderer zu verschaffen. Im Weltmaßstab sind es Politik, Wissenschaft, Großkonzerne und andere Institutionen, die ihre eigensüchtigen Ziele verfolgen. Der scharf kalkulierende Verstand, der stets nur seinen eigenen Vorteil bedenkt, ist die satanische Seite unseres dialektischen Wesens. Reine Ratio – ohne die Vernunft der Herzenskräfte – das ist die schlangenhäuptige Medusa. Kann es ein eindrucksvolleres Bild geben für die unheilige Seite unseres Ich-Wesens?

Bevor Perseus sich aufmacht, die Medusa zu besiegen, wappnet er sich mit Schild und Schwert, außerdem nimmt er Tarnkappe, Flügelschuhe und Zaubertasche mit.

Eine Tarnkappe macht unsichtbar.

Ein zu vollem Bewusstsein erwachter Mensch trägt in gewissem Sinne eine Tarnkappe, die ihn der Welt des ichbezogenen Verstandes entzieht und damit unangreifbar macht. Das Geistige schützt sich selbst vor Verfolgung.

Wenn Perseus eine Tarnkappe trägt, ist das ein Hinweis darauf, dass das spirituelle Selbst unsichtbar ist gegenüber dem berechnenden Verstand und seiner Sucht, alles zu wissen, zu besitzen und zu beherrschen. Die hohe Vibration des geistigen Lichtes selbst ist die Tarnkappe, die das erwachte Bewusstsein vor allen Angriffen aus der Welt des niederen Denkens beschützt. Das geistige Licht ist unsichtbar für die niederen Frequenzen eines verdunkelten Bewusstseins.

Die sterbliche Medusa schläft, als Perseus sie bei ihren unsterblichen Schwestern findet.

Die Kräfte aus der Tiefe des Unterbewusstseins schlafen, weil sie die hohe Schwingung gar nicht wahrnehmen können; sie besitzen dafür keine Resonanzfähigkeit. Das gewöhnliche Ich-Bewusstsein ist darum unbewusst dem Geist gegenüber. Der selbstherrliche Weltenverstand mit seiner scharfen Logik kann das Element des reinen Geistes nicht wahrnehmen. Dazu bedarf es des Denkens mit dem Herzen. Nur die Herzensvernunft (Diktys) kann Seele und Geist (Danae und Perseus) in sich bewusst werden lassen. Polydektes hingegen mit all seinem Hirnwissen kann das seelische Element nur „begehren” und das geistige Element nur verleugnen.

Perseus findet die Medusa schlafend. Er schlägt ihr das Schlangenhaupt ab.

Perseus, das Geistprinzip, ist der Einzige, der dieses Werk vollbringen kann, ohne von ihrem Anblick versteinert zu werden. Behilflich dabei ist ihm sein blanker Schild. Ohne diesen Spiegel der Welt könnte er die sterbliche Medusa gar nicht wahrnehmen. So ist nicht nur Medusa, der Weltenverstand, blind für das Geistige, sondern auch umgekehrt kann das Geistwesen die niedere Schwingung des irdischen Verstandes nicht direkt erfassen. Dieser kann zwar das wahre Selbst in seiner hohen Vibration nicht erkennen, er kann aber von diesem Licht getroffen und verwandelt werden.

Wenn das helle Licht des höheren Bewusstseins in die Finsternis des unbewussten, weltverhafteten Denkens fällt, dann wird sich dieses Denken seiner selbst bewusst und damit unwirksam; – das Schlangenhaupt wird abgeschlagen. Medusa, die einst so schöne und herrliche Geliebte des Meeresgottes Poseidon, zeigt als Gorgo Medusa ihre gefürchtete dunkle Seite. Hier klingt das Wissen um die zwei Seiten des menschlichen Wesens an, die sich in seiner relativ guten und seiner relativ bösen Seite offenbaren. Zwischen diesen beiden Polen schwingt unser dialektisches Bewusstsein. Wir sind darin gefangen, bis höhere Einsicht den Ausweg eröffnet. Im Augenblick des Entsteigens aus der dialektischen Gefangenschaft begegnet uns die Gorgo Medusa, die nackte Wahrheit über uns selbst. Wer dem Blick der schrecklichen Medusa standhält, in dem stirbt das sich selbst behauptende natürliche Ich-Wesen.

Dies ist der seit ewigen Zeiten in unzähligen Bildern geschilderte Prozess der Selbsterkenntnis. Wer sich dem Geistigen öffnet, schaut die eigene Medusa und wird verwandelt. Immer wieder muss das Medusenhaupt im hellen Licht des erwachten Bewusstseins angeschaut werden, bis auch der letzte Rest des Unbewussten aufgelöst und der letzte Widerstand gebrochen ist. (versteinert und unwirksam geworden).

Die Medusa enthaupten bedeutet, sich seiner „schlafenden”, dem wachen Tagesbewusstsein entzogenen, dunklen Seite seines Ich-Wesens, bewusst zu werden und sich damit auseinander zu setzen. Zu dieser dunklen Seite gehören die unlauteren Motivationen, Vorurteile, Illusionen und die Einbildungen hinsichtlich der eigenen Person. Selbsterkenntnis zu gewinnen bedeutet, sich seiner ich-bezogenen Lebenseinstellung bewusst zu werden, ihre negativen Auswirkungen zu durchschauen und sich davon zu lösen.

Daraus erwächst ein Zustand neu gewonnener Freiheit und Klarheit, in dem es leicht fällt, den eigenen Begierdenkräften aus dem Unterbewusstsein zu begegnen und sie schließlich ganz zu überwinden. So endet der ermüdende innere Kampf des Gewissens gegen die Kräfte der Selbstbehauptung, die immer wieder die Oberhand gewinnen wollen. Das Schlangenhaupt der welt-verbundenen Mentalität abzuschlagen heißt, sich von dieser Mentalität zu trennen und einem neuen Denken Raum zu geben. Das begrenzte Ich-Bewusstsein wird dann untergehen in einem unbegrenzten, spirituellen Bewusstsein.

Pegasos, das geflügelte Pferd

Als Perseus der Medusa das Schlangenhaupt abgeschlagen hatte, entsprang ihr ein geflügeltes Pferd: der Pegasos.

Viele Mythen ranken sich um diesen Pegasos, den wir als Impuls göttlicher Kraft deuten können, der alles falsche Denken, Fühlen und Wollen aufbricht und dadurch befreiend wirkt.
Das Pferd wurde zum Symbol für die schöpferische Urkraft, die geistige Willenskraft des Vaterprinzips, während die Flügel Weisheit, Seelenkraft und Intuition des mütterlichen Prinzips andeuten.

Diese ursprünglichen Kräfte liegen in jedem Menschen verborgen und warten darauf, zu erwachen und wirksam zu werden, sobald die Dominanz des eigenwilligen Denkens erlischt.
Schon viele Helden versuchten, „den Pegasos zu reiten”, d.h. die beflügelnde Kraft in sich zu wecken, die über alle Hindernisse und Begrenzungen hinweg trägt. Mit Hilfe des Pegasos wollten sie sich aufschwingen zu den Göttern des Olymp. Doch wehe dem, der dafür nicht reif war; dem die dafür notwendigen geistig-seelischen Voraussetzungen fehlten; diesen Vermessenen warf der Pegasos gnadenlos ab.

Die widerstrebenden Kräfte von Anmaßung und Eigensucht behindern den Aufstieg zur geistigen Freiheit. Niemand vermag zu erzwingen, was ihm aufgrund seines Bewusstseinszustandes (noch) nicht zukommt.

Perseus trägt Flügelschuhe

Die Flügelschuhe entsprechen in ihrer Symbolik den Flügeln des Pegasos. Wer „Flügelschuhe” trägt, verbindet sich nicht allzu sehr mit der niederen stofflichen Welt. Er marschiert nicht mit festem Tritt, angepasst, eingepasst und genormt. Leichtfüßig wandert er über die Erde hin ohne Spuren zu hinterlassen, spurlos, so wie ein Vogelflug am Himmel keine Spuren hinterlässt. Und frei wie ein Vogel ist er, ohne den Ballast von Angst und Sorge, den so viele Menschen mühsam durch das Leben schleppen.

Nicht mehr als notwendig behindert irdische Erdenschwere den frei gewordenen Menschen. Neues Denken beflügelt ihn und schenkt ihm die notwendigen Energien für die leichtere Bewältigung seiner vielfältigen Lebensaufgaben. Wenn die Inspiration den Menschen beflügelt, richtet er den Blick auf zu den Höhen der geistigen Welt; er erfährt eine neue Dimension des Denkens und Verstehens.

Die Flügelschuhe weisen auf geistig-seelische Kräfte hin, die Perseus nun zur Verfügung stehen. Auf diese Weise „beflügelt”, vermag er der Anziehungskraft der Materie entgegen zu wirken.

Perseus benutzt seinen blanken Schild als Spiegel, um die schlafende Medusa zu töten.

Der Spiegel zur Selbsterkenntnis, den wir benutzen können, das ist der Spiegel, den Welt und Menschen uns bieten. In ihm kann sich jeder mit seinem eigenen Schlangenhaupt konfrontiert sehen, wenn er bereit ist, genau hinzuschauen.
Doch meistens wird dieser tiefere Blick gescheut; die Welt wird lieber als Projektion wahrgenommen, die mit dem eigenen Wesen gar nichts zu tun hat. Eine Projektion ist außen, unverbindlich; sie nötigt nicht zur Auseinandersetzung mit den eigenen Schattenseiten. Unbewusst spüren wir die Gefahr: der plötzliche direkte Anblick des eigenen Medusenhauptes könnte so manchen vor Schreck erstarren lassen. Niemand möchte sich unvorbereitet mit seinen dunklen Seiten konfrontiert sehen.

Auf dem Umweg über den Spiegel der Welt jedoch bekommen wir Gelegenheit, nur jeweils so viel von uns darin zu erkennen, wie wir freiwillig bereit sind zu sehen und zu ertragen. Ein jeder ist des anderen Spiegel, in dem er das eigene Wesen erkennen kann.

Perseus verbirgt das abgeschlagene Medusenhaupt in seiner Zaubertasche, um es Polydektes zu bringen.

In der Zaubertasche sind die Schlangen gebannt und damit unwirksam; sie stellen keine Gefahr dar für das neue Bewusstsein, – aber sie sind noch da! Bewusst gewordene Eigensucht kann beherrscht werden. Das erwachte Bewusstsein bricht den Bann des alten Denkens und entzieht sich den umschlingenden und vernichtenden Kräften des niederen Denkens.

Perseus verkörpert das vom Eigenwillen befreite wahre Selbst des Menschen.
Getragen von den geistigen Kräften der Wahrheit und Weisheit wird Perseus nun zum wahren Helden, der die noch kommenden Prüfungen bestehen und sich zu den Göttern aufschwingen kann.

Auch diesen weiteren Weg schildert der Mythos in starken Bildern voller Kraft und Schönheit.

Perseus und Andromeda

Auf der Heimreise nach Seriphos entdeckt Perseus eine an eine Felsenklippe im Meer gefesselte Jungfrau. Es ist die Königstochter Andromeda; stumm und wie versteinert erwartet sie ihren sicheren Tod. Sie soll dem Meeresungeheuer geopfert werden. Ihr Vater, König Kepheus, und ihre Mutter Kassiopeia schauen traurig und ratlos zu.

Andromeda kann übersetzt werden mit: „in Gedenken eines Mannes”. Sie ist der Inbegriff der reinen Seele, die an ihren fernen Geliebten denkt, den verlorenen Geist, dem sie wieder angehören möchte.

Kepheus bedeutet „Gärtner”. Er kümmert sich um das Wachsen, Blühen und Gedeihen des irdischen Lebens in Stadt und Land. Die Sorge der Eltern gilt der Erhaltung und Pflege alles Geschaffenen, Schönen und Lebendigen in der Welt.

Der Mythos erzählt, dass die Stadt immer wieder überschwemmt und verwüstet werde. Ein Orakel besagt jedoch, dass das Opfer einer reinen Jungfrau das Ungeheuer aus der Tiefe besänftigen könne. Andromeda, das Abbild unserer wahren Seele, soll mit ihrem Opfer die Stadt retten.

Stadt in Angst

Eine Stadt ist ein Ort, an dem Menschen ihren äußeren, dialektischen Interessen nachgehen. Hier herrschen Gesetz und Ordnung.

Aber eine Stadt ist auch ein Ort der Wünsche, Triebe und Sehnsüchte; des Verbrechens und der Gewalt, der Trunkenen, Traurigen, Einsamen und Verlorenen.
Die „Stadt” in der Mythologie ist meist als Sinnbild des äußeren Menschen zu verstehen:Hinter der gepflegten Fassade unserer Persönlichkeit liegt verborgen ein Ozean an Gefühlen; gewöhnlich gut beherrscht, können diese jedoch als wilde Emotionen hervorbrechen. Wie ein Ungeheuer aus den Tiefen des Unbewussten können sie aufsteigen und das so sorgfältig aufgebaute Bild der äußeren Persönlichkeit überschwemmen und zerstören. Wenn die Maske fällt, wird die nackte Wahrheit sichtbar. So sind alle bestrebt, die sorgfältig aufgebaute Fassade des gesellschaftlichen Lebens zu erhalten.

Das Meeresungeheuer

Dieses Tier aus dem Abgrund in uns verlangt Opfer für die Garantie äußeren Wohlergehens. Auf Kosten der Seele verspricht es uns den Scheinfrieden einer bequemen Normalität; kurzfristige Freuden und fragwürdige Genüsse einer Spiel- und Spaßgesellschaft. Aber das vergängliche, äußere Glück ist ständig bedroht von einem Ungeheuer aus der Tiefe des Unbewussten: der Unwissenheit über die wahre Bestimmung des Menschen. Von Zeit zu Zeit wird sich der Mensch der Tatsache seiner Unwissenheit bewusst. Es steigt an die Oberfläche ins Licht des Bewusstseins und erzeugt Furcht. Der Mensch sieht seiner Vergänglichkeit ins Auge und muss erkennen, wie alles Irdische dem gleichen Schicksal von Entstehen, Blühen und Vergehen unterliegt. Das kann große Angst hervorrufen; schätzt der Mensch seine irdische Welt doch hoch ein und möchte sie für ewig erhalten.

Die Eltern sind bereit, ihre einzige Tochter dem Meeresungeheuer zu opfern, um Stadt und Land zu retten

Für den flüchtigen Gewinn von äußeren, vergänglichen Werten, waren Menschen schon immer bereit, ihre Seele zu verraten und zu verkaufen. Damit aber opfern sie in ihrer Unwissenheit das unsterbliche, innere Wesen, um das sterbliche, äußere Wesen zu erhalten: sie opfern das ewige Leben, um das vergängliche Leben zu gewinnen.

Überall da, wo die Eigensucht Vormacht hat, liegen die Seelenkräfte wie tot danieder. Und so leidet die Seele; wie erstarrt erwartet sie ihren drohenden Untergang. Der zarte Keim der Hoffnung ist gefesselt; wie an einen schroffen Felsen gebunden und dem Untergang geweiht. Das Seelenlicht wird durch Unwissenheit geopfert. Doch ohne Seele ist unser Leben ohne Sinn. Wer sein Seelenpotenzial verrät für den schönen Schein eines nur äußerlichen und vergänglichen Lebens, der verzichtet auf sein Ewigkeitsleben. Er wird zum verschlingenden Ungeheuer für den Keim des wahren Lebens, der sich Erlösung von den Fesseln der Eigensucht und des irdischen Wahns erhofft.
Ohne die Entwicklung der neuen Seele verfehlen wir unsere wahre Bestimmung.
Jede Disharmonie überschwemmt uns mit erstickenden astralen Energien, die tödlich sind für die Seele.

Rettung der Seele

Was rettet unsere Seele vor dem Verderben? Wer befreit sie von ihrer lähmenden Angst und beschützt sie davor, in Trauer und Depression zu versinken, wenn sie von der Unwissenheit in den Abgrund der Hoffnungslosigkeit gezogen und verschlungen zu werden droht? Wer befreit sie aus der Opferrolle des Ausgeliefertseins an ein sinnleeres Dasein?

Der Mythos schildert den langen, erbitterten Kampf des Perseus gegen das Meeresungeheuer. Ständig in Gefahr, seine Flugkraft zu verlieren, weil die Federn seiner Flügelschuhe nass und schwer werden, schwebt Perseus über den wilden, aufgewühlten Wassern.

Aber mit seinem Schwert tötet er in letzter Sekunde das Tier aus dem Abgrund und rettet so Andromeda.

Es ist auch unsere Aufgabe, die Seele aus den Fesseln der Materie zu befreien und sie aus den Banden der Unwissenheit zu erlösen. Auch wer bereits seine Mentalität gereinigt hat, kann doch immer noch in den Fluten unkontrollierter Gefühle untergehen.

Ein Mensch auf dem Wege zu seiner wahren Bestimmung muss die astralen Stürme und Bewegtheiten seines Gefühlslebens zur Ruhe bringen. So gewinnt er Freiheit von lähmenden Ängsten, Sorgen und ständiger Furcht vor den Unwägbarkeiten des Daseins. Er wird wieder handlungsfähig und kann nun besonnen seine wahren Möglichkeiten erkennen. Mit neuer Begeisterung kann er wie „beflügelt” mit Freude seine Aufgaben verrichten. Dieses Gefühl des Erhobenseins vermittelt einen kleinen Vorgeschmack auf jene ewige Seligkeit, die das Ziel unseres Daseins ist. Wenn die Emotionen aus der Tiefe schweigen, tragen uns die Flügel der unvergänglichen Liebeskraft über alle Hindernisse hinweg. Die befreite Seele kann die Hochzeit mit dem befreienden Bewusstsein, dem Geist, feiern.

Doch jetzt taucht plötzlich Phineus mit seinen Kriegern auf, der Bruder des Vaters, der ältere Rechte an der Braut anmeldet; ein Onkel – viel zu alt für die junge Andromeda! Wieder muss Perseus zum Schwert greifen.

Bedrohte Hochzeit

Der Onkel verkörpert die alten Bindungen. Widerstände durch alte karmische Verstrickungen belasten die Seele. Die unaufgelöste Schuld vieler vergangener Leben hält sie in Bann. So kommt der „Onkel mit Heerscharen von Kriegern”, um seine Rechte einzufordern. Der Onkel entspricht jener Seite unseres Wesens, die sich dem neuen Seelenverlangen bislang noch in den Weg stellt.

Bevor Seele und Geist sich endgültig vereinigen können, um durch die chymische Hochzeit für immer verbunden zu sein, tauchen noch einmal die astralen Kräfte aus dem Schatten der Vergangenheit auf mit dem Ziel, die Hochzeit zu verhindern. Mit der ganzen Wucht ihrer alten Ansprüche fallen sie über jene her, die sich dem Griff der Materie entziehen und der niederen Natur für immer entsteigen wollen.

Der Anspruch des Alten besteht in der Einhaltung angestammter Rechte, Regeln und Gesetze; sie widerstehen neuen Ideen. Diese konservative Seite in uns hängt fest an kristallisierten Strukturen überkommener Vorstellungen und behindert die Verbindung der Seele mit dem Geist; sie soll in emotionale Ketten gelegt bleiben. Ein ganzes Heer karmischer Bindungen hält die Seele in Bann und gefährdet ihre Liebe zum Geistigen. Unaufgelöste karmische Schulden bedrängen sie und lähmen ihre freie Entwicklung. Alte Traditionen halten zahllose Drohungen (Krieger) bereit, um die Seele für das weltliche Leben zurück zu erobern.

Die Macht uralter Prägungen durch Glaubensdogmen, Rituale und Konventionen wirken unbewusst in jedem Menschen. Sie behindern das Freiheitsverlangen der Seele und ihre Sehnsucht nach Erfüllung ewiger Liebe. Gerade dann, wenn die Seele im Begriff ist, sich mit dem Geistigen zu verbinden, tauchen plötzlich noch unerledigte, ungelöste alte Bindungen auf. Sie steigen ins Bewusstsein und wollen die Seele von ihrem befreienden Schritt zurück halten. Die Einbildung, unlösbar an alte Verpflichtungen gebunden zu sein, kann unsere Gefühle blockieren und uns so einengen, dass die Bedürfnisse der wahren Seele unbeachtet bleiben und wir ihr nicht geben, wonach sie verlangt.

Andromeda und ihre Eltern suchen hinter Perseus Schutz vor dem Pfeilhagel der Angreifer.

Die im neuen Bewusstsein stehende Seele ist geschützt gegen alle Anfechtungen. Alte karmische Forderungen wirken wie Pfeile, doch die neuen Bewusstseinskräfte machen unverletzbar. Die Angreifer im eigenen Lager werden gebannt und aufgelöst.
Das neue Bewusstsein neutralisiert die Mächte und Gewalten der Finsternis mit dem Feuer des Geistes und der Kraft der Erkenntnis.

Perseus kämpft mit dem Schwert gegen den Onkel und sein riesiges Gefolge. Als dieser Kampf aussichtslos erscheint, erhebt Perseus das Medusenhaupt hoch über alle Köpfe, so dass alle Krieger versteinern.

Das alte Karma ist mit dem Schwert nicht auflösbar; das Schwert der Vernunft kann wenig ausrichten gegen unsichtbare Gewalten. Kaum ist die eine oder andere Bindung gelöst, taucht ein ganzes Heer neuer Bindungen auf. Sie bedrängen uns, um doch noch die Herrschaft über die Seele zu gewinnen.

Doch das Karma kann gelöscht werden in der Kraft der Einsicht und Erkenntnis.
Medusa ins schreckliche Antlitz zu schauen heißt, in sich selbst all das Behindernde zu erkennen, was den Weg der Seele so schwierig oder sogar unmöglich macht. Durch diese Selbst-Erkenntnis werden die alten Bindungen aufgelöst und unwirksam; sie verlieren ihre Macht über die Seele. Das neue Bewusstsein löscht die letzten Anfechtungen der alten astralen Kräfte. Dies geschieht schlagartig: in einem Augen-Blick der Medusa wird das gesamte Karma unwirksam. Erst jetzt kann die Hochzeit beendet werden. Geist und Seele sind nun ewig in unsterblicher Liebe miteinander verbunden.

Der Tod des Polydektes

Perseus kehrt mit Andromeda zurück nach Seriphos, womit König Polydektes nicht gerechnet hatte. Er glaubt nicht, dass Perseus das Haupt der Medusa mitgebracht hat und will es zum Beweis sehen. Beim Anblick des Hauptes versteinert der König.

Polydektes kennen wir bereits als den Hirngott, den wir fürchten und lieben. Er ist zugleich das höhere Selbst des dialektischen Menschen. Dieser wohlmeinende Gott verführt den Menschen zu Selbstbehauptung und ichbezogenem Denken. Das sichert zwar die Eigeninteressen und das persönliche Wohlergehen, wirkt sich letztlich aber negativ aus für Welt und Menschheit, weil die geistige Dimension fehlt.

Wenn Perseus, das Geist-Prinzip auf feindliche Krieger stößt, dann sind es die Gegenkräfte gegen die göttliche Kraft in uns selbst, die hier wirken.
Wenn Polydektes an Perseus zweifelt, ihm nicht traut und nicht glauben will, dass er die Medusa besiegt hat, dann wirkt hier der Ich-Wahn des Hirn-Gottes, der seinen Machtanspruch gefährdet sieht. Es ist der Geist, der uns mit der Selbsterkenntnis konfrontiert, damit wir uns der Gegenkräfte und Widerstände in uns selbst bewusst werden und sie überwinden können. (Der Geist ist es, der Jesus in die Wüste führt, um die letzte Bestätigung für die Überwindung der alten Kräfte zu erhalten).

Perseus hält Polydektes das Medusenhaupt vor Augen:

Das ichbezogene Verstandesdenken wird mit sich selbst konfrontiert , um sich selbst zu erkennen. Durch diesen Akt der Selbsterkenntnis wird sich der Mensch plötzlich seiner egozentrischen Selbstherrlichkeit und seines falschen Denkens, Fühlens, Wollens und Handelns bewusst. Einsicht und höhere Vernunft ermöglichen diese Selbsterkenntnis, die nun den „Tod” der alten Ich-Kräfte zur Folge hat; sie „versteinern” und werden unwirksam. Dieses Absterben ist notwendig, damit das wahre, unsterbliche Wesen, der neue Mensch, sich entfalten kann.
Im Prozess der Selbsterkenntnis ent-hauptet man sich gleichsam selbst. Was stirbt, ist das übersteigerte Ich-Bewusstsein mit seinem klügelnden Verstand ohne Herz.

Dieses seelenlose alte Denken, Fühlen und Wollen muss unwirksam werden, damit das wahre, unsterbliche Wesen in uns, der neue Mensch sich entfalten kann.
Der Mensch, der seine Medusa schaut, verliert „sein” Leben, das will heißen, er hat sein ich -und weltbezogenes, vergängliches Leben verloren, aber ein geistiges, unsterbliches Leben gewonnen. (Markus 8, 35).

In ihm hat ein neues Bewusstsein, das wahre Selbst, die Führung des Systems übernommen. Neue Einsichten lösen altes Denken ab. Innere Wandlungen führen zu neuem Handeln in Freiheit. Haupt und Herz arbeiten nun zusammen, die neue Geistseele übernimmt die Herrschaft über das innere Reich.

Jetzt erwacht auch Danae, die selbstlose Liebesfähigkeit des mütterlichen Seelenaspektes, zu neuer Freiheit.

Damit ist jedoch der Mythos noch nicht zu Ende: zwei Reiche hat Perseus erobert: das mentale Reich des neuen Denkens und das astrale Reich des neuen Fühlens – Haupt und Herz. Es fehlt aber noch ein drittes Reich.

Das Orakel erfüllt sich

Noch immer fürchtet Akrisios, das Orakel könnte sich erfüllen. Er sieht sein Königtum auch weiterhin durch den Enkelsohn bedroht. Um dieser Bedrohung zu entgehen, verlässt er Argos und reist zu Kampfspielen. Doch gerade dadurch erfüllt sich das Orakel.

Der Mythos berichtet nun von Kampfspielen, an denen Perseus teilnimmt. Auch sein Großvater Akrisios ist anwesend. Beide kennen einander nicht. Als Perseus einen Diskus wirft, trifft dieser den Großvater tödlich. So erfüllt sich das Orakel: Akrisios stirbt durch die Hand des Enkels, der nun Erbe des Reiches wird.

In Akrisios erkennen wir den eigenen natürlichen Lebenstrieb. Als natürliche Lebewesen dieser Welt trägt jeder in sich eine angeborene Urangst vor der Vernichtung des Körpers durch den Tod und den damit verbundenen Verlust alles dessen, was er liebt und woran sein Herz hängt: die Freuden, die der Besitz des Körpers ermöglicht, und die Lust an allem Schönen, was die Welt zu bieten vermag. Dieser elementare Lebenswille wird nun konfrontiert mit dem Naturgesetz der Vergänglichkeit.

Akrisios und Perseus treffen auf dem Platz der Kampfspiele zusammen, – doch sie kennen einander nicht.

Wenn das alte irdisch-vergängliche Bewusstsein auf das neue geistige Bewusstsein trifft, so erkennen beide einander nicht; sie sind sich nie begegnet. Doch das Alte muss gesetzmäßig dem Neuen weichen. Aber das alte Ich-Wesen in seiner Existenzangst will auf gar keinen Fall ein Opfer des neuen, befreienden Bewusstseins werden. Zwar spürt der alte Selbstbehauptungswille die Ausweglosigkeit seines Widerstandes gegen das Schicksal, will aber nicht kampflos aufgeben.
Dieser Kampf des Alten gegen das Neue wird nun im Inneren ausgetragen, auf dem Kampfplatz des Herzens. Hier muss das alte Bewusstsein dem neuen weichen. Das geschieht leise, undramatisch. Im Mythos wird es so dargestellt, dass Perseus einen Diskus wirft und damit versehentlich Akrisios tödlich trifft. Ein Diskus ist eine flache runde Wurfscheibe. Auch dies ist kein Zufall, ist doch der Kreis, das Runde, ein Symbol der Ewigkeit.

Ein Diskus wird in einem fast waagerechten Bogen geworfen. Er trifft den aufrecht stehenden Akrisios. So entsteht die Signatur eines Kreuzes, einer Kreuzigung.

Akrisios stirbt. Der alte Stoffkörper mit seinem Überlebenswillen wird durch den Tod am Kreuz der Materie abgelegt. Das Vergängliche fällt wie eine leere Hülle ab. Es ist der Natur nach gestorben. Wer vom Geist der Ewigkeit „getroffen” wird, legt ab, was vergänglich ist, den irdischen Ich-Wahn.

Wenn ein Mensch nach Bewusstsein und Seele erneuert ist, braucht er auch einen neuen Leib. Dieser Leib wird aus dem Ätherkörper heraus gebildet, der schon so lange den natürlichen Körper mit Lebensenergien versorgt hatte. Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, da dieser neue Geistleib vollkommen ist, hat die sterbliche Hülle ausgedient und kann ohne viel Aufhebens abgelegt werden. Ein kleiner Anstoß dazu reicht aus, um das Werk zu vollenden. Dies ist das letzte Opfer, das für die endgültige Befreiung des Menschen gebracht werden muss. Alle irdischen Bindungen sind nun gelöst. Der ursprüngliche Geist –Seelen –Körper erstrahlt erneut und verlässt endgültig das Grab der Natur. Der „verlorene Sohn” kehrt heim in sein Reich.

Herr über drei Reiche

Perseus, der Held der Geschichte, hat drei Siege errungen, drei Reiche gewonnen und drei neue Freiheiten erlangt. Er erneuerte das alte mentale Reich des Polydektes und gewann die Freiheit des neuen Denkens. Er erneuerte das alte astrale Reich des Kepheus und gewann die Freiheit des neuen Fühlens. Er erneuerte das alte ätherische Reich des Akrisios und gewann die Freiheit des neuen Wollens und Handelns.

Perseus, das wahre Selbst, beherrscht das neue Denken, Fühlen und Wollen in jedem Menschen, der diesen Wandlungsprozess in sich vollziehen konnte und dadurch ein nach Geist, Seele und Körper Wiedergeborener geworden ist.
Dreifache Erkenntnis hat ihn von einem Weltmenschen in einen Geist-Seelen-Menschen verwandelt.

Das alte Naturbewusstsein ist untergegangen. Ein neues Ewigkeitsbewusstsein ist aus dem Grab der irdischen Natur auferstanden. Der neue Geist-Seelen-Leib ist nun Ausdruck des unvergänglichen wahren Selbstes. Der Ring schließt sich: Der Befreite kehrt in seine ursprüngliche Heimat zurück. Diesen Weg zu gehen war, ist und wird immer die höchste Aufgabe sein, solange es Menschen gibt.

Die Freiheit

Die innereigene Medusa zu schauen heißt, die Wahrheit über sich selbst zu erkennen, diese Wahrheit auszuhalten und das Ich dieser Natur sterben zu lassen. Wenn alle inneren und äußeren Widerstände über-wunden sind, kann sich die wahre, befreite Seele in uns ent-falten und erneut mit dem Geist verbinden. Der Weg zum uralten Menschheitstraum – dem Garten Eden, – führt über die Begegnung mit der Medusa, die Selbsterkenntnis, die alles Ichhafte auslöscht. Befreit aus der Gefangenschaft des engen Denkens, erwacht das grenzenlose Bewusstsein, um eins zu werden mit der Wahrheit.

So erweist sich das bedrohlich klingende Orakel: „wer die Medusa anschaut, wird versteinern”, als Weg des Menschen zu seiner wahren Bestimmung: der Zugehörigkeit zu einer höheren Dimension und eines bewussten Lebens in Einheit, Freiheit und Liebe.

Schlussbetrachtung

Der Mythos schildert in mehreren Stufen einen Einweihungsweg, wie er prinzipiell von jedem Menschen nachvollzogen werden kann. Er zeichnet damit ein Geschehen nach, in dem sich auch die Botschaft des christlichen Evangeliums wieder erkennen lässt.

1. Auch Jesus wird in einer Höhle (Stall) von einer Jungfrau geboren: Weihnachten.

2. Es folgen Verfolgung und Vertreibung durch König Herodes und das Aufwachsen in der Fremde. (Ägypten)

3. Jesus besteht drei Prüfungen in der Wüste, die die Reinheit seines Denkens, Fühlens und Wollens beweisen sollen.

4. Auf einem Berge erfährt er die Verklärung; er erhält das leuchtende Seelenkleid und wird zum Christus, der nach Geist und Seele erneuerte Mensch.

5. Er zieht umher, lehrt die Menschen und wird von den Römern – der alten Institution, gekreuzigt. (Karfreitag).

6. Er ersteht auf in einem vollständig erneuerten Geist-Seelen-Leib (Ostern).

7. Seine Heimkehr zum Vater, in das Reich, das nicht von dieser Welt ist, feiern wir als das Pfingstfest.

Die Ähnlichkeit verwundert nicht, wenn man bedenkt, dass die Wurzeln des Christentums im Hellenismus liegen und weit darüber hinaus bis in die ägyptische Mysterienweisheit zurück reichen.

Dasselbe Grundmuster eines Einweihungsweges findet sich auch in fernöstlichen Weisheitslehren. Die Botschaft des Lichtes, das in die Finsternis des irdischen Bewusstseins scheint, ist universell und von ewiger Gültigkeit. An jedem Einzelnen liegt es, diese Botschaft des Lichtes zu begreifen und im Herzen wirken zu lassen.

1 Kommentar
  • Ruth SiegenthalerBeantworten

    Guten Tag! Dieser Artikel hat mich tief berührt. Ich habe den Autor nicht gefunden. Können Sie mir bitte mitteilen, wer diesen Artikel geschrieben hat. Vielen Dank!

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