Aufrüttelnde Texte

William Shakespeare: Wie süß das Mondlicht auf dem Hügel schläft

Wie süß das Mondlicht auf dem Hügel schläft!
Hier sitzen wir und lassen die Musik zum Ohre schlüpfen;
Nacht und sanfte Stille, sie werden Tasten süßer Harmonie.
Komm, Jessika! Sieh, wie die Himmelsflur
ist eingelegt mit Scheiben lichten Goldes!
Auch nicht der kleinste Kreis, den du da siehst,
der nicht im Schwunge wie ein Engel singt
und einstimmt in den Chor der Cherubim.
So voller Harmonie sind ew’ge Geister:

Nur wir, dieweil dies Kotkleid Sterblichkeit uns grob umschließt,

wir können sie nicht hören.

Übersetzung von August Wilhelm Schlegel
1 Kommentar
  • Hans-Martin KöhlerBeantworten

    Für Scheiben steht bei Shakespeare patens. Das aber waren die goldenen Opferschalen bei der Eucharistie. Also:

    ...eingelegt mit Opferschalen leuenden Goldes.
    Auch nicht der kleinste Stern (statt Kreis)...

    So gelangt unser schauendes Auge zum Mysterium der Substanz! – http://www.eulyra.de

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