Religion Spiritualität

Intermediarius: aus Das letzte Gericht über die Erde

Notwendigerweise aber muss das neue lebendige Prinzip am Ende über das alte absterbende Element siegen. Es wird allmählich im Laufe der Zeit die Kluft zwischen beiden immerzu größer werden, da ihre Richtungen auseinander laufen. So wird allmählich eine neue Menschheit aus der alten her auswachsen, gleichwie aus jedem einzelnen Menschen ein neuer Mensch. Eine wahrhaft christliche Menschheit wird hervortreten aus der von Luzifer verführten Menschheit und ein christlicher Mensch aus jedem gefallenen Erdenmenschen.

Die luziferische Menschheit hat sich dem Gottes-Sohn entgegengestellt und ist dadurch unmittelbar in die Gewalt Luzifers geraten. Wenn dann die Zerteilung der irdischen Menschheit stattfindet, so werden die, welche sich mit Luzifer gegen Christus verbunden haben, sich zu ihrem Herrn und zur alten Erde hingezogen fühlen; den Gottes-Sohn Christus aber werden sie nicht kennen. Jene Menschen, welche sich verchristlicht haben, sind dadurch innerlich wie ein Teil Christi selber geworden. Er lebt in ihnen, gleich wie sie in Ihm leben. Vereint mit dem Gottes-Sohn, werden sie auf der neuen, verklärten Erde das Leben im Geiste weiterführen.

Dies ist die Scheidung der Menschheit, die beim letzten Gericht über die Erde mit dem Erscheinen des Gottes-Sohnes als König und als Richter geschehen wird. Den Tag und die Stunde des Gerichts aber kann niemand wissen außer dem Vater.

Johanna van der Meulen schrieb unter der Bezeichnung Intermediarius eine Gesamtschau der Trinität, 
der himmlischen Welten und der kosmischen Entwicklung. Sie knüpft mit ihren Schriften an die 
Theosophie, die Anthroposophie und die Rosenkreuzerströmungen Anfang des 20. Jh. an.
Foto: Hermann Achenbach
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