Poesie Lyrik

Dhammapada: Schweig stille, Herz!

Hast lange Jahre mich gedrängt ohn Unterlass:
Das Treiben dieser Welt, was mag es frommen dir?
Nun zog ich weltentsagend in die Einsamkeit,
Und jetzt, was ist´s? Lässt du im Ringen nach, mein Herz?

Im Haus die Meinen und der Freunde liebe Schar,
Der Erde Lust und Liebesglück und Spiel und Scherz,
Das ließ ich alles, legte an das Mönchsgewand,
Und doch, mein Herz, bist du mit mir zufrieden nicht?

Wer ist, der Frucht begehrend einen Baum gepflanzt
Und an der Wurzel ihn zu fällen hebt die Axt?
Dem Treiben solches Toren gleicht, mein Herz, dein Tun.
Willst du mich fesseln an den Unbestand der Welt?

Unsichtbar Ding, du einsam Herz, fernwanderndes,
Was jetzt du noch von mir begehrst, ich tu es nicht.
Die Lust bringt Leiden, Bitternis bringt sie und Angst.
Verwehn, Erlöschen: Dem nur will ich trachten nach.

Frei wie das Reh schweift durch den schönen bunten Wald,
Komm zu dem Berge, den der Wolken Krone kränzt.
Dort in Gebirgesfrieden sollst du weilen still.
Wahrlich, dort werd ich dich bezwingen, du mein Herz.

Gemälde: Elli Vincon
Dhammapada  - buddhistisches Werk im Pali-Kanon
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