Aufrüttelnde Texte

Jan van Rijckenborgh: Buddha-Legende

Vielleicht kennen Sie die alte Buddha-Legende: Der Erhabene hatte der Menschheit seine Weisheitslehre geschenkt und den Anstoß für ein neues geistiges Erwachen gegeben. Als er nun seine Arbeit beendet und die Wohnstätten der Nacht bereits verlassen hatte, sah er, dass zwar Millionen Nachfolger da waren, sich jedoch leider auch, gerade infolge seines Auftretens, ein entsetzlicher und mörderischer Kampf entwickelte zwischen dem Brahmanismus und dem Buddhismus. Die Brahmanen, von alters her Hüter der Veden und Upanischaden und somit von gleicher göttlicher Weisheit, waren zornig und bekämpften den wachsenden Buddhismus mit allen Mitteln. Die Schüler Buddhas und ihre Nachfolger hielten sich ebenso wenig zurück

So kam großes Leid in das Herz des Erhabenen. Er, der der Menschheit dienen und mit unermesslicher Liebe alle retten wollte, sah den Kampf, der um seines Namens willen geführt wurde. Da beschloss er, zurückzukehren. Er kam zurück in die Schatten der Todesnatur, zwölf Jahrhunderte nach seinem Hingang als Buddha; aber nun kam er als Shankara, der Erhabene.

Shankara ist in der Tat ein Lehrer, dessen Name in der Geschichte verzeichnet ist. Es handelt sich also nicht nur um eine Legende, sondern auch um Wirklichkeit. Shankara lehrte die Synthese aller göttlichen Weisheit. Er bewies, dass die Veden, die Upanischaden und die Lehren Buddhas identisch sind und dieselben Ziele anstreben. Er zeigte das Universelle aller Weisheitslehren auf. Als er diese Aufgabe erfüllt hatte, verschwand Shankara, welcher der Buddha war, auf mysteriöse Weise.

An diese Legende dachten wir in Verbindung mit der Una Sancta, der Una Mystica, die in der Geistesschule wiederum geoffenbart ist. Denn die Geistesschule ist eine echte Shankara-Schule, in welcher die Synthese aller universellen Weisheit offenbar wird.

So wie Shankara mit seinen Anhängern und Erhabenen auf Buddha folgte, so folgte auch die Gnosis auf die Manifestation Jesu, um alle Weisheitslehren der gesamten Weltgeschichte zusammenzufassen und als eine herrliche Einheit zu offenbaren. Der Taoismus, der Brahmanismus, der Buddhismus und das Christentum sind wesentlich, als Befreiungslehre und Befeiungsweg, eins in der Gnosis. Darum erhebt sich das Rosenkreuz über den jahrhunderte langen metaphysischen Streit und dient dem Shankara aller Zeiten.

Text: aus dem Buch "Die Gnosis in aktueller Offenbarung: Una Sancta" von Jan van Rijckenborgh
Kommentare

Ihr Kommentar