Selbsterfahrung

Die Zeit rennt mir davon

Wo bleibt meine Zeit?
Ich verbrauche Zeit für alles Mögliche. Die Fahrt zur Arbeit. Der Arbeitstag. Die Gespräche auf der Arbeit, mit Kunden.
Die Fahrt zurück. Essen. Trinken. Sport. Kommunizieren. Mich austauschen. Social Media Kontakte pflegen.
Ach ja, mein Buch wollte ich auch noch lesen. Schlafen. Unendlich müde ins Bett gefallen.
Was bleibt mir wirklich von diesem Tag?

Schade, das manchmal erst eine Krankheit oder etwas ähnliches auftreten muss, damit ich gebremst werde.
Damit ich mir die Auszeit nehmen muss.
Brausend bestimmt mich dieser elendige Rhythmus und treibt mich vorwärts.
Immer und immer wieder – gleich Wellen, die auf einem Felsen branden. Im stetigen Drang diese Felsen zu zermahlen.
Zermahlt mich nicht dieser Drang selbst?

Wenn es mir gelingt aus diesem Strom auszusteigen und die Hubschrauberperspektive einzunehmen, Abstand zu finden.
Dann wird alles ein wenig einfacher, klarer und die innere Geschwindigkeit nimmt ab.
Jede Sekunde sind wir dazu in der Lage. Jeder Moment ist einzigartig, voller Leben und Lebendigkeit, doch ich lasse ihn einfach an mir vorbeiziehen.

Nein.

Dieser Augenblick ist der Moment der der inneren Stille zugewendet ist, denn sie ist in mir.
Schauend auf mein Herz.
Nicht als ein Rhythmus, sondern als ein Strom der Unendlichkeit, der in der Ewigkeit eingebettet ist.

Als Momo, in dem gleichnamigen Roman von Michael Ende, in den Raum des Herzens tritt, erblickt sie die Schönheit der Stundenblume.
Ein Impuls, der sich gleich einem Vibrationsfeld in unendlichen Ausdrucksformen zeigt.
Dieser Impuls ist der Abdruck des Lebens selbst.
Und warum gebe ich ihm nicht die Ausdrucksform, die er zur Entfaltung benötigt?
Du, unendlicher Impuls des wahren Lebens, ich schenke dir mein Sein, damit er weiter schwingen kann.
Ich danke dir.

Foto: Frank Saß
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