Bild: Zarathustra
26. Januar 2021 von Aurora Jahn

Zarathustra

Wer war Zarathustra?
Schon der Name erinnert mich mehr an ein Phänomen, als an ein wirklich, lebendes Wesen.
Zarathustra soll nach Angaben iranischer Wissenschaftler entweder 1800 v. Chr., 1000 v. Chr. oder aber 600 v. Chr. in Persien gelebt haben. Er war ein iranischer Philosoph. Daneben wurde er auch als Reformer und Priester angesehen.
Eine Quelle seiner Schriften soll die AVESTA sein. Es ist eine Sammlung heiliger Verse.
Inhalt dieser Schrift ist der Kampf zwischen Gut und Böse; sowie der Sieg des Guten über das Böse.
Die erste Niederschrift der Avesta soll in der Zeit von 224 bis 665 n. Chr. erfolgt sein.
Die Lehre des Zarathustra kann in folgenden Grundsätzen zusammengefasst werden:
Gute Gedanken,
Gute Worte,
Gute Taten.
Nach seiner Ansicht hat der Mensch die freie Wahl, sich für den rechten Weg zu entscheiden. Der rechte Weg ist der Weg der Wahrhaftigkeit. Schon zur Zeit der Aufklärung um 1700 n.Chr. setzten sich Philosophen wie Herder und Hegel mit der Schrift auseinander.
In der jüngeren Zeit verbindet sich der Name Zarathustra mit dem Namen Friedrich Nietzsche. Er lebte von 1844-1900). Sein philosophisches, dichterisches Werk „Also sprach Zarathustra“, entstand in der Zeit von 1883 bis 1885.
In dieser Schrift wird die Lebensphilosophie Nietzsches in Anknüpfung an den Weisen Zarathustra dargelegt. Nietzsche nimmt in dem Werk zu allen Lebens-erscheinungen seiner Zeit Stellung. Nach seiner Einschätzung war die zeitgenössische Kultur lebensschwächer als das antike Griechenland. Da er sich zunehmend als freier Denker begriff, nahm er Kritik an der derzeitigen Moral, Religion, Philosophie,der Wissenschaft und der Kunst.
Zum Ende dieses Textes werden einigen Passagen aus Nietzsches „Und sprach Zarathustra“ zitiert.
Im Abschnitt „Vor dem Sonnenaufgang sagt Nietzsche“:
„Himmel über mir, du Reiner, Tiefer, Du Licht-Abgrund. Dich schauend, schaudere ich vor göttlicher Begierde. In deiner Höhe mich zu werfen – das ist meine Tiefe. In deine Reinheit mich zu bergen – das ist meine Unschuld.
Den Gott verhüllt seine Schönheit: So verbirgst du deine Sterne. Du redest nicht: so kündest du mir deine Weisheit.
Stumm über brausendem Meer bist du heute mir aufgegangen, deine Liebe und deine Scham redet Offenbarung zu meiner brausenden Seele.
Aus Abschnitt: „Das Nachtlied“
Nacht ist es, nun reden lauter alle springenden Brunnen. Und auch meine Seele ist ein springender Brunnen.
Nacht ist es, nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.
Ein Ungestilltes, Unstillbares ist in mir. Eine Begierde nach Liebe ist in mir. Eine Begierde nach Liebe ist in mir, die redet selber die Sprache der Liebe.
Licht bin ich: ach, das es Nacht wäre! Aber das ist meine Einsamkeit, dass ich vom Licht umgürtet bin.
Aus Abschnitt: „Von der Sehnsucht“
O, meine Seele, ich gab dir das Recht, Nein zu sagen wie der Sturm, und Ja zu sagen, wie offener Himmel ja sagt:
Still wie Licht stehst du und gehst du nun durch verneinende Stürme.
O, meine Seele, ich gab Dir neue Namen und bunte Spielwerke, ich hieß dich „Schicksal“ und „Umfang der Umfänge“ und „Nabelschnur der Zeit“ und azurne Glocke.
O, meine Seele, jede Sonne goss ich auf dich und jede Nacht und jedes Schweigen und jede Sehnsucht: da wuchsest du mir auf wie ein Weinstock.
O, meine Seele, es gibt nun nirgends eine Seele, die liebender wäre und umfangreicher und umfänglicher! Wo wäre Zukunft und Vergangenes näher beisammen als bei dir?
O, meine Seele, nun gab ich dir alles und auch mein Letztes, und all meine Hände sind leer geworden: dass ich dich singen hieß, siehe, das war mein Letztes!
Dass ich dich singen hieß, sprich nun, sprich: wer von uns hat jetzt zu danken?- Besser aber noch: singe mir, singe, o meine Seele! Und lass mich danken! –
Also sprach Zarathustra.

Aus dem Abschnitt: „Also sprach Zarathustra:“

O Mensch! Gib Acht!
Was spricht die tiefe Mitternacht?
„Ich schlief, ich schlief -,
„Aus tiefem Traum bin ich erwacht:-
„Die Welt ist tief,
„Und tiefer als der Tag gedacht.
„Tief ist ihr Weh-,
„Lust tiefer noch als Herzeleid:
„Wehspricht: Vergehe!
„Doch alle Lust will Ewigkeit-,
„- will tiefe, tiefe Ewigkeit!“

Foto: Mostafa Meraji auf Pixabay

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