Nachdenkliches

Worte

Im Prolog des Johannes-Evangeliums steht:
Am Anfang war das Wort…. und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.

Das Wort ist schöpferisch, das Wort hat die Welt erschaffen.
Und das gilt auch heute noch, denn für unser Bewusstsein existiert nur, was wir benennen können, wofür wir Worte, Begriffe haben.
Wir können nichts denken, wofür wir keine Worte haben, es existiert nicht für uns.
Daher kann man sagen, wir erschaffen mit unseren Worten unsere persönliche Welt.

Nun leben wir in einer Zeit der Inflation der Worte.
Unzählige Abhandlungen zu unzähigen Themen überfluten uns und wir drohen, in der akademischen See zu ertrinken.
Jeder verkündet seine Wahrheit, seine Weltsicht und spricht stundenlang über jedes erdenkliche Thema.
Man kann seine ganze Freizeit damit verbringen, sich auf Youtube spirituell unterhalten zu lassen.

Dadurch entsteht eine starke Abnutzung der Begriffe, was zu Oberflächlichkeit führen kann, und so entwickelt sich keine wirkliche Einsicht, keine Seelennahrung.

Erst in der Stille, im Schweigen kann man die Oberfläche verlassen und in die Tiefe gehen.
Dann erschliessen sich die tieferen Bedeutungen der Begriffe und sie können zu unserer Seele sprechen, Seelennahrung und Seelenwachstum bewirken.
So kann wirkliche Einsicht entstehen, die unsere Sicht auf die Welt verändert.
„Nada Brahma – Die Welt ist Klang” titulierte der Musikwissenschaftler Joachim Behrendt sein 1983 erschienes Buch.
Jedes Wort, jeder Laut hat eine bestimmte Schwingung, die bis in unsere feinstofflichen Körper hinein wirkt, die unsere Chakren stimuliert.
Diese Wirkungen können wir nur in innerer Stille erfahren.
Wenn wir wirklich Schweigen könnten, könnten wir mit einem Wort die Welt verändern.

Foto: Gerd Altman auf pixabay
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