Wissenschaft

Wissenschaft und Religion auf Augenhöhe? Transformation durch Bewusstsein

Bedeutsame Kräfte und Möglichkeiten schlummern in uns. Neue Forschungen, vorgenommen bei meditierenden Menschen, eröffnen völlig neue Sichtweisen auf unser Bewusstsein und sein Instrument, das Gehirn.

In der modernen Hirnforschung konnte in Langzeitstudien gesichert werden (durch EEG und Kernspin), dass Menschen, die sich regelmäßig im Sinne der Meditation in die innere Stille zurück ziehen, einen deutlich langsameren Abbau von Hirnsubstanz aufweisen.

Die Forscher haben sogar eine bestimmte „Frequenz der Stille” gefunden, die während der Zeit der inneren Stille im EEG bei einer Frequenz von 40 Hertz im Gammabereich vorherrscht. Das bedeutet eine Frequenzerhöhung, die sich als Zunahme der Hirnaktivität durch Synchronizität der verschiedenen Hirnareale auswirkt. Es entsteht ein Zustand erhöhter Wachheit und Konzentrationsfähigkeit, der offenbar auch eine größeren Synchronisation der rechten und der linken Hirnhälfte, des rationalen und intuitiven Bereichs des Gehirns, mit sich bringt.

Das öffnet eine Tür in eine Seinsdimension, die jenseits der polar gesteuerten Zeiträumlichkeit liegt. Die konventionelle Wissenschaft sah Bewusstsein als „Epiphänomen”, als Begleiterscheinung des Gehirns, an. Inzwischen sprengt die Forschung dieses Gefängnis, indem sie diesen Prozess als umgekehrt nachweist. Bewusstsein ist fähig, so weiß man heute, die materiellen Strukturen des Gehirns zu verändern.

Der Nobelpreisträger Eccles korrigiert ebenfalls die bisher gültige Meinung, dass die Intelligenz eine Funktion des Gehirns sei und bekennt sich klar zu der Einsicht: „Der immaterielle Geist bewegt das Gehirn.” Er wies nach, dass es unsere Gedanken und unser Wille sind, die im Gehirn Neuroproteine (Bausteine von Nervenzellen) bilden. Die Energie eines Gedankens oder eines Gefühls wird in ein Eiweißmolekül unseres Gehirns transformiert.

Daraus entsteht die bahnbrechende, aber im gnostisch-hermetischen Wissen schon immer manifeste Erkenntnis, dass wir in Wirklichkeit geistige Wesen sind und dass sich die geistige Energie in unseren Körpern und ihren Organen verdichtet.

Eine weitere folgenreiche Entdeckung unserer modernen Hirnforschung setzt das determinierende wissenschaftliche Dogma außer Kraft, das behauptete: „Schon im Säuglingsalter hören Nervenzellen auf, sich zu teilen.” Mit diesem Potenzial müssten wir bis zum Grabe auskommen. Im Licht der heutigen Erkenntnisse gibt es eine Neurogenese, das bedeutet, dass täglich in bestimmten Hirnarealen einige tausend neue Nervenzellen entstehen – und das bis ins Greisenalter. Es genügen dabei offenbar wenige solcher neugebildeter Zellen, um die Netzwerkarchitektur des Gehirns grundlegend zu verändern.

Die Entwicklungsfähigkeit des Gehirns hält also ein Leben lang an, allerdings nur, wenn diese „Saat” gedüngt wird durch geistige Herausforderung. So können neue Nervenzellen geschaffen werden für Bewusstseinsarbeit, gespeist aus unseren Erfahrungen und als lebendes Potenzial für weiteren Bewusstseinszuwachs. Man weiß heute auch, welches die Hauptfeinde für diese Neurogenese sind. Es sind Stressfaktoren, also fehlende Rückbesinnung in innerer Stille. Auch der (passive) Konsum von Fernsehen führt zu einer Ablähmung der Bewusstseinsaktivität.

Zurück zu den Beobachtungen bei den Menschen, die regelmäßig meditieren. Die Kraft der inneren Stille reicht sicher viel weiter, als Gehirnstromableitungen und Magnetresonanzuntersuchungen feststellen können. Der Zenmeister Williges Jäger fragt in diesem Zusammenhang: „Wie kommen wir aus dieser fatalen quasi-symbiotischen Identität unserer selbstgeschaffenen Ego-Struktur heraus? Ich glaube, dass die Zukunft des Menschen in einer Öffnung des personalen Bewusstseins liegt und dass das Loslassen in die eigene Mitte uns dazu verhilft, mehr zu begreifen von der Wirklichkeit des Seins.”

Wir sehen, wie hier die ängstlich festgehaltenen Grenzen zwischen Naturwissenschaft und Spiritualität zunehmend aufweichen und in einen fruchtbaren Austausch münden.

So erkennen wir die ungeheure Chance für ein spirituelles Erwachen und eine neue Bewusstwerdung, die sich uns durch Eingehen in die innere Stille erschließt, einer Stille, die im Herzen beginnt und die zugleich das Verlieren des Ego-Selbstes in die unmittelbare Gegenwart des Seins eröffnet. Wenn wir diese Tür zu einer transzendierenden neuen Bewusstwerdung zu öffnen wissen, dann machen wir das Gefängnis von Zeit und Raum und ihrer trennenden Polarität auf und entziehen uns zugleich allen energetischen Feldbedingungen, die uns in unseren alten Glaubenssätzen festhalten und durch die wir manipulierbar und unfrei sind.

Im geistigen Erbe der hermetischen Gnosis und der Rosenkreuzerbruderschaft wurde dieses Wissen durch alle Zeiten getragen. In der heutigen Zeitenwende, in der das spirituelle Erwachen sich in zahllosen Menschen anbahnt, ist die Geburtsstunde des kommenden neuen Menschen angebrochen, der eine neue Stufe in der geistigen Evolution verwirklichen und die wunderbaren schöpferischen Kräfte, die in seinem Gehirn noch schlummern, zur vollen Entfaltung bringen wird.

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