Bild: Wir sind das Feuer
12. April 2022 von Frank Saß

Wir sind das Feuer

Sobald die Verzweiflung groß genug geworden ist, findet eine Wende statt, und wir beginnen zum Einen zurückzukehren. Und in diesem Moment beginnt sich unsere Identität zu verwandeln. Denn bis zu diesem Zeitpunkt haben wir die individuellen Unterschiede angebetet. …. Aber dann allmählich, während wir uns umschauen und den Sinn für eine andere Realität entwickeln – ein Gewahrsein ihrer Präsenz erlangen – beginnt ein Ort in uns, uns so unvermeidlich und unwiderruflich anzuziehen wie die Flamme eine Motte anzieht. Für eine lange Zeitspanne, vielleicht für viele Leben, werden wir ständig heranschweben und uns unsere Flügel versengen. Ob unsere Flügel versengt werden und wir zerstört werden oder ob das Feuer uns läutert, das hängt von der Vorstellung unserer eigenen Identität ab. Das Feuer kann nur unsere Ansammlung von Anhaftungen verbrennen. Das Feuer verbrennt nicht uns selbst, denn in Wahrheit sind wir das Feuer.
Aus dem Buch: Schrot für die Mühle von Ram Dass
(Alles im Universum stellt einen groben Schrot dar, den wir zum feine Mehl des Erwachens mahlen können).

Foto: Webandi auf Pixabay

 

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