Kunst

Wir können dem Quell entgegen gehen …

Muss ich wissen, wer den Stein ins Wasser geworfen hat, um die Ringe, die durch den Stein gebildet werden, wahrzunehmen? Traue ich meiner Wahrnehmung, auch wenn ich den Urheber, den Stein oder gar denjenigen, der ihn geworfen hat, weder kenne noch ihn gar sehe?

Mit dieser Frage – bezogen auf die unsichtbaren, aber doch wirksamen Dinge – habe ich mich in letzter Zeit beschäftigt und wie es oft so ist, finde ich dann Zitate von Menschen, die ähnliche Gedanken haben.

Zwei Künstler und ein Wissenschaftler fanden Worte, die ausdrücken, was auch mich bewegt:
Paul Klee (1879 – 1940) schrieb: „Die Kraft des Schöpferischen kann nicht genannt werden. Sie bleibt letzten Endes geheimnisvoll.

Doch es ist kein Geheimnis, was uns nicht grundlegend erschütterte.
Wir sind selbst geladen von dieser Kraft bis in unsere feinsten Teile.
Wir können ihr Wesen nicht aussprechen, aber wir können dem Quell entgegengehen, so weit es eben geht.”

Albert Einstein (1879 – 1955) sagte: „Zu spüren, dass es hinter allem, was wir erleben können, etwas gibt, das unser Geist nicht erfassen kann, dessen Schönheit und Erhabenheit uns nur indirekt berührt – das ist Religiosität.”

Und Dieter Franck (1909-1980), ebenfalls ein Maler, der sich Zeit seines
Lebens viel mit spirituellen Dingen beschäftigt hat und dafür vielfältigen künstlerischen Ausdruck gefunden hat, schrieb: ” Die Malerei wird immer vom Grunde des Unbekannten das heraufholen, was dem Menschen fremd genug ist, um nichts davon zu wissen und nahe genug, um es wieder zu erkennen.”

Es scheint zunächst nicht viel zu ein: ein vages Spüren, ein Erschüttertsein oder ein Wiedererkennen von etwas, von dem man nichts „weiß”.

Und dennoch, so habe ich erlebt, ist es ein mächtiger Impuls für einen Schritt auf dem Weg zurück zur Quelle …

Kommentare

Ihr Kommentar