Bild: Wie wird man sich seines Geistfunkens bewußt?
2. März 2021 von Frank Saß

Wie wird man sich seines Geistfunkens bewußt?

In dem Buch „Das Gebet“ von Bô Yin Râ fand ich folgenden Text:

Es ist kaum möglich, in Worten menschlicher Sprache die einzigartige Verbundenheit von „Geistfunken“ und „Seele“ im Erdenmenschen darzustellen, oder auch nur mit Hilfe von Bild und Gleichnis erklären zu wollen.

Obwohl unsere „Seele“ für uns das einzig Wirkliche ist, das heißt: das Einzige, was für uns als ein Wirkendes wahrnehmbar wird im Innern, ist sie an sich doch nichts anderes als eine organische und nach bestimmten rhythmischen, harmonischen Gesetzen gebildete Gestaltung aus dem ewigen Ozean der Seelenkräfte, die gleichsam an dem in diesen Ozean versenkten „Geistesfunken“ ihren Kristallisationsmittelpunkt hat. –

Wahrnehmung des eigenen „Geistesfunken“ in uns ist uns nur möglich, soweit wir „Seele“ sind, und nur durch die bis ins Reingeistige eindringenden besonderen Kräfte der „Seele“, die gleichsam als ihre „Fühler“ betrachtet werden können..

Alles Geistige, was unser Erdenbewußtsein erreichen will, muß seinen Weg nehmen über den ewigen „Geistesfunken“ in uns, wo es durch die „Fühler“ der „Seele“ empfangen und aus der „Seele“ wieder durch bestimmte „seelische Organe“ unserer Gehirnmembran übemittelt wird.—

Da nun aber auch, umgekehrt, alle lauten Wahrnehmungen des äußeren Erdenlebens durch das Gehirnbewußtsein die „Seele“ zum Mitschwingen bringen, so wird der unsagbar subtile Organismus der „Seele“ fort und fort erschüttert, was nicht nur seine Aufnahmefähigkeit für Geistiges bald mehr, bald weniger herabsetzt, sondern zuweilen, und selbst für längere Zeit, geradezu eine Lähmung der „Seele“ bewirken kann.—

Wer das in sich vielleicht schon erfahren hat, – und es wird wenige geben, die es nicht erfahren hätten, – dem brauche ich kaum zu sagen, wie dann diese Lähmung der „Seele“ wieder auf das Gehirnbewußtsein zurückwirkt…

So besteht immerwährende Wechselwirkung im Innern des Menschen und eine Hygiene der „Seele“ ist wahrlich nicht minder wichtig als hygienischen Verhalten in Bezug auf den sichtbaren Erdenkörper und seine Organe.—

Wir brauchen eine ständige „geistige Erneuerung“, im Sinne einer Erneuerung seelicher Spannkraft, damit die „Seele“ Geistiges aufzunehmen und weiterzuleiten fähig bleibe —

Aus: Bô Yin Râ, Das Gebet, 1. Auflage 1926

Foto: Gerd Altmann auf Pixabay

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