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14. April 2010 von Christa Zuch

Weihnachten ist jetzt

Voll der Freude in meinem Herzen schmückte ich zu Weihnachten das Zimmer. Sollte es doch festlich sein für den so besonderen Tag. Es duftete nach dem Tannenbaum, der mit Kerzen und Kugeln geschmückt war. Ich hatte zwei Bilder, die nur für Weihnachten bestimmt waren, ein Marienbild und einen Verkündigungsengel, und auch die Krippe war aufgebaut.

Alles war bereit für Heilig Abend und es wurde in meinem Herzen wärmer und lichter. So würde es auch bleiben – eine Berührung, die nie vergeht. Doch als dann die letzte Kerze erlosch, blieb eine seltsame Leere in mir zurück. Ich war enttäuscht. Nun dauerte es wieder ein ganzes Jahr, bis Weihnachten, die festliche Zeit, aufs Neue beginnen würde.

Weihnachten. Was heißt „Weihnachten“? Es ist die geweihte Nacht. Geweiht für den, von dem im Johannesevangelium gesagt wird: „Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. …. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht begriffen.“

„Die Finsternis hat’s nicht begriffen“ – Ich hatte es doch begriffen! Wie kam es dann, dass ich in der Finsternis war? Oder hatte ich irgendetwas doch nicht begriffen? Es wurde still in mir, so als sollte ich die Antwort auf meine Frage von Innen hören. Und sie kam. Ich meine, sie kam nicht allein aus dem Herzen, sondern aus der ganzen Seele. Ich wurde ganz froh und voller Dankbarkeit. Ich verstand: Weihnachten ist nicht an einen bestimmten Tag gebunden, nicht an ein von anderen festgesetztes Datum. Weihnachten, die Geburt Jesu, des Christus, kann jeden Tag in uns stattfinden, sobald wir offen dafür sind. Dann gibt es keine Ent-Täuschung mehr, wenn nach Weihnachten die letzte Kerze erloschen ist.

Foto: Christel Achenbach

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