Alchemie

Warum der Storch die Babies bringt

Was für ein Unsinn in unserer aufgeklärten Zeit! Wir wissen doch alle, wie das mit dem Babykriegen geht und wie wichtig es ist, unsere Kinder früh genug aufzuklären und ehrlich zu
sein… Wie kommt es nur zu diesem Gedanken? Steht hinter der Geschichte mehr als nur die Angst der Eltern, ihre Kinder aufklären zu müssen?

In einigen Gebieten Deutschlands werden auf hohen Türmen und Kaminen Wagenräder befestigt, um die Störche aufzufordern, ein Nest darauf zu bauen. Denn wenn auf dem Dach ein Storch nistet, bringt es dem Haus Wohlstand, Reichtum und Frieden. Er soll sogar das Haus vor Feuer und Blitz bewahren. Kommt es dort oft zu Zank und Streit, fliegt der Storch davon und mit ihm die guten Gaben.

Er wird oft im Sumpf stehend mit einem Bein im Wasser dargestellt. Dort hält er Ausschau nach Fröschen, die er blitzschnell mit dem Schnabel fängt und verschlingt. Auf noch älteren Bildern hält der Storch mit seinen Krallen eine Schlange auf den Boden gedrückt, die erfolglos versucht, sich aus dem Griff herauszuwinden.

Im urchristlichen Glauben, im europäischen Raum, wurde Christus auch als Storch symbolisiert. Wenn wir den tieferen Sinn der geschilderten Bilder ergründen, erkennen wir, wie treffend dieser Vergleich ist.

Der Storch steht mit einem Bein im „Wasser” unseres Unterbewusstseins. Durch unsere Triebe, Wünsche, und Begierden ist das Wasser sumpfig und trübe geworden. Undurchsichtig für uns. Wir können nichts mehr klar sehen, nichts richtig erkennen. Wir werden von unseren Trieben hin und her geschleudert, Gefühle steigen in uns auf und kochen hoch. Wir sagen Dinge, die wir später bereuen. Wir tun etwas, was wir, wenn wir wieder klar denken können, niemals getan hätten. Einiges „Getier” siedelt sich in diesem Morast an, von dem wir selbst nichts wissen. Sie quaken, kriechen, lauern und rauben uns den Frieden.

Aber da ist einer, der uns helfen kann, wenn wir nur bereit wären, dies zu zulassen. Er steht völlig gelassen mit nur einem Bein in diesem Morast. Mit klarem Auge durchschaut er das schlammige Wasser. Und wenn er einen der Plagegeister entdeckt, befreit er uns mit einem gezielten Schlag seines Schnabels davon. So kann der aufgewühlte Schlamm zur Ruhe kommen und die Wasser werden wieder klar.

Und was besagen die Motive, in denen der Storch die Schlange nach unten drückt? Die unheilige Schlange der Mysterien hat ihren Sitz im „Begierdenkörper”, im Becken. Von dort steigt sie nach oben und beeinflusst unser Denken und Fühlen.

Wenn wir jedoch zulassen, dass der Storch in uns wirkt, wird er die Schlange am Boden halten, um sie zu einem bestimmten Zeitpunkt zu verschlingen. Hierdurch werden wir gereinigt und die göttliche Kraft kann ungehindert in uns einströmen. Sie kann im Blut und im Nervensystem zirkulieren und den Körper mit ganz neuem Leben erfüllen. Dann wird der Spruch aus der Bibel wahr: „Der Tod (die Schlange) ist verschlungen durch den Sieg.”

Auf diese Weise beginnt in uns ein neues Leben, wird in uns „ein Kind” geboren. Der Storch hat uns wirklich und tatsächlich ein Baby gebracht.

Fotos: Ch. + H.  Achenbach
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