Poesie Lyrik

Vom Pendel zur Säule

Vor Urzeiten bin ich
aus der Einheit gefallen,
aus DIR,
fand Gefallen an mir selbst,
an den Bewegtheiten in mir
und an all dem Äußeren,

sah Schönes
und Hässliches,
sah Grausamkeiten,
bereitete Freude,
empfing Freude,
bereitete Schmerz und
erntete Schmerz,
war Mörder und
wurde getötet,
war Gärtner und
erlitt die Zerstörung meines Gartens,
säte Weizen
und ein anderer säte Dornen auf mein Feld,
schenkte Leben, liebte das Leben,
wurde betrogen
und betrog.
Liebe und Hass,
Freude und Qualen,
seit Tausenden von Jahren habe ich sie erfahren.
Mein Pendel schlug nach allen Seiten.
Nun kommt es zur Ruhe,
zur Stille, zu DIR,
steht endlich still.

Es ist nun kein Pendel mehr,
es ist verbindender Strahl,
ist Säule, in der die Einheit
mit DIR möglich wird.
Die Bewegtheiten ziehen vorbei.
Ich verbinde mich nicht mehr mit ihnen.
In der Stille lausche ich Deinem Plan,
vernehme den Auftrag,
das Wort vom Anbeginn.
Stille vereint mich mit ursprünglichem Wissen.
Mitarbeiter soll ich sein – an Deiner Schöpfung.

Gemäldeausschnitt: Michelangelo
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