Philosophie

Vom Beten und vom Fleischhaus

Der Gott anbetende Mensch will meist nicht fleischlich gesinnt sein. Oft verzehrt er gar kein Fleisch mehr, oft nur solches, das durch bestimmte Schlachttechniken hindurch gegangen ist. Was hat Fleisch aber mit Beten zu tun?

Sprachwissenschaftler, Genetiker und andere erklären uns, wie viel Trennendes es zwischen den Menschen gibt. Auch die „babylonische Sprachverwirrung” zeigt das.

Doch es gibt Bereiche der Sprache – offenbar bei allen Völkern -, die das Einende aufzeigen. Es sind Begriffe, die in die Einheit münden. Sie gehen von einem Grundton aus. Und das ist auch beim Wort „Beten” der Fall. Ist es der Grundton des geheiligten Menschen?

Beten enthält als Wortstamm das „Bet”,
das Bet wie in Bet – lehem.
Es bedeutet im Hebräischen „Haus”.

Das Bet ist der zweite Buchstabe des Alpha-Bets.

Es ist der Buchstabe, der auch die Grundlage der A-Braham-Religionen ist.
A-Braham bedeutet nicht nur „Vater vieler Völker”, sondern eigentlich „Haus des Einen”, des A.. Denselben Klang finden wir im indischen Brahmanen, dem Priester Brahmas. Er bildet für den Atman das menschliche Haus.

Beit -lehem bedeutet hebräisch „Brot-haus”. aber in der fast gleich klingenden arabischen Bezeichnung bedeutet es „Fleisch-haus” (Bayt-laham)!

Hierin liegt ein möglicher Hinweis, worum es bei der Einladung des Geistes, beim biblischen Bethlehem gehen könnte.

Zu Bethlehem gehören die Stadtteile Beit Jala („Grasteppich”) und Beit Sahour („Schaf-feld”).

Diese Worte können uns etwas enthüllen:

Wir werden potenziell als A-Dam geboren, hervorgebracht durch Abba/Ata/Atman, das allumfassende Allgegenwärtigkeits-Bewusstsein (hebräisch/türkisch/indisch). Es verbindet sich mit unserem biologischen Blut („Dam”).

Das Bet soll zum Haus für das Allgegenwärtige/Ewige werden, doch wir müssen dies durch unser Fleisch, unser Blut hindurch erreichen. Unser Blut ist wild und voller Kampf, es ist den Zyklen der Sonnenbewegung unterworfen.

Das ist das Erleben der Thora, der fünf Bücher Mose.

Thor, der hierzu gar nicht passende germanische Gott, schwingt wie Zeus und Agni den feurigen Hammer des Eigenwillens.
Ra, der ägyptische Sonnengott, verleiht dem Thor die Kraft.

Thor und Ra bilden die Thora!

Das Feuer des Eigenwillens wirkt vor allem im 6. Chakra (von unten her gesehen) und das Sonnenfeuer schenkt uns seine Kraft über das 2. und 3. Chakra. Unser Erleben im biologischen Körper mit seinem Blut ist das Schlachtfeld.

Wir kennen den Toren meist als Dummkopf, aber der Thor ist alles andere als dumm! Er ist mächtig und dominant. Sein Eigenwille will über die Welt der Sechsheit herrschen, er ist ein „Hexer”/eine „Hexerin”. Eigenwillig machtvoll oder ohnmächtig, ist er an die Welt des Blutes gekettet.

Wann werden der Eigenwille und die ungezügelte Sonnenkraft dem potenziell allumfassenden, innewohnenden geistigen Sein übergeben?

Es geschieht, wenn die Zeit der Reife gekommen ist. Dann wird in Bayt-laham, dem Fleischhaus, der Sohn des Geistes geboren. Er wird aus dem himmlischen Brot des Herzens (Bet-lehem) gespeist und wird einst „das übergeordnete Haus”, den Obersaal, bewohnen. Dieser geistige Sohn überflügelt die Magie Thors durch seine allumfassende Liebe.

Der Koran symbolisiert das durch die drei, fünf und sieben Schläfer, die erwachen und über denen die Moschee (das Haus) errichtet wird (18. Sure). Die Menora, der siebenarmige Leuchter steht dann vor dem ewigen Sein und der vom Geist Gesalbte ist auferstanden. Die Kama-Sutra (der Gesang der Begierde) ist zu Ende und vom Menschen geht die Buddhi-Sutra (der Gesang der heiligen Vernunft) aus.

Das ist Beten: Der siebenfache Mensch ist geheiligt und bewohnt „das Haus”.

Die Hauptgebete der Religionen sind Einheitsgebete: das Vaterunser, das Schmeil Israels , die 112. Sure.

Der Mensch wird ein Eingeweihter, ein dem Alleinigen Gott Geweihter. Er steht im Frieden, der allen Verstand übersteigt.

Salam, Shalom, das himmlische Jeru-Salem ist da!

Gott ist Einheit. Er vermählt den biologischen Menschen durch Heiligung mit seinem Haus, dem Bet, dem Mikrokosmos, der um ihn ist. Durch Bethlehem hat er Anteil an den „Stadtteilen Beit Jala (Grasteppich), dem Land der ewig grünenden Entwicklung und dem Stadtteil Beit Sahour (Schaf-feld), wo die Friedvollen leben. Es sind „Stadtteile” die es überall auf der Welt gibt, wo Menschen sind, die zu beten wissen.

Gemälde: Breugel Turm Babylon
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