Poesie Lyrik

Und wenn es keinen Weg zu überwinden gäbe?

Sagt nicht der Weise Kabir:
Lächeln muss ich fürwahr,
wenn ich höre,
ein Fisch sei im Wasser
verdurstet.

Wie sollte es mir je
gelingen,
den Weg zum Ziel
zu messen?

Müsste ich dazu nicht wenigstens
ein Mal das Ziel erreicht haben?
Denn was hilft es mir,
wenn ein anderer sagt:
der Weg ist kurz,
der Weg ist lang?

Weiß er denn,
wie schnell ich gehe,
wie oft ich falle,
wie oft ich mich verirre?

Aber
wenn es gar keinen Weg
zu überwinden gäbe?

Sagt doch der Weise Kabir:
Lächeln müsst ich fürwahr,
wenn ich hörte,
ein Fisch sei im Wasser
verdurstet.

Und sagt er nicht auch:
Ist Er aber nahe
Bedarfst du nicht mehr der Wege?

Ist das nicht der Weg?
Von Gunter Friedrich

… das, was du geschrieben hast,
erwachen zu lassen
im Bewusstsein und
Ihm, dem Einen, zu begegnen –
in dir, in mir, in allem
und mit Ihm zu gehen –
ins Innerste
von dir, von mir, von allem?

Foto: Hermann Achenbach (Olymp Griechenland)
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