Bild: Tötet die Liebe nicht
30. März 2021 von Aurora Jahn

Tötet die Liebe nicht

Es ist wohl ca. dreißig Jahre her, als eine an Lebensjahren reiche Freundin, das zu mir sagt.
Erst einmal wunderte ich mich, dass sie mir das in ihrem hohen Alter sagt, wo ich doch meinte, damit hätte sie in ihrem Alter wohl nichts mehr zu tun? Allerdings nahm ich die Worte auch gleich als eine Botschaft und zugleich als einen Auftrag wahr.
Aber letztlich steht jeder Mensch einmal vor dieser Frage, wie er auch immer dazu steht.
Inzwischen frage auch ich mich, wie steht es eigentlich um die Nachhaltigkeit der irdischen Liebe in all ihren Facetten?
Nachhaltigkeit, ein Wort, das sich in unserer Zeit zu vielen Gelegenheiten durchzusetzen scheint. Aber gilt das auch hier?
Schon Julia sagte ihrem Romeo, er möge seinen Liebesschwur nicht bei dem wandelbaren Mond tun. Mit diesem Ausspruch bringt auch Shakespeare die Grenzen der dialektischen Liebe zum Ausdruck.
Aber vor einer Bankrotterklärung scheue ich zunächst doch sehr zurück.
Welche Möglichkeiten bleiben, das Schlagen des Herzens lebendig zu halten?
Ist es, das Leben in allen in allen Erscheinungen zu ehren? So wie es die großen Maler taten, indem sie ihre Kompositionen in Farbe schufen? So brachten sie die ganze Natur zum Sprechen:
die Pflanzen, die Tiere, die Menschen sowie große Landschaften und das unendliche Meer.
Mit dem Meer stoßen wir gleichzeitig auf die Erscheinung der Unendlichkeit, die immer wieder das Innerste des Menschen, das Herz ruft. In ihm schlummert der Geistfunken, die Rose des Herzens, die in uns Sprechen möchte. Sie ist die große Überbrückerin, dievom Irdischen zum Unirdischen führt. Und hier liegt die große Chance, die Lebendigkeit, das Leben in allen Facetten zu leben, als ein Menschenbruder und eine Menschschwester. Jene, die das Leben ehren und immer da sind, auch wenn wir sie nicht sehen oder nicht mehr sehen.

Foto: Varun Kulkarni auf Pixabay

 

Schreibe einen Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Alle Felder sind erforderlich.