Kunst

Tiefere Bewusstseinsbildung durch das moderne Theater ?

Friedrich Dürrenmatts Stück „Herkules und der Stall des Augias”

Einleitung

In der griechischen Mythologie wird von den zwölf Arbeiten des Herkules berichtet, die er im Auftrag seines Vetters Eurystheus zu vollbringen hatte. Diesen Stoff hat Dürrenmatt auf eine geniale Weise neu gestaltet.

Der berühmte Literatur- und Theaterkritiker Marcel Reich-Ranicki hat Dürrenmatt einmal wegen seines satirischen Verhaltens einen Menschen genannt, der sich bequem zwischen alle Stühle setzt. Nie hat er vordergründig irgendwelchen Konventionen gedient. Das heißt, er schielte nie nach fragwürdigem und bequemem Beifall. Ablehnung nahm er hin. Ihm ging es offensichtlich im tieferen Sinne immer darum, die Menschen unmittelbar aufzurütteln. Er wurde sogar als atheistisch bezeichnet, was sicher nicht stimmt. Selbst wenn er einmal von sich sagte, dass er seine Stücke immer an der denkbar schlechtesten Stelle der Gesamtentwicklung aufhören lässt, wo zunächst vordergründig keine Lösung zu sehen ist. Das Wort vom Atheismus ist aber nicht berechtigt. Denn Dürrenmatt zielt mit seiner Arbeit ganz bewusst auch in die geistige Tiefe des Menschen. Damit fordert er uns dazu auf, selbst eine höhere Lösung zu finden. Alles wird bei ihm mit einer Art GAU beendet. Warum wohl? Dürrenmatt führt uns mit seinen Betrachtungen an eine Grenze, die wir allein nicht so ohne weiteres erreichen. An der Grenze sollen wir weiter suchen, um zu einem Durchbruch zu gelangen. Das kann ein Vorstadium werden, um zu einem wirklichen spirituellen Erleben zu gelangen. Man kann es so empfinden: Dürrenmatt verfremdet den antiken Stoff, indem er die heutigen aktuellen Probleme unserer Zeit mit einer antiken Rahmenhandlung umkleidet. Er schildert ungemein markant diverse Probleme unserer Zeit. Er stößt damit auch an die psychische Grenze des Menschseins, insbesondere auf dem Gebiet des Verhaltens. Das soll nachdenklich stimmen. Der Betrachter wird dazu aufgefordert, die zwei Seiten des Menschseins zu entdecken und zu hinterfragen. Da ist die Seite des äußeren Menschen mit seinen Verhaltensmustern und da ist die zunächst verborgene Seite des höheren Menschseins, die bei der Begegnung mit dem Stoff Dürrenmatts auch entdeckt werden kann. Dazu ist inneres Bemühen nötig, also ein Ringen um die Fragen des Daseins, die in uns aufsteigen können.

Die fünfte Arbeit des Herkules bestand in der Reinigung des Stalls des Königs Augias.

Bei Dürrenmatt besitzt Herkules eine Art modernen Manager, der sich um seinen Hof und den Haushalt mit kümmert. Das ist Polybios.

Wie sieht bei Dürrenmatt der Augiasstall aus und wie erleben wir den Herkules? Welche Rolle spielt Herkules? Herkules ist tief verschuldet und die Gläubiger rennen ihm wegen seiner Schulden die Tür ein. Bisher hat er sich in Griechenland die Aufgabe gestellt, das Land für den Geist zu säubern. Nun kommt aus Elis, dem Land des Augias, eine denkwürdige Kunde. Herkules soll dem König Augias aus einer verzweifelten Lage helfen.

Selbsterkenntnis ist schwer – eigentlich das Schwerste.

Wir werden in die Landschaft von Elis geführt, wo Augias regiert. König Augias stellt zur Situation in seinem Lande fest: „Es stinkt in unserem Land, dass es nicht auszuhalten ist. Wir sind total vermistet.” Das stellt auch die Volksversammlung von Elis fest. „Das ganze Land ist völlig verdreckt”. „Aber” , so gibt ein Volksvertreter zu bedenken, „dafür sind wir das älteste Land Europas”, also ein „beruhigendes” Gegenargument. Ein anderer Bewohner entgegnet: „Es soll aber Länder geben, wo der Mist nicht so hoch ist.” Eine Gegenstimme erinnert demgegenüber an die treue Erfüllung der Pflichten in Elis: „In die Tempel gehen doch noch immer die meisten von uns!” So schlecht sieht es doch gar nicht aus.

Das Empfinden für wirkliche Reinigung tut not.

Ein nachdenklicherer Betrachter antwortet darauf: „Gegen den Mist helfen auch die Tempel nicht mehr, nur noch das Ausmisten kann helfen.” Alle nicken dazu und sagen übereinstimmend: „Wir sind uns einig – es muss ausgemistet werden!”. Da kommt bereits der erste Zweifel auf: „Sollen wir nur ein wenig oder ganz und gar ausmisten?” Noch ist die Runde einhellig der Meinung: „Radikal ausmisten, radikal ausmisten! Einfach ran an der Mist.” Augias findet: „Ein wahrlich großes Wort! Aber wenn wir selbst ausmisten, dann haben wir alle Hände voll zu tun und können uns um nichts mehr kümmern. Ich schlage vor, daß wir den griechischen Helden Herkules holen, den berühmten Griechenlandreiniger!” Elis nimmt Verbindung mit dem Haushalter von Herkules auf, also mit Polybios aus Samos. Dieser wird von Herkules wegen der Unzumutbarkeit des stinkenden Auftrages zunächst grob abgewiesen. Polybios wendet sich daraufhin an die Gemahlin von Herkules mit Namen Deianeira und erläutert ihr die Chance, weil mit Hilfe der Reinigung ein Honorar anfällt, was wiederum zur Schuldentilgung des Herkuleshaushaltes beitragen kann. Augias ist zwar ein Bauernkönig, der nur bis drei zählen kann, aber es ist doch ein sehr hohes Honorar zu erwarten, wenn der König viele Dreier der Reihe nach schreibt. Herkules wankt: „Ja, wir haben Schulden, aber jetzt soll ich misten? Denkt Euch mal, was ihr von mir verlangt. Ich soll das Land bei einem Mann ausmisten, der kaum bis drei zählen kann! Nein das geht nicht!”

Die Stimmung vor Ort in Elis ist sehr euphorisch. Alle rechnen mit dem Kommen von Herkules. Es gibt volkstümliche Lieder. Man besingt im Volk, wie der Mist himmelhoch aufgetürmt ist und sogar die Tempel mit Mist angefüllt sind. Doch jetzt ist unmittelbar Rettung in Sicht. Herkules lässt sich aufgrund der eigenen Schuldensituation und des Elends von Elis umstimmen. Er reist nach Elis. Ein Kinderchor steht zur Begrüßung bereit. Die Kinder singen: „Der Mist stinkt an allen Ecken und Enden. Doch ist uns nun der Retter nah.” Ein hoher Abgeordneter empfängt ihn mit der goldenen Mistgabel in der Hand. Überall leuchten in der Stadt die Mistfeuer zur Begrüßung. Alle singen „Der Mist muß fort!” Alle begrüßen also Herkules, es fehlt nur noch Augias. Da kommt die typische Frage von Dürrenmatt: „Hat Augias schon den silbernen Melkstuhl verlassen?” Das sind die so gut bekannten Fleischtöpfe Ägyptens, die Vettern- und Günstlingswirtschaft. Mit einem Wort, die ausbeutenden Pfründe, die bisher das Leben des Augias bestimmt haben.

Herkules sichtet das Übel.

Herkules wird der Reihe nach von den verschiedenen Interessenvertretern, Verbänden und Honoratioren von Elis begrüßt. Es ist ein Aufmarsch der Lobby des ganzen Landes. Herkules beeindruckt bei dieser Gelegenheit das Gekrächze vieler fetter schwarzer Krähen, die vom fortwährenden Fressen fetter Mistfliegen dick geworden sind und kaum mehr fliegen können. Auch wirken für ihn die Mistgebirge von Elis bei der Abenddämmerung von der Ferne aus sogar fast romantisch. Phyleus, der Sohn des Augias, übernimmt die Aufgabe, mit Herkules eine Erkundungsreise durch die Mistgebiete von Elis zu unternehmen. Herkules überquert mit ihm in Miststiefeln ungeahnte Abgründe von Mist, die noch niemand bemerkt hat.

Die Reinigungsidee des Herkules.

Da hat Herkules eine prachtvolle Idee. Er will zwei mächtige Wasserströme durch das Gebiet lenken. Die Volksversammlung von Elis bewundert den außergewöhnlichen Plan, wendet aber sogleich ein, dass hier zunächst die Genehmigung des öffentlichen Wasseramtes eingeholt werden muss.

Nur durch wirklichen Fleiß läßt sich ein bedeutendes Bauwerk errichten.

Auch die Gattin des Herkules, Deianeira, nimmt lebhaft an den Problemen von Elis teil. Sie erläutert zwischendurch Phyleus, dem Sohn des Augias, dass sie aus dem prächtigen Theben stammt mit seinen sieben Toren. Sie verweist darauf, welch ungeheurer Fleiß zum Bau einer solch prächtigen Stadt nötig ist. Theben ist der blinden und grausamen Erde sehr mühevoll durch bewusste Arbeit und Fleiß abgerungen worden. Phyleus ist beeindruckt.

Bewusstseinszustand ist Lebenszustand.

Elis hingegen ist durch und durch bäuerlich und zu so einer Leistung unfähig. Das ist die Meinung von Phyleus beim Zuhören. Er sagt: „Wir beherrschen unser Land schon lange nicht mehr! Wenn Herkules tatsächlich unser Land säubert, dann wird er wieder weggehen und über kurz oder lang ist wieder alles voll Mist.”

Mitarbeit zum Schein ist Verrat an der Sache.

Der Haushalter Polybios vermutet hinter dem biederen Säuberungsanliegen des Augias nicht zu Unrecht eine versteckte List. Denn Augias spielt in listiger Weise den Interessenvertretern in seinem Land die „Entscheidung” zu. In Wirklichkeit will er einen unlösbaren Gordischen Knoten schaffen. Denn Augias erweckt äußerlich den Anschein der Überparteilichkeit und lenkt sein Spiel nur umso zielsicherer: „Penteus von Säueboden hat das Wort”, sagt Augias zu einem der Entscheidungsträger im Rat.

Ein menschliches Grundübel – nur nicht mit der Gewohnheit brechen.

Penteus sagt: „Ausmisten Ja! Aber es ist auch meine Pflicht, auf die Gefahren beim Ausmisten aufmerksam zu machen. Denn unter unserem Mist liegen versteckt all unsere Schätze und Kostbarkeiten. Die werden leicht beim Ausmisten beschädigt oder gar weggespült. Denn unser Mist ruht auf unseren Kulturgütern. Unsere ganze Kunst ist im Mist verborgen!”

Selbstdemaskierung tut weh.

Danach bekommt „Pathmos von Käsingen” das Wort: „Ich glaube, daß wir gar keine Schätze und heiligen Güter haben. Das alles ist nur Aberglaube oder fiktive Meinung. Wenn wir nun ausmisten lassen, dann kommt es zu einer bösen Überraschung, weil all unsere Illusionen platzen. Das wäre ein großes Unglück. Misten wir lieber nicht, dann bleibt unser Glaube an die heiligen Güter erhalten.” Diese Art der Demaskierung erträgt niemand nach Meinung von Dürrenmatt. Es kommen noch andere Stimmen zu Wort. In dem Durcheinander der Meinungen wird alles auf die lange Bank geschoben. Es wird zuständigkeitshalber eine Kommission nach der anderen gebildet. Der Refrain der Versammlung lautet: „Setzen wir eine Kommission ein, setzen wir Millionen ein! Doch verzage nie. In Elis ist es nie zu spät, sondern stets zu früh!” Alles ist und bleibt ohne greifbares Ergebnis, das meint Dürrenmatt. Er schildert den einzigartigen Mechanismus der Auslenkung und Ablenkung. Niemand merkt etwas davon im tieferen Sinn. Der Weg zur wirklichen Bereinigung ist unendlich weit.

Die tragischen Kompensationsgeschäfte im Leben des Menschen.

Herkules ist erschüttert über den hemmungslosen Ausbruch der Kommissionen, eine einzigartige Katastrophe. Ein Ende der Kommissionen ist nicht abzusehen. Das schlägt auch auf Herkules und seinen verschuldeten Hausstand zurück. Denn er kann seinen Gläubigern ohne Honorar nichts zurückzahlen von seinen Schulden. Herkules muss sich in noch tiefere Gefilde begeben.

Der Zirkus des Tantalus oder wie die edelsten Kräfte im Leben missbraucht werden.

Denn jetzt taucht der Zirkusdirektor Tantalus auf. Er hat auch Überlebensprobleme mit seinem Zirkus. Er schildert Herkules, dass zwischenzeitlich sogar das Haus von Herkules in Abwesenheit versteigert wurde. Er schlägt Herkules ein Bündnis vor, das den modernen Methoden der Zeit Rechnung trägt. Herkules soll 500 Drachmen Honorar pro Abend bekommen, wenn er vor dem Publikum im Zirkus eine Verbeugung als berühmter Heros macht. Herkules resümiert: „Wir brauchen Geld, also soll ich mich demütig verbeugen vor der Masse, soll mich verbiegen lassen, ich der Nationalheld Griechenlands”. In seiner Ausweglosigkeit verbeugt er sich schließlich doch vor dem Massenpublikum. Aber er wird fast ums gesamte Honorar gebracht, weil der Zirkusdirektor behauptet, dass das Theater fast nur über Freikarten gefüllt war. Herkules ist verzweifelt, zumal sich auch seine Lage nicht verbessert hat. Schließlich verdingt er sich im Zirkus gar als Ringkämpfer und Gewichtheber. Es geht also sichtbar immer mehr bergab. Dürrenmatt will zeigen, wie die besten und höchsten Kräfte aus Unbedachtsamkeit leicht vergeudet werden können. Denn die Kräfte des Herkules werden für alles Mögliche gebraucht, nur nicht für das einzig Wesentliche, das Ausmisten. Zwischenzeitlich melden sich andere griechische Regionen, die vom Reinigungswillen in Elis Wind bekommen haben. Der pangriechische Rat beruft eine Versammlung ein. Da ist Arkadien, das im Fremdenverkehr berühmt ist und nun durch Theben eine unliebsame Konkurrenz wittert. Da ist auch Sparta, das durch dieses Geschehen eine Unterminierung der eigenen Gesellschaft befürchtet, ein Übergreifen des Reinigungsgedankens, wenn die Reinigung in Elis gelingt.

Wer reinigen will, beunruhigt immer und ist unerwünscht.

Schließlich bekennt Herkules bitter enttäuscht: „Ich bin am Ende meiner Kräfte!” Seine unmittelbare Umgebung ist deprimiert. Da kommt ganz unerwartet ein neuer Auftrag. Der König von Stymphalien, der nur bis zwei zählen kann, braucht ebenfalls dringend Herkules, um seine Felder von den schrecklichen Vögeln zu befreien. Diese hinterlassen einen noch schlimmeren Kot als der Mist der Rinder in Elis. Herkules sagt: „Ich habe hier ausgespielt. Hier braucht mich niemand”. Er zieht bei Nacht und Nebel mit den Seinen fort, auch wenn Stymphalien noch elender ist als Elis. Am Morgen sucht Phyleus vergeblich nach Herkules und findet seinen Wohnplatz leer. Phyleus wollte die Kunde bringen, dass das Wasserwirtschaftsamt dem Einleiten der Flüsse wahrscheinlich doch zustimmen wird.

Die verpasste Gelegenheit.

Augias ist über das heimliche Wegziehen des Herkules sehr erleichtert. Augias tröstet nunmehr seinen Sohn Phyleus. Er sagt doppeldeutig: „Herkules ist zwar die einmalige Gelegenheit, die irgendwann kommt, aber auch wieder geht.” Er gibt weiterhin zu bedenken: „Eine wirkliche Demokratie in Elis kann sehr gefährlich werden. Deshalb muss man schon Angst vor der eigenen Courage haben, wenn man bestimmte Reinigungspläne fasst”.

Der Gewohnheitsmensch will nichts als Ruhe.

„Denn ein erfolgreicher Oberausmister bleibt allzu leicht auf Dauer im Land!” Das ist die verständliche Befürchtung von König Augias. Er will lieber König über den Mist bleiben. „Ich will dir als Ausgleich etwas hinter meinem Hause zeigen”, sagt er zu seinem Sohn. „Da ist mein schöner kleiner Garten mit Blumen und fruchtbarer Erde. Die Erde habe ich sogar aus dem Mist gewonnen. Ich für meine Person bin Politiker, mein Sohn, aber ich bin kein Held. Ich gebe dir einen guten Rat: Wage hier in Elis weiterhin, mitten im Mist zu leben, das ist die Heldentat, die ich auf deine Schultern legen will!”

Es bleibt alles beim Alten.

Damit endet das Stück nach der Methode von Dürrenmatt. Er spannt seine Leser und Zuschauer gleichsam auf die Folter. Der Betrachter steht vor einer Atmosphäre der Aussichtslosigkeit, weil das Weltgetriebe – wie es Dürrenmatt zu recht sieht – als unveränderlich dargestellt wird. Das gilt so lange, solange beim Menschen zu wenig Bewusstsein entwickelt ist.

Schlussbetrachtung.

Ganz gewiss will Dürrenmatt vordergründig das Bewusstsein der schlafenden Gesellschaft wecken. Denn er prangert zunächst die politisch-gesellschaftlichen Situationen an. Aber ist das wirklich alles? Sicher nicht. Wir können aus dem Stück ein noch tieferes Anliegen – für den einzelnen Menschen – herauslesen. Das ist Sache der Betrachtung:

  1. Wie schwer ist es doch, Selbsterkenntnis im tieferen Sinne zu gewinnen! Denn im „System Mensch” sind durch die karmische Vergangenheit viele Sperr- und Auslenkmechanismen eingebaut, die das Vordringen zu immer tieferer Einsicht verhindern wollen.
  2. Vor allem aber sind die meisten Menschen nicht bereit, dass sich im eigenen Inneren etwas fundamental ändert. Denn sie kennen den in ihnen vorhandenen spirituellen Anknüpfungspunkt nicht. Wer die Welt kennt, weiß: Königsein ist gefragt nach den Maßstäben des Ich. Das Augias-Ich will in einem Reich der Bequemlichkeit herrschen, wo alles beim Alten bleiben soll. Nichts darf bereinigt und angetastet werden, auch wenn sich der Mist nicht mehr verbergen lässt.
  3. Jeder Mensch verfügt aber im Inneren über latente, sehr edle Kräfte, die ihn befähigen können, einen ganz anderen Lebensgang einzuschlagen. Aber diese Herkuleskräfte werden unbedacht leicht vergeudet und fristen oft ein jämmerliches Dasein im Kreidekreis des Lebens, im Zirkus Tantalus.
  4. Der Mensch soll sich bewusst machen, wie leicht die höhere Lebenschance vertan ist. Wenn sie nicht genutzt werden, ziehen sich die Herkuleskräfte wiederum aus der Lebensbahn zurück. Diese edle Kraft muss dann wegen der hartnäckigen Zurückweisung gewiss noch schwierigeren Umständen in künftigen Lebensrunden entgegensehen, wie dies im Stück am Beispiel der Stymphalischen Vögel angedeutet wird. Im höchsten Sinne sind die heiligen Kräfte niemals dazu bestimmt, ein Clown-Dasein zu fristen im Zirkus Tantalus.
  5. Es geht darum, dass König Augias sein „Spielchen” ein für allemal beendet, zurücktritt und die höhere Entwicklung durch ehrliche Reinigungsbereitschaft unterstützt.
Historische griechische Abbildungen
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