Bild: Rose von Gott (Rose of God)
30. August 2020 von Christof Fröhlich

Rose von Gott (Rose of God)

Rose von Gott, Rotschein auf den Saphiren des Himmels, Rose der Wonne, feuersüß, siebengetönt mit den sieben Ekstasen!
Spring auf im Herzen der Menschheit, o Wunder, o Flamme, Passionsblume des Namenlosen, Knospe des mystischen Namens.

Rose von Gott, Weisheitsblühen auf den Gipfeln des Seins, Rose von Licht, Kern, unberührbar, erhabenster Schauung!
Leb‘ im Geist unsrer Erde, goldnes Geheimnis, Spross, Sonne am Haupte des Zeitlosen, Gast der herrlichen Stunde.

Rose von Gott, Stahlklinge der Allmacht, Ikon der Stärke, Rose der Kraft, mit deinem Diamantschein durchdringst du die Nacht!
Entflamme im Willen der Sterblichen. Zeichne den Plan deines Wunders. Bild der Unsterblichkeit, Ausbruch der Gottheit im Menschen.

Rose von Gott, purpurne Wunde des göttlichen Wunsches, Rose des Lebens, gefüllt und gekrönt mit dem Lied Seiner Farbe.
Verwandle den sterblichen Leib, wie ein Zauberspruch süß, sei Brücke vom Himmel zur Erde, mach todlos die Kinder der Zeit,

Rose von Gott, verzücktes Erröten auf dem Antlitz der Ewigkeit, Rose der Liebe, Rubintiefe des Seins, Feuer-Sehnsucht der Gnade,
Ersteh‘ aus dem sehenden Herzen, das in den Abgründen schluchzt, mach die Erde zur Heimat des Märchens und Leben zum seligsten Kuss.

Aurobindo/ Gedichte

Eine Anmerkung vorweg: die „Mutter“ (Mitarbeiterin Sri Arobindos) wurde einmal nach dem Vorlesen eines Gedichtes gebeten, es zu erklären. „Erklären?“ antwortete sie. „Da ist nichts zu erklären. Dichtung spricht für sich selbst, sie braucht keine Erklärung. Man muss sie fühlen und nicht darüber räsonieren; dichterische Eingebung ist über dem Verstand – man darf sie nicht auf die Verstandesebene herunterbringen, denn da verdirbt sie. Man begreift sie viel besser durch einen inneren Kontakt als durch Worte.“
Und dennoch: ein spröder Versuch, das Unausdrückbare zu beleuchten…

 

 

ROSE GOTTES

Sie ist ein im Grunde genommen unaussprechliches göttliches Energiefeld von infinitesimaler „Wucht“ und Zartheit. Jede Berührung zersprengt alles Egomanische, macht den Weg frei für die Wahrheit…
Es ist wie ein Abstieg spiritueller „Information“ in die Materie (was auch immer schlussendlich darunter zu verstehen ist…), um mit göttlicher Weisheit und Power DAS Werk zu vollbringen, das in jedem Augenblick auf seine Weise manifest wird.
Zinnoberfarben strahlt die ROSE GOTTES: von jeher die Farbe der alchemistischen Transformation auf dem Saphirblau des spirituellen Urgrundes. Damit ist das Thema des WEGES – wie in einer Partitur – bereits vorgezeichnet.
Soll sie, in wirklich endloser Seligkeit durch den göttlichen Impuls im Feuer des Herzens sich entfalten, von der Knospe zum unaussprechlichen NAMEN, der ALLES in omnipotenter Größe schlummernd in sich trägt und das ganze Programm in endloser Erwartungsseligkeit auf dem richtigen Boden zum Wachsen und zum Strahlen bringt, dann muss jedes Mauerwerk des Ego vollkommen verschwinden und transformiert werden.
Dann kann sich GOTT als GOTT im Herzen der Menschheit – der ROSE GOTTES – erkennen und die nahezu unerträgliche Süße des Göttlichen Feuers im Herzen erfahrbar machen: der Rosenentfaltung erste und dennoch permanente „Station“.

Das Mysterium in seiner Entfaltung gibt sich immer im wahrhaft wirklichen goldenen Feuer der Wahrheit hin. Jene Wahrheit, die, jenseits aller Zeit, den GEIST der ERDE berührt, in unbeschreiblicher Reinheit göttlicher Erleuchtung.
War die erste Berührung des sanften Erwachens noch unauslotbare Wonne und Seligkeit, so wird jetzt der unbezwingbare Damaszener – Stahl der göttlichen Unterscheidungskraft des Unendlichen, mit der Härte und Kompromisslosigkeit des diamantenen Feuers, das Herz der Menschheit – die ROSE – in Beschlag nehmen.

Das rote Bild göttlicher Macht – es kann nur rot sein bei seinem Abstieg in die MATERIE – erglüht im Willen des Sterblichen als unvergängliche, unbezwingbare „INFORMATION des GEISTES“, als „WORT GOTTES“, welches immer am ANFANG steht, ohne das kein Anfang sein kann. Es unterliegt auch keinem „analogen“ Verschleiß, da es immer nur spiritueller WERT sein kann.
Die ROSE GOTTES strahlt im Purpur, der Substanz, die das Sehen des Lichtes erst ermöglicht, in geradezu königlicher Würde von GOTTES verborgener Kraft, denn: „Alles kann werden wo GOTTES Atem weht…“.
Sozusagen als Auftakt zum Spiel der Umwandlung auf den „Brettern“ der göttlichen Bühne, dabei nur allzu oft als dämonische Persiflage des „Sehens“ korrumpiert.
(Siehe Jesu Christi Verhör und Prozess in „königlichem“ Purpurgewand).
Und dennoch steigt der göttliche Impuls unbezwingbar auf der Himmelsleiter nach unten, jede Stufe in ureigenster Berührung durchdringend:
ROSE GOTTES – die Rose der Seligkeit und „Lust“,
ROSE GOTTES – die Rose des Lichts,
ROSE GOTTES – die Rose von Kraft und Macht,
ROSE GOTTES – die Rose des Lebens: immer purpurn in göttlichem Verlangen,
ROSE GOTTES – die Rose der LIEBE: nur sie vermag den Kreis zu schließen, den Kreis GÖTTLICHER EINHEIT, alles umfassend, alles berührend, alles durchdringend mit göttlichem, transfigurierendem Atem.

Jeder der fünf Vierzeiler spricht in seiner Gänze das umfassende Gottesbild an.
Der Mensch hat die ROSE GOTTES als gleichwertiges „Hologramm“ in allen Facetten und Konsequenzen in seinem spirituellen Zentrum.
Die ROSE des Herzens, der Thron des ATMAN, „Hologramm BRAHMANS“, hat die ganze GOTTHEIT in sich. Alles IST, gleichzeitig und unumstößlich, alles wartet nur darauf, dass die ROSE erblühe und den Duft göttlicher Manifestation entfalte, auf dass der „Seelenschmetterling“ nach seiner ultimativen Metamorphose dem GÖTTLICHEN GANZEN diene.

Die ROSE, im Kreuzeszentrum der MATERIE, nimmt jeden Augenblick und jeden „Sprung“ im Kreuzigungsepos auf der „Bühne“ wahr und wird so für sie zur WAHRHEIT.
War es nicht Sri Aurobindos lebenslängliches Bemühen, das Supramentale Wahrheitsbewusstsein des göttlichen Wesens auf die Erde zu bringen, damit jener gigantische Impuls der vollständigen Umwandlung alles Irdischen seinen Anfang nehmen möge: Im Anfang war das Wort…;
Sri Aurobindos Magnum Opus SAVITRI kann als das WORT betrachtet werden, welches ALLES enthält, auf dass die Göttliche Wahrheit in der ROSE des Herzens in all ihren unbeschreiblichen Facetten in VERKLÄRUNG leuchten und strahlen möge, bis hin zum unaussprechlichen ABSOLUTEN, welches den „TOD“ überwindet und die „AUFERSTEHUNG“ einleitet und vollendet.

Die am Kreuz unbesiegbar erblühende ROSE nimmt jede „Gelegenheit“ wahr, dem GOTT auf der Suche nach GOTT, jenseits von Zeit und Raum, jenseits von jeglichem Dualismus, sich darbringend als vollkommenes Werkzeug, alles zu ermöglichen.

Jeder Vers ist eine Liebeserklärung GOTTES an den Menschen, ein Liebeslied, gespielt von den Herolden der Liebe und Wahrheit, der Liebe die allbarmherzig alles verzeiht, der LIEBE, die nur das EINE will; und damit schließt sich der Kreis zum ersten Vierzeiler.
Diese Partitur GOTTES enthält ALLES, ohne auch nur „ein Jota“ der Information des Geistes entgleiten zu lassen.

Nochmal: „Alles kann werden, wo GOTTES Atem weht…“ (SAVITRI)

Foto:  Nicolas Raymond auf Flickr Bildlizenz CC BY 2.0
https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de

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