Religion Spiritualität

Mein Reich ist nicht von dieser Welt

Jesus spricht diese Worte zu Pilatus. (Joh. 18, 36) Sein Reich ist eine hohe kosmische Ebene, die sich unserer Vorstellung entzieht. Dennoch teilt sie sich den suchenden und fragenden Menschen mit – in Symbolen und abstrakten Begriffen.

Die Symbole eröffnen der Intuition ein „weites Feld”. Das Neue Testament ist ein Zeugnis solcher symbolhafter Sprache.

In der Hochzeit zu Kanaa wird Wasser in Wein verwandelt. Die Seele trifft auf den Geist – und wird verwandelt.

Wenn die Blinden wieder sehend werden, erkennen sie IHN und sein Reich, sei es auch nur in Ansätzen. Deshalb sagt Jeus zu ihnen: „Sündige nicht mehr!” Sondere dich nicht mehr von mir und meinem Reich ab, sonst wirst du wieder blind.

Bei Jesu Geburt leuchtet ein Stern über Bethlehem. Ein Licht, nicht von dieser Welt, bricht in die Dunkelheit ein, um denen, die suchen und nach seelischer Heilung verlangen, den Weg ins Vaterhaus zu zeigen. Von diesem Licht wird gesagt: „Die Dunkelheit hat’s nicht begriffen.” (Joh. 1, 5) Dass der Weg ins Lichtreich steinig und voller Gefahren ist, ist logisch, denn die erdbindenden Kräfte geben ihre Beute nicht freiwillig her. Der Sucher muss sich frei kämpfen, muss in sich Raum schaffen für das ganz Andere.

Johannes hat die notwendigen Schritte in dieses Reich mit den Worten charakterisiert: „Ich muss weniger werden, er muss wachsen.” (Joh. 3, 30)

Das Licht wird meist nur von denen erkannt, bei denen Erschütterungen stattfinden, durch die die ersten Strahlen Lichtes dringen können. Die Symbole beginnen dann, sich zu erschließen.

Die Heilungen im Neuen Testament beschreiben den Beginn der seelischen und körperlichen Wiederherstellung, der Neugeburt aus „Wasser und Geist”. (Joh. 3, 5)

Der Beginn des Weges, den der „Verlorene Sohn” gehen muss, befindet sich in unserem Erdenfeld. Wer sich seelisch befreit, schwächt den Herrscher dieser Welt. Deshalb gibt es vielfache Gegenkräfte, die den suchenden Menschen in die Irre leiten wollen. Er muss den Schritt ins Ungewisse wagen. Sein Mut wird belohnt, denn: „Nähert euch Gott, dann wird er sich euch nähern.” (Jakobus 4, 8) Der Logos lässt nicht das Werk seiner Hände.

Foto und Zeichnung H.A.
2 Kommentare
  • Gisela HildebrandtBeantworten

    Ein wunderbarer Text, der das Wirken des Logos deutlich macht.

  • Bernhard KneipBeantworten

    Du bist Alles-Was-Ist und bist dennoch all-ein.

    Nie war die Idee, nur Körper zu SEIN. Nie war der Gedanke, nur stofflich zu sein.

    Dennoch haben wir den Weg des Stofflichen beschritten und beginnen nun wieder unsere Multidimensionalität zu erfassen. Viele Menschen empfinden heute wieder den Herzschlag der Welt, der alles zusammenhält, der GEIST der nach Einheit strebt und in allem lebt.

    Endlich ist alles was unsere Sinne erfassen, Unendlichkeit ist im Geist daheim. Dort ist der Mensch multidimensional und materialisiert den materiellen Kosmos so ganz All-ein.

    Im Urwissen der Menschheit steht es beschrieben, es gibt nichts, rein gar nichts, was außerhalb des Menschseins seiend ist. Menschen im Menschen im Mensch, das ist das Geheimnis welches Mikro und Makro zum Vorschein bringen. Gäbe es den menschlichen Geist nicht in den Weiten des Alls, der ganze materielle Kosmos wäre nicht existent.

    Du Mensch bist Alles und bist dennoch all-ein, bist Sonne und Mond, bist Sterne und All. Es ist die Begrenzung des Verstandes, welcher den Kosmos außerhalb von sich wahrnimmt und sich so von Ganzen abspaltet, so auch von Gott.

    Weißt Du was ein Grashalm ist? Ist er ein Teil von Dir?
    Und wer ist Gott? Ist er der, der auch du bist, nicht von dieser Welt?
    Und die Mär vom verlorenen Sohn? Diese Frage trägt die Antwort in sich selbst, so wie alle vorherigen Fragen es ebenfalls tun.

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