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6. Oktober 2010 von Cornelia Vierkant

Oktober

Der klare saubere Oktoberhimmel zieht ein, und beginnt, krasse Schatten zu werfen. Die Luft hat eine erfrischende Kühle, als gemahne sie uns, kühlere, klare Gedanken zu fassen. Noch spielt der Schatten der Äste und Blätter mit dem Sonnenlicht, als lade er die Sonne zu letzten Tänzen ein. Sie ziehen über Tische und Bänke, Straßen und Häuser im Morgenlicht, so als gäbe es kein Ende ihrer Bewegung. Wenn Schatten flüstern könnten, was würden sie dann mitteilen?

Das Spiel mit dem Sonnenlicht ist so beweglich und heiter. Bewegung ist ja das Kennzeichen der Natur. Das langsame Wachsen, Grünen, Früchte hervorbringen und das Lied des Windes aufnehmen und weiter tragen.

Des Windes Sturmgesänge im Herbst, klirrende Eisgesänge im Winter, im Frühling der säuselnde, belebende Wind und zur Sommerzeit der milde, warme Sommerwind. Sie alle bringen die Natur zum Klingen, als wollten sie uns etwas sagen und als teilten sie unser Schicksal im Jahresverlauf mit ihren Temperamenten.

Ein Jahreszeitenwechsel macht oft bewusst, wie die Zeit fließt, besonders im Herbst. Es mag der Wunsch entstehen, unsere Lebenszeit nicht verfließen zu lassen, ohne nach dem Sinn des Lebens zu forschen.

Die länger werdenden Nächte lassen mich nach Innen lauschen. Dunkelheit, Nacht, Stille, Warten, … und – ein Spiel des Lichts. Licht im Dunkel. Sonnenlicht, heiter, spielerisch, von einer unbekannten Sonne, in mir.

Wir sollen verwandelt werden, Grünen, Früchte hervor bringen und das Lied des Geistes aufnehmen und weiter tragen.

Foto: Goethehaus an der Ilm (Hermann Achenbach)

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