#1553#
18. Januar 2012 von Hermann Achenbach

Ohne schwarze Löcher gibt es keine Evolution!

Sonnen eilen ihrem Untergang entgegen,
damit die fernen Strahlen
dem Wanderer zeigen
sein tieferes Zuhause.
(Ralph Waldo Emerson)

Edwin Hubble postulierte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch seine astronomischen Forschungen wichtige Aussagen, die die Wahrscheinlichkeit des Urknalls und die Existenz schwarzer Löcher untermauerten. Aufgrund seiner Beobachtungen musste sogar Albert Einstein eine seiner Grundtheorien korrigieren. Er konnte sich bis zu diesem Zeitpunkt nicht vorstellen, dass Gott ein sich ausdehnendes Universum geschaffen haben sollte. Diesen Irrtum bezeichnete er als den größten seines Lebens. Hubble hingegen wies ein auseinander strebendes Universum nach – eine erklärende Theorie für eine ursprüngliche Explosion als Ausgangspunkt des materiellen Universums.

Zuvor hatten zwei Radio-Ingenieure (ausgewiesene Nicht-Astronomen) das Hintergrundrauschen im Universum entdeckt und damit ebenso eine Erklärung für die Urknall-Theorie und vielleicht sogar einen Beweis für die Richtigkeit dieser Theorie gegeben.

Die Astronomie geht von einem Alter des Universums aus, das zwischen 10 und 20 Milliarden Jahren liegt. Das harmoniert gut zum Alter der ältesten bekannten Sterne, die in sogenannten Kugelsternhaufen liegen. Sie sind etwa 12 Milliarden Jahre alt.

Wer einmal die Möglichkeit hat, einen Kugelsternhaufen durch ein großes Teleskop zu betrachten, sollte das unbedingt tun. Es ist ein phantastisches, unvergessliches Erlebnis, einen Blick auf 100.000 Sonnen werfen zu können.

Die Kugelform ist übrigens ein wichtiger Anhaltspunkt dafür, dass die Gravitationskraft die Objekte abrundet und dass die Sterne, wenn das eingetreten ist, ein fortgeschrittenes Alter erreicht haben. Es ist der Lauf der Dinge in unserem Universum, dass alle Sterne – und das gilt auch für die Sonne in unserem Planetensystem – zum Tode verurteilt sind. Die Existenz der Erde lässt sich aus der Existenz der Sonne ableiten und diese besteht nur, weil es vorher schon andere Sterne gab. Unsere Sonne ist ein Stern der 3. Generation. Sie setzt sich aus übrig gebliebener Rest-Materie zusammen, wie alles Materielle auf der Erde zu 92 Prozent aus Sternenresten besteht – auch der Mensch!!

Ohne auf den Andromedanebel, unsere Nachbargalaxie und andere wunderbare Galaxiegebilde und sog. Nebel im Universum einzugehen, verweilen wir kurz bei der Milchstraße (unserer Galaxie), die der griechischen Mythe zufolge entstand, weil Hera, die Gattin Zeus´, unvorsichtiger Weise von ihrer Muttermilch einige Tropfen ins Universum gespritzt hatte. Im Sommer sind die Spiralarme der Milchstraße sehr schön am Firmament zu erkennen. Wir befinden uns in einem äußeren Spiralarm und können in Richtung Mittelpunkt der Galaxie sehen. Hier gibt es ein „schwarzes Loch“. Schwarz deshalb, weil wir es nicht sehen können. Von schwarzen Löchern weiß man allerdings sehr wenig. Sie werden der astronomischen Theorie nach ständig schwerer, weil sie immer mehr Materie in sich hinein ziehen: Sonnen über Sonnen. Vielleicht versteht sich daraus auch die Drehbewegung einer Galaxie.

Unsere Sonne, eine von rund 400 Milliarden in der Milchstraße, wird in einigen Milliarden Jahren durch fortschreitende Kernfusionen zu einem weißen Zwerg und einer Sternenleiche degenerieren. Zur Zeit versorgt sie, wie selbstverständlich, unser Planetensystem mit lebensspendender Energie. Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit, die zur Zeit wieder zunehmende Sonnenaktivität durch ein Teleskop zu beobachten. Hunderttausende von Kilometern werden Sonnenenergien, sog. Protuberanzen, ins All katapultiert, die ebenfalls die Erdatmosphäre beeinflussen. Durch sie entsteht zum Beispiel das Nordlicht. Auf verschiedenen Wegen scheint sich unsere Sonne zu „verzehren“ und zur Sternenleiche zu schrumpfen. Sie wird im fast unbegreiflichen Wirbel der Galaxie ins Zentrum gezogen, um in dem dort befindlichen schwarzen Loch zu verschwinden.

Es gibt heute keine Astrophysik mehr ohne die Annahme schwarzer Löcher. Das Weltraumteleskop, das nach Edwin Hubble benannt ist, beobachtete sterbende Sterne und Quasare, Objekte, die während der vergangenen Jahrmilliarden zu leuchten aufgehört haben, immer in der Nähe von Galaxie-Mittelpunkten. Die Vermutung liegt also sehr nahe, dass in den Zentren der meisten Galaxien ein schwarzes Loch sitzt. Eine weitere Theorie besagt, dass die Energie und Materie in einem schwarzen Loch nicht ewig gefangen bleiben, sondern dass sie sozusagen durch das schwarze Loch „hindurch fliegen“ und auf der anderen Seite – nennen wir es ein „weißes Loch“ – wieder ausgestoßen werden zur Bildung eines neuen Universums.

Diese Vorstellung würde bestätigen, dass Energie und Materie nicht verloren gehen …

So blicken wir also von unserem kleinen unbedeutenden Planeten aus mit unserem Selbstbewusstsein und unserer stets Neues erkennenden Wissenschaft sowie der Kunst unseres Denkens in eine kosmische Vergangenheit und gelangen zu atemberaubenden Schlussfolgerungen und Hypothesen für die Zukunft.

Der große Weise Ägyptens, Hermes Trismegistos, sagte vor Jahrtausenden in seiner Rede zur Ehre Gottes:

1. Gott, Gottes Macht und die göttliche Natur sind die Herrlichkeit des Alls.

2. Gott ist der Beginn, die Uridee, das Vermögen des Wachstums und die Materie aller Geschöpfe, die Weisheit, also die Kraft zur Offenbarung aller Dinge.

3. Gottes Macht ist Ursache, Geburt und Wachstum, wirksame Kraft, Schicksal, Sterben und Erneuerung.

4. Im Abgrund war eine unendliche Finsternis und Wasserstoff und der wirksam werdende Atem der Schöpfung; das alles war durch Gottes Kraft im Chaos.

5. Dann wurde das heilige Licht frei, die Urelemente trennten sich, verdichteten sich und bewirkten die kernreife Natur.

6. Aus dem Unbestimmten und Ungeformten lösten sich die Elemente, wurden durch den Schöpfungsatem geordnet und in fortdauernder Bewegung gehalten.

15. Und alles wird durch die Erneuerung der Götter, wenn ihre Zeit erfüllt ist,
wieder neu werden.

16. Das Göttliche ist das zur Einheit zusammenfließende kosmische All, das
durch die Natur erneuert ist, denn auch die Natur ist in der Allmacht Gottes verankert.

Hermes postulierte also bereits vor langer Zeit, dass das Unkennbare, das uns nicht Geoffenbarte, das energetische Kernwesen im All-Dasein ist. Vielleicht hatte er schon damals auf geistigem Wege eine Vorstellung erlangt von den Energiekonzentrationen, die wir heute schwarze Löcher nennen.

Diese könnten dazu dienen, alles Materielle in die Einheit zurückzunehmen. Ist es nicht denkbar, dass die toten Sterne die Substanz darstellen, die für eine neue Offenbarung, eine neue Schöpfung, wiederbelebt durch den Atem Gottes, Verwendung findet?

Wir sehen nur das Sichtbare und selbst das nur durch Wolken, Asteroiden-Gürtel und mit einem begrenzten Instrumentarium und aus einem unbedeutenden Seitenarm einer vielleicht auch unbedeutenden Galaxie, einem kleinen „Spritzer der Muttermilch der Hera“. Unsere Perspektive, so tiefgründig wir sie auch interpretieren, ist so unglaublich eingeengt. Man könnte an eine Ameise denken die, auf der Spitze ihres Ameisenhügels angekommen, zu der Empfindung gelangt, Sinn und Ziel des Lebens nun erkannt zu haben. Aber Ameisen handeln viel komplexer…

Die Astronomie stellt wissenschaftliche Thesen über unbekannte, nicht bewiesene Kraftzentren auf, über noch nicht erkennbare Energiequellen, die neue Sterne, Sonnen und Existenzen ins Dasein bringen. Schwarze Löcher rücken dabei als Transformationspunkte der Energie ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

Trotz unserer beschränkten Perspektive ist das menschliche Bemühen doch von einer Besonderheit gekennzeichnet. Der Physiker John Wheeler, der übrigens den Begriff des schwarzen Loches prägte, zeigt sie durch einen fiktiven Dialog zwischen Gott und Abraham auf:

Gott tadelt Abraham: „Du würdest nicht einmal existieren, wenn es mich nicht gäbe!“ „Ja Gott, das weiß ich“, antwortet Abraham, „aber von deiner Existenz wüsste man nichts, wenn es mich nicht gäbe.“

Wir sind winzig, aber vielleicht doch bedeutsam. Hatte Hermes, der dreimal Eingeweihte, eventuell schon den richtigen Blick auf die inneren Zusammenhänge der Schöpfung?

Die Pythia in Delphi würde heute vielleicht den Ausspruch tun: „Erkenne dich selbst und du erkennst die Schöpfung des Göttlichen und die wahren Energiequellen des Universums.“

Wir können im eigenen Inneren Menschheitswissen zusammenfügen, unter anderem spirituelles mit naturwissenschaftlichem. Intuitives Wissen gibt der naturwissenschaftlichen Erkenntnis Tiefe und Bedeutung und letztere trägt zur Klärung der spirituellen Erkenntnis bei. Unser Bewusstsein kann ähnlich einem schwarzen Loch einsammeln, was wir im Laufe der Menschheitsentwicklung an Wissen und Einsicht ausgestreut haben. Die „Einheit“ ist auch in uns, auch wir sind ein Kraftzentrum der Schöpfung. Enorm vieles ist für uns noch ungeoffenbart. Die Einheit ist sich ihrer selbst noch nicht vollständig bewusst . Aber es scheint so zu sein, dass sie dieses Ziel anstrebt und dazu des Menschen bedarf. Für diesen bedeutet es auf den Wegen, die ihm aufgegeben sind, Erleuchtung, Wahrheit und Erfüllung.

astronomische Abbildungen: Ute Kraus Max-Planck-Institut
hermetisches Zitat: 4. Buch des  Corpus Hermeticum des Hermes Trismegistos von Jan van Rijckenborgh

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Alle Felder sind erforderlich.