Bild: 2022
28. Dezember 2021 von Frank Saß

2022

Die Stiftung Rosenkreuz  wünscht Ihnen für das kommende Jahr, dass Sie der Göttlichen Liebe begegnen:

Liebe mich, so wie du bist!

Ich kenne dein Elend, die Kämpfe, die Drangsale deiner Seele,
die Schwächen deines Leibes. Ich weiß auch um deine Feigheit,
deine Sünden, und trotzdem sage ich dir: “Gib mir dein Herz!
Liebe mich, so wie du bist!“

Wenn du darauf wartest, ein Engel zu werden, um dich der Liebe hinzugeben, wirst du mich nie lieben.
Wenn du auch feige bist in der Erfüllung deiner Pflichten und in der Übung der Tugenden, wenn du auch oft in jene Sünde zurückfällst,
die du nicht mehr begehen möchtest,
ich erlaube dir nicht, mich nicht zu lieben!
Liebe mich, so wie du bist!

In jedem Augenblick und in welcher Situation du dich auch befindest,
im Eifer oder in der Trockenheit, in der Treue und Untreue.
Liebe mich, so wie du bist!

Ich will die Liebe deines armen Herzens!
Denn wenn du wartest, bis du vollkommen bist, wirst du mich nie lieben!

Sicherlich werde ich dich mit der Zeit umwandeln, doch heute liebe ich dich so, wie du bist, und ich wünsche, dass auch du mich liebst, wie du bist.
Ich will aus den Untiefen deines Elends deine Liebe aufsteigen sehen!

Ich liebe in dir auch deine Schwächen, ich liebe die Liebe der Armen und Armseligen. Ich will, dass von den Elenden unaufhörlich der große Ruf aufsteige: „Vater, ich liebe dich!“

Ich will einzig und allein den Gesang deines Herzens;
ich brauche nicht deine Weisheit und nicht deine Talente.
Eines nur ist mir wichtig: dich mit Liebe arbeiten zu sehen.

Heute stehe ich an der Pforte deines Herzens wie ein Bettler –
ich, der König der Könige! Ich klopfe an und warte! –
Beeile dich, mir zu öffnen! Berufe dich nicht auf dein Elend!
Wenn du deine Armseligkeit vollkommen kennen würdest, würdest du vor Schmerzen sterben.

Ich rechne auf dich, dass du mir Freude schenkst! Kümmere dich nicht darum, dass du keine Tugenden besitzt – ich werde dir meine geben.
Wenn du zu leiden haben wirst, werde ich dir die Kraft dazu geben.

Denke jedoch daran, mich zu lieben, so wie du bist!
Was auch kommen mag, warte ja nicht darauf, heilig zu werden,
um dich der Liebe hinzugeben; du würdest mich nie lieben.
Und nun gehe!“

Zitat aus einer mittelalterlichen italienischen Gedichtsammlung vorlesen:
„Mitteilungen an die begnadete Seele“ [aus Ecce Mater tua Nr. 268, Monseniore Lebrun]

Foto: Pixabay

Schreibe einen Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Alle Felder sind erforderlich.