Spiritualität

Leere und Fülle

Es folgt ein Zitat aus: Die Stimme der Stille von Helena Petrowna Blavatzky:
„Du musst die Leere des scheinbar Vollen erkennen und die Fülle des scheinbar Leeren.”
Diese Aussage scheint, einen Widerspruch zu enthalten.
Aber es werden hier zwei völlig unterschiedliche Seinsebenen angesprochen.
Die Leere des scheinbar Vollen lässt an unser Lebensfeld denken, das in Polarität verhaftet ist. Wir kennen diese Pole als Tag und Nacht, gut und schlecht, kalt und warm, arm und reich, Liebe und Hass.
In unserem Leben ist der Wandel aller äußeren Erscheinungen enthalten, der die Dinge und Situationen in dieser Welt stets ändert, so dass das reale Sein oft in den Schein abgleitet.
Hingegen bringt uns die Fülle des scheinbar Leeren, die auf Ichlosigkeit beruht, auf dem Nicht-ich, auf Tao, die wahre erfüllende Realität. Sie kann sich im Stoff ausdrücken oder aber unstofflich sein. Unstofflich kann der Glaube sein, der der bipolaren Welt entsteigt und in der Strahlung des Christuslichtes die Erfüllung sucht und finden kann. Es kann auch ein feinstoffliches Wirken des Menschen sein, das an der Wirksamkeit seines Gottesfunkens anknüpft, an den göttlichen Anderen in sich und den  im Nächsten. Dann macht der Mensch einen unerschöpflichen Quell an Kraft und Liebe in sich frei. Es ist die Fülle des scheinbar Leeren, die von der Seele getragen wird.

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