Persönlichkeiten

Konfuzius, mal anders

Was wissen wir von Kongzi, wie er in China heißt?
Um seine Person entstanden früh zahlreiche Legenden, und er genoss in einigen Epochen einen besonderen Status.
Allerdings verlief sein Leben wenig märchenhaft. Er wird 551 v. Chr. im Staat Lu (dem heutigen Shandong) geboren. Zu seinen Lebzeiten hatte der Niedergang der Dynastie Lu bereits eingesetzt, der von folgenreichen gesellschaftlichen Umwälzungen begleitet wurde. Dennoch gilt die Zeitspanne vom 11. Jahrhundert bis zum 2. Jahrhundert v. Chr. in der chinesischen Geistesgeschichte als das Goldene Zeitalter der Denker, denn sie war sehr fruchtbar auch durch das Wirken Lao-Tses, dem Verfasser des Tao Te King (ca. um 300 v. Chr.)
Die verarmte Adelsfamilie Kong, der Konfuzius abstammte, gehörte eher zu den Verlierern ihrer Zeit, so hatte er in seinem Leben viele Widrigkeiten zu überstehen. Bereits mit drei Jahren verlor er seinen Vater. Mit neunzehn trat er in den Staatsdienst ein. Wegen korrupter, politischer Verhältnisse war ihm der Staatsdienst verleidet, und er gründet eine eigene Schule und zog mit seinen Schülern als eine Art Wanderphilosoph durch das Land.
Konfuzius galt als unbestechlich, aber das einfache Volk verspottete ihn wegen seines schlichten Auftretens. Zeitweise war er so arm, dass er einmal beinahe verhungert wäre, obwohl er dreitausend Schüler um sich scharte, von denen sich nur 72 ernsthaft zu ihm bekannten und nur mit einigen verband ihn ein inneres Band.
Nach Jahren der Wanderschaft kehrt Kongzi schließlich in seine Heimatstadt zurück, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 479 v. Chr. seine Schüler weiter unterrichtet.
Einige zentrale Gedanken des Konfuzius:
1.
Durch förmlichen Anstand fügt sich der Mensch in das Wertesystem seiner Gesellschaft ein und trägt so zu ihrem Gedeihen bei.

2.
Die Menschlichkeit übersetzt Konfuzius als die Befolgung der guten Sitten. Er sagt weiter: „Sich selbst bezwingen und den guten Sitten entsprechen macht das Gute aus.”
3.
Hier geht es um die Klarstellung von Begriffen, die mittels scharf umrissener Bezeichnungen gesellschaftliche Beziehungen definieren, wodurch Ordnung und Harmonie blühen kann.
4.
In dem Konzept des „Edlen” genügt es, wenn ein Mensch sich kultiviert und verantwortungsvoll verhält und versucht, besser zu werden. Weiter sagt er:
„Der Edle ist in seinen Taten zuverlässig und in seinen Worten bedacht und dazu gehört auch sein Umgang.”
5.
Weiterhin geht es um das Lernen. Es ist in der kongfuzianischen Lebens-gestaltung nicht auf materiellen Gewinn gerichtet. Das Lernen gilt allein der Charakterbildung.

Zum Abschluss eine Aussage von Richard Wilhelm, Missionar in China und Begründer der deutschen Sinologie (1873-1930). Er fasst die Lehre des Konfuzius wie folgt zusammen:
„Für jede Lebenslage gibt es ein Handeln, durch das das Innere des Menschen sich so ausdrückt, dass es sich in Harmonie mit dem Kosmos befindet.”

Quelle:
„Die Weisheit des Konfuzius”; Inseltaschenbuch IBSN 3-458-34699-6

Foto: Wikipedia
1 Kommentar
  • Ursula JordanBeantworten

    "Für jede Lebenslage gibt es ein Handeln, durch das das Innere des Menschen sich so ausdrückt, dass es sich in Harmonie mit dem Kosmos befindet".
    Und diese Harmonie, diese Quelle der Schöpfung versuchte dann auch
    Laotse in seinem "Tun durch Nichttun" dem Menschen
    näher zu bringen. Die Kultivierung des menschlichen Lebens und
    die Weisheit der schöpferischen Lebendigkeit wurden so in jener
    Zeitepoche den Menschen im Reich der Mitte und in folgenden Epochen dann, durch diese beiden Großen der Geschichte, der ganzen Menschheit übermittelt.

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