Bild: Grund meiner Existenz
28. August 2018 von Elke Weidenbach

Grund meiner Existenz

Mein Leben bisher, wen interessiert’s?
Ich habe viel geschafft, aber wen interessiert’s?

Was also soll das Ganze?

Vielleicht denken viele andere auch so.
Sie halten ihr Leben für unwichtig.
So schaffen sie sich etwas, was sie wichtig macht:
Geld, Familie, Besitz, Gesundheit, Anerkennung, Ruhm.

Ein Kindheitstraum von mir war: Ich laufe alleine
durch Trümmer einer Stadt. Es ist niemand mehr da. Nur ich.
Dieser Traum kommt wieder in mir wieder hoch.

Nehme ich mich zu wichtig?
Mein Leben wurde wichtig, weil ich Kinder habe.
Darum habe ich mich gekümmert, um mein Mutterleben.

Aber da gibt es noch etwas anderes, da ist noch etwas.
Es ist tief in mir, klein und liebevoll. Und es ist hilflos ohne mich.
Es ringt darum, wahrgenommen zu werden.
Ich bin um dieses Innerste herum aufgebaut.

Welcher Teil ist verloren, der innere oder der äußere?

Ich lebe, weil dieses Kleine, Liebevolle, Weiche, unauslöschlich Gute
leben muss, und das kann es nur durch mich.

Das ist der eigentliche Grund meiner Existenz. Das ist wichtig.
Teil eines großen Geheimnisses.
Kleiner Teil eines Ganzen, eines Ganzen, das einmal heil war.
Und jeder, der dieses Kleine, Liebevolle, unsagbar Sanfte in sich trägt, ahnt etwas von dem großen Geheimnis … und fühlt sich auf der Welt verloren.

 

Foto: Frank Saß

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