Poesie Lyrik

Glockenklänge

Zum wiederholten Mal
hast DU mich
in diese Erdenform gegossen.
Jedes Mal bin ich
zerborsten,
zerbrochen,
zerbröselt.

Dieses Mal ist die
Hitze besonders hoch.
Werde ich durchhalten?
Wird der Guss rein genug sein?
Das Weltfeld schleift die Schlacken
ohne Erbarmen ab.
DU zertrümmerst die letzten Erdbrocken
an meinem Mantel.
DU richtest mich auf,
nach oben offen,
und nimmst einen kleinen Hammer.
Klänge ertönen.
Dann nimmst DU einen größeren.
Ein Lobgesang erklingt.
Jetzt nimmst DU den ganz großen.
DU führst einen heftigen Schlag aus.
DEIN Donnerschlag trifft mich.
Der Klöppel in meiner Mitte zerbirst.
Er ist jetzt überflüssig.
Ich erbebe,
in Freude.
Sternenhitze steigt in mir hoch.
Der Mantel hat gehalten.
Ich darf DEINE Botschaft wieder austragen,
nach allen Seiten erklingen lassen,
in alle Ewigkeit.
Welch ein Baumeister!

Foto: Hermann Achenbach
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