Freiheit

Gesundheit oder Angst – Betrachtung in fünf Teilen

Mensch, was fürchtest Du?
es kann Dir nur geschehen,
was Dir gemäß und was Dir dienlich ist.
Ich weiß den Tag, wo Du Dein Leid wirst segnen,
das Dich gelehrt zu werden, der Du bist.

Jeder von uns will gesund sein; niemand, wirklich niemand, der krank sein oder Angst haben will, ganz normal – – – und dennoch, Angst klebt uns im Nacken, sitzt dort als der sprichwörtliche Schalk und auch unsere Körper kränkeln mal mehr, mal weniger. Angst – eine Krankheit der Seele, DIE Krankheit der Seele.

Und dann ist da noch etwas anderes,
wir ahnen, empfinden, ja erleben es vielleicht,
das Glück vom Paradies, Länder des Lichtes –
Heimat, die uns zugesagt als Erbe,
wenn wir unsere alten Schlacken abwerfen.

Der 1. Teil
berichtet davon, was Angst ist,
woher sie kommt und was sie tut

Die Angst sitzt im Nacken, macht hartnäckig und krank. Wenn die Medulla, das verlängerte Rückenmark, mal davon frei ist, frei von diesen knechtenden Kräften des Kleinhirns, dann löst sich vieles, wenn nicht alles, so dass die Seele wiederum einen angstfreien Blick erhält.

Auch IN uns leben alle Behinderungen der Menschheit, vielleicht bei ernsthaft nach Veränderung, nach Erneuerung Suchenden besonders, da die Lebensmuster der Verdrängung nicht mehr gut funktionieren, – werden wir doch ständig angehalten, uns philosophisch und psychologisch selbst zu erkennen.

Nun, die Angst sitzt uns im Nacken, wo die steuernden Zentralen für viele vitalen Funktionen des Körpers ihren Ausgang nehmen; Atmung, Herzschlag, Verdauung usw. – der VII. Hirnnerv, dieser berühmte Nervus vagus, nimmt da seinen Ausgang.

Angst, ein psychologischer Zustand der Unfreiheit, geboren aus der Sorge (ist diese nicht die chronische Form der Angst?), der Sorge um den morgigen Tag, um die kommenden Jahre …

Den Ursprung aller Angst können wir in der Trennung vom Ursprünglichen, vom Licht suchen. Der Mensch erfährt die Angst, auch wenn eigentlich kein Grund dafür vorhanden ist, im Unterschied vom Haustier, das, sind seine biologischen Bedürfnisse befriedigt, tatsächlich zufrieden ist. Wir also sind die geknechteten Menschentiere, diese Mischwesen, sehnsüchtige Ewigkeitsgänger einerseits, grau, vergänglich, gebeugt andererseits. Und alles darum, weil uns das Wesen der Vergänglichkeit im praktischen Leben noch zu undeutlich bleibt. – Nur dann, wenn wir Inneres und Äußeres gut kennen und trennen, verstehen wir das Vergängliche als zur Natur gehörend und müssen es nicht mehr fürchten. Das ist es ja: wir suchen stets Vergängliches festzuhalten – und wie von selbst ist das Phantom der Angst geboren (es kann nicht anders ein). Halten wir natürliche Umdrehungen auf, so entsteht Feuer, Hitze: brennende Angst und Sorge – die Hölle.

Der 2. Teil
spricht von den Kreisen der Angst

Unzählige Formen der Angst gibt es. Vielleicht können wir uns selber wieder finden in einer der folgenden Facetten.

* die Angst des suchenden Menschen, nicht gut genug zu sein für den Weg zum Licht;
* wir hören Sätze wie: Gott ist ein verzehrendes Feuer – und unser Ich kann nicht anders: es muss Angst leiden; wir suchen mehr oder weniger streng, irgendwelchen alten, meist im Blut verankerten kirchlichen Normen zu entsprechen, folgen Gesetzen – und meinen, auf diese Weise an die Ufer zu den Ländern des Lichtes zu gelangen … Aber welch ein Irrtum! Damit jagen wir ständig Vorstellungen hinterher. So werden wir nie zu dem kommen, was LEBEN einzig ist: jetzt und im Jetzt;
* Existenz-Angst. Die Angst des Tieres zu verhungern, in der Kälte leben zu müssen (keine Kohlen zu haben), die Angst auch um das Wohlergehen unserer Kinder;
* Angst vor Gewalt und deren psychologischen Spielarten wie Kränkung, Kritik;
* Angst vor den Zufällen des Schicksals;
* Angst vor Krankheiten, vor Siechtum, Angst vorm Älter werden, Angst, nicht gesund zu sein;
* Angst, nicht geliebt und verlassen zu werden;
* und auch: Angst vor der Freiheit, die uns noch als dunkles Nichts erscheint.

Die üblichen Schablonen, wir kennen sie nur zu gut.

All das entspringt der einen Urangst, der Angst vor dem Tod, vor dem Sterben, der Vergänglichkeit. – Ist nicht auch diese Todesangst der Ursprung so vieler religiöser Sichtweisen mit ihren Vertröstungen auf das Jenseits?

Alles eine Folge der Trennung vom innerlichen Licht.

Unser Blut ist magnetisch – wodurch es zugänglich für vielerlei Einflüsse wird, durch die unser Denken und Empfinden gelenkt wird, durch die wir also von außen „gedacht” werden. Die Angst sitzt uns im Blut und hält es offen für das, wovor wir Angst haben.

Der Weg des ängstlichen Verstandes nach Sicherheit verlangt nach Gesetzen, Dogmen, Regeln und … dadurch wird der Tod nötig – wenn wir nicht aus diesem selbst geschaffenen Gefängnis ausbrechen.

Angst, Enge, es fließt nicht – – – Gesunde Prozesse der Lösung (körperliche Symptome, Beschwerden) werden durch Ängste tatsächlich zu Krankheiten; auch durch die Einnahme von Medikamenten, die natürliche Krankheitsverläufe behindern.

3.Teil
Zur rechten Unterscheidung von Angst und Vorsicht

Der Weise ist vorsichtig wie einer, der im Winter einen Fluss überquert (Tao Te King).
Zum besseren Verständnis, weil manchmal behauptet wird, Angst gehöre zum Leben und behütet uns vor diesem oder jenem, folgende Überlegung:

Das, was wir als VORSICHT kennen, hat mit Angst nicht direkt zu tun; es ist Achtsamkeit, auch Rücksicht, Folge aufmerksamer Gegenwärtigkeit.
Bespiel: Aus Angst, zu spät zu kommen, laufe ich unvorsichtig über die Straße.

Vorsicht wird auch das Ich lernen müssen, sollte es der Seele gut dienen wollen. Wo nicht, taucht wie von selber die Angst auf, jene Angst, ES, das Wesentliche ein weiteres Mal nicht zu finden. Und diese Angst muss auftauchen – als korrigierender Fingerzeig!

Angst fressen Seele auf. – Angst knechtet die Seele, die auf dem geistigen Weg entstehende Lichtseele, und so bleibt sie gefangen wie Feuer in einem ängstlichen Ofen, der, da er Angst hat zu zerspringen, nicht atmen will, die Luftzufuhr absperrt und versottet und verteert, und folglich kein Licht, keine Wärme, keine Behaglichkeit verströmen kann.

Doch wir, wir sollten doch zerspringen und auch all unsere Schlacken, damit die Seele endlich, endlich atmen und feurig werden kann.

Die Vorsicht entsteht aus Erfahrung mit den Gesetzmäßigkeiten der Welt (und die Rücksicht hat Augen sogar nach hinten).

Im 4. Teil
geht es um Mut zu einem ungewöhnlichen Experiment
und zur Heilung von der Angst

Der Weg aus den Kreisen der Angst kann nichts anderes sein als der Atem geistiger Erkenntnis, als der Atem der Gnosis. Das ist unser (auf festem Vertrauen basierendes, also unspekulatives) Experiment: mutiges Hinwenden zu dem, was näher ist als alles andere: dem Lichte des Wesentlichen in uns, in absoluter Gegenwart, im absolutem Jetzt: gegenwärtig auf die Kompliziertheiten, also die Angst zugehen und ihre Wurzeln dadurch sichtbar werden lassen. Wird die Seele feurig, braucht sie keine Angst mehr zu haben vor dem Feuer. Im göttlichen Werden ist nur Gegenwart, dieses Tor zu den weiteren Dimensionen des Lichtes, keine Krankheit, kein Tod, keine Angst.

Aus diesem Inneren geboren ist auch alle Kenntnis der Natur, ihrer Abläufe, die Gesetze des ständigen Ausgleiches und des Zusammenhanges von allem mit allem. Bald verstehen wir dann unsere üblichen Beschwerden als reinigend, wodurch Schlacken verbrannt und ausgeschieden werden, sowohl psychische wie körperliche … und dadurch Angst vor körperlichen Symptomen nicht mehr nötig wird.

Ja, streng genommen bleibt nur mehr eine Krankheit übrig: die ANGST.

Und eine Gesundheit: Stirb und Werde im Licht.

Im 5. Teil werden einige abschließende Gedanken zum Thema vorgetragen.

Angst vor – ist Lust auf.
Dürfen wir es wiederholen:
Angst vor – ist Lust auf.

Die hohe Lust der Seele kann erst werden,
wenn uns die Dinge im Äußeren,
vor allem jene, die wir – ach wie lange nur? –
ängstlich vermeiden wollten,
bis an die Grenzen der alten Welt führten.

Im schablonenhaften, fremdbestimmten Leben wächst die Angst, wenn der Mensch sich seiner Schablonen bewusst wird.

Die Schablonen sind die ungeschriebenen oder geschriebenen Gesetze.

Angst ist die Folge des Gesetzes.

Jesus: Ich bin nicht gekommen,
um das Gesetz aufzulösen, sondern es zu erfüllen.

Ist es erfüllt, so ist es aufgelöst.

Im Licht hört jedes Gesetz auf –
das Licht ist die Liebe,
und die Angst ist nicht in der Liebe.

Der gewöhnliche Tod macht Angst.
Der Goldene Tod, das Stirb und Werde,
das tägliche Sterben,
führt zu Glück und Frieden,
zum tiefen Frieden im Licht,
jenseits der Schatten.

Solve et coagula – Stirb und Werde!

Mensch, was fürchtest Du?
Es kann Dir nur geschehn,
was Dir gemäß und was Dir dienlich ist.
Ich weiß den Tag, wo Du Dein Leid wirst segnen,
das Dich gelehrt zu werden, der Du bist.

Das Licht des Lebens, die Kenntnis vom Wesentlichen,
löst alle Angst auf.

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