Poesie Lyrik

Fallendes Rosenblatt

Dieses Nicht-mehr-sein anzufangen,
nichts ist schwerer.
War doch die ganze Fülle,
das versammelte Ende des vollbrachten Entfaltens
in diese Schwere des Falles gelegt.

Wo nur ist jetzt Da-Sein?

Ist dieses Nicht-mehr-sein nicht
der bis in das Unendliche vermehrte dauernde Besitz?
Ist dieses Nicht-mehr-sein wachsen ohne Altern?
Ist dieses Nicht-mehr-sein niedergeworfener Überfluss des Vollendeten?

Und meine Hand – dazwischengeschoben – zwischen Schwerkraft
und Nicht-mehr-sein.
Mein Fühlen, mein unbestechlichster Sinn
setzt dort an, an dieser Heimatlosigkeit.

Und meine Hand – sich schließend – gerundet um unerschrockenes, furchtloses
Vollendetes.

Künstliche Knospe um absoluter Gewissheit.
Draußen droht
Ungewissheit…

Und meine Hand spürt den Augenblick
des unterbrochenen Falles,
spürt die Überraschung des Verlustes.

Und die Macht der Schwerkraft ist erstaunt
über das Ausbleiben des so sicher Erwarteten…

Diesen erstaunten Moment der Schwerkraft:
ihn gilt es abzuwarten
und – sich ihrem Zugriff entziehend – eintreten in den allumfassenden Bann
des Nicht-mehr-seins.

Foto: HACH
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