Gnosis

Dialog mit dem inneren Gefährten

Unser Innenraum ist unergründlich. Wir verwenden meist zu wenig Zeit darauf, ihn kennen zu lernen. Wenn man sich um einen „inneren Weg” bemüht, erfährt man Emotionales und Gedankliches anders als vorher. Eine der tiefgehenden Erfahrungen ist das Empfinden, dass sich aus der Tiefe etwas seelisch Neues erhebt. Es ist der „innere Gefährte”, von dem Mystiker und Gnostiker sprechen. Ich habe einen Dialog mit ihm in Worten formuliert, doch eigentlich findet er ohne Worte, statt.

Hallo, wo bist du? Antworte mir doch endlich!

Ich spreche doch die ganze Zeit!

Du musst lauter sprechen, ich höre dich nicht, kann dich nicht verstehen.

Hör auf so zu schreien, dann hörst du mich.

Ich schreie? Aber bin ich denn nicht schon ganz still geworden?

Nur nach außen hin, nach innen brüllst du wie ein verletztes Tier.

Ich leide so, bin so enttäuscht.

Wie schön, wie heilsam.

Du machst dich über mich lustig?

Aber nein, verstehst du denn nicht den tiefen Sinn einer Enttäuschung?

Ent-täuschung?

Ja, du hast dich getäuscht, bist aber nun einer Täuschung enthoben, siehst ein wenig mehr von der Wahrheit.

Ich habe Angst zu verbrennen.

Du fühlst dich nur geblendet von der Helligkeit. Du erträgst mein Licht noch nicht. Aber du wirst es lernen, hab‘ keine Angst. Wir sind Gefährten auf dem Weg. Ich werde dich leiten.

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