#1505#
24. August 2011 von Sandra Antesevic

Das Versprechen

Staunend wandert das Mädchen durch die alten, dunklen Straßen der unbekannten Stadt, staunend wandert sie, wandert durch die Welt der Schatten, schauend, suchend, sehnend …

Als sie bei Sonnenuntergang auf einer der Straßen zur oberen Stadt emporsteigt, empfängt sie voller Verwunderung eine lichtvolle Erinnerung. Ein altes Versprechen taucht auf, das ihr irgendwann gegeben wurde: Ich warte auf dich, ich werde dich befreien, erfüllen – für immer.

Sie geht weiter auf ihrem Weg zur Oberstadt. Der Refrain eines Pop Songs klingt ihr durch ein offenes Fenster entgegen:

Whenever, wherever
We’re meant to be together
I’ll be there and you’ll be near
And that’s the deal my dear.

Für einen Augenblick hält sie inne. Ihr Atem, ihr Herzschlag werden ruhig, die Gedanken verstummen.

In diesem Augenblick, dem Moment, in dem Zeit und Bewegung verschwunden sind, geschieht etwas Außergewöhnliches:
es ist, als würde ihr Leben durchlichtet.

Sie vernimmt die stillen Worte:

Hör auf, im Außen zu suchen, Seele, immer woanders,
ich bin doch IN dir, immer, hier und heute;
erinnere dich, komm!

Ich bin das Eine, das dich kennt seit Ewigkeiten,
auch als du jenes Leben
im Land des stillen Lichtes vergessen hattest.

Ich bin das Eine, das du suchst,
erinnere dich und bleibe!

Gemäldeausschnitt: Tina Juretzek

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