Alchemie

Das unveränderliche Rückgrat der Erneuerung

Der Zeitgeist bewirkt Veränderungen. Die Evolution verlangt nach neuen Formen, Methoden, Vibrationen. Die ursprünglichen Prinzipien, Argumente und Hinweise verlieren ihre Kraft, wenn ihnen kein neues Kleid angezogen wird. So wie in einem Geschäft, das auf eine neue Kollektion wartet, erklingt es als Botschaft in der Menschheit: die alten Gewänder müssen raus!

Wir sind eingebunden in die Gemeinschaft alles dessen, was das irdische Leben ausmacht und werden von der Schnelligkeit und Dynamik der Veränderungslawine ergriffen. Doch wohin geht die Reise?

Nach Alfred Adler, Begründer der Individualpsychologie, strebt jeder Mensch nach Vollkommenheit. Adler verbindet dieses Streben mit der „Idee des Gemeinschaftsgefühls als der letzten Form der Menschheit, eines Zustandes, in dem wir uns alle Fragen des Lebens, alle Beziehungen zur Außerwelt als gelöst vorstellen, ein richtendes Ideal, ein richtunggebendes Ziel … die letzte Erfüllung der Evolution”.

Die kosmischen Veränderungseinflüsse, die wir heute erleben, wurden vor 400 Jahren, zu Beginn des 17. Jahrhunderts, durch die Rosenkreuzermanifeste angekündigt: Die Kräfte aus der göttlichen Welt werden intensiver, kommen „näher”, jeder erfährt sie, auch wenn er sie eventuell in ihrer Eigenart nicht erkennt.

Wer auf diese Weise zum Suchen gedrängt wird, wer den atmosphärischen und den inneren Impulsen folgen will, prüft und wählt aus angebotenen Wegen aus. Er sucht nach einem Pfad, der ihm sinnvoll erscheint, in dem er den Sinn seines Lebens finden kann.

Was hat die Welt ihm anzubieten? …eine Menge von religiösen und spirituellen Events, psychedelische und energetische Bewusstseinserweiterung, neue geistige Lehrer und Gurus, soziale Netzwerke, Quantenkommunikation, Inkarnationsreisen, Free Spirit, Astro-Shops, Feinstofflogen … Für jeden Sucher scheint das Richtige dabei zu sein.

Diese Stimmen sagen einmütig: „Mensch! Sei dir dessen bewusst, dass du deinen eigenen Weg finden sollst. Lebe deine Spiritualität JETZT! Beweise deinen Erfolg auf dem spirituellen Weg auch in den materiellen, körperlichen, sozialen Dingen. Bleibe schön und jung, führe ein harmonisches Familienleben, pflege friedvolle Freundschaften, schaff den beruflichen Einstieg, bewahre gute Gesundheit, sei positiv, friedlich, berührend und moralisch.”

Ist das jedoch der geistige Weg? Oder erklingt hier der Ruf einer verführerischen Imitation, einer Nachahmung?

Im Jahr 1933 schrieb Alfred Adler in seinem Buch Des Sinn des Lebens: „Da wäre es eigentlich ein glücklicher Fund, wenn wir Näheres wüssten über die Richtung, die wir einzuschlagen haben, da wir ja doch im Strom der Evolution eingebettet sind und ihm folgen müssen.”

Wer aber wagt es, eine sichere Richtung anzuzeigen?

Auf dem Weg, den ich gefunden habe, geht es um die „Transfiguration”, die innere Verwandlung. Es ist das Gotteswesen, das heranwachsen will. Es geht primär um ihn, den Anderen in mir. Seine Impulse sehe ich als die Richtschnur an, der ich folge. Sie weisen über mein Dasein hinaus, ermöglichen ihm, in der kosmischen Einheit zu erwachen. Mit diesem Weg ist ein Gemeinschaftserleben verbunden, an dem ich teilhabe.

Jan van Rijckenborgh schreibt in dem Buch Der Ruf der Rosenkreuzer Bruderschaft: „Es ist selbstverständlich, dass, da alles im Universum System und Ordnung ist, organisatorische Arbeit, wirklich methodisches Bauen ins Leben gerufen wird, wo das nur irgendwie nötig und nützlich ist, jedoch die Struktur dieses Baues wird jeden Versuch zur Kristallisation von vornherein unmöglich machen müssen.”

In einer zum Göttlichen hin offenen Gemeinschaft sehe ich einen Entwicklungsraum, ein Sprungbrett in die unendlichen geistigen Tiefen und Höhen.

Abb. aus dem Buch: Die alchimische Hochzeit des Christian Rosenkreuz
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