Selbsterfahrung

Das Bildnis

An meinem Arbeitsplatz stehen ganz unscheinbar in einer kleinen Nische zwei oder drei Fotos von meinen Lieben. Es ist schön, ein Symbol oder ein Bildchen zu betrachten.

Aber viel wichtiger und lebendiger ist das INNERE BILD, die innere Offenheit, die Liebe, die aus dem inneren Quell sprudelt. Sie kann immer vorhanden sein. Sie kann aber auch belebt werden oder einen Impuls erhalten durch das Anschauen eines Bildes, das stellvertretend für das innere Bild steht.

Wie oft verlieren wir den Zugang zu dem inneren Bild. Betrachten wir ein äußeres Bild, ein Foto, sei ein lieber Mensch darauf abgebildet oder ein Symbol, eine Rose oder eine schöne Erinnerung an eine besondere Begebenheit, dann kann dabei eine gewisse Routine, eine Gewohnheit eintreten. Ohne Verbindung mit dem inneren Bild sagt das kleine Foto nichts mehr aus, nichts Tiefes, es ist nur noch Oberfläche, wie die Wand dahinter. Das Anschauen ist zur Gewohnheit abgeflacht. Irgendwann nehmen wir es gar nicht mehr wahr.

Wenden wir uns wieder dem inneren Bildnis zu, dann verbindet uns das Wahrnehmen des kleinen Bildchens mit einer Freude im Innern.

Es heißt: „Mach dir kein Bildnis von Gott”. Wir können Gott niemals in der äußeren Form finden, nur in unserem innersten Quell.

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