#1622#
7. März 2012 von Sandra Antesevic

Botschaft der Sphinx

Seitdem es die Sphinx und den Menschen gibt, denkt der Mensch, sie berge ein Geheimnis, vom Anfang der Zeiten her – und vielleicht aus noch fernerer Tiefe. Der ins Weite gerichtete Blick: träumt er von glorreicher Vergangenheit,
erwartet er Wichtiges von der Zukunft? Hütet die Sphinx einen heiligen Ort, einen alten Schatz, ein Losungswort für ewiges Glück?“Wenn ich es nur wüsste“, mag mancher denken, „wäre alles anders für mich, besser, größer …“

Aber die Sphinx in ihrer Einfachheit verbirgt nichts,
erwartet nichts, träumt nichts.

Im Gegenteil. Ein Leuchtfeuer in der Finsternis,
wacht sie unter Schlafenden

und verkündet – vielleicht verwundert darüber,
dass sie kaum erkannt wird – :

Ich teile das Leben nicht in Gut und Schlecht,
nicht in Liebe, Arbeit, Gesundheit.

Ich teile es nicht in Jahre, Monate, Wochen
und nicht in andere Zeiten.

Ich denke nicht über eine glorreiche Vergangenheit nach,
noch erwarte ich eine bessere Zukunft,

auch ziehe ich keine Linie in den Sand,
Heiliges von Unheiligem scheidend,
Gewohntes von Ungewohntem.
Ich kennzeichne nicht Orte,
nicht Zeiten noch andere Unterschiede,
verberge nichts, schaue nicht nach links noch nach rechts,
nicht nach oben und auch nicht nach unten,
beteilige mich nicht an schönen und nicht an schlechten Träumen,
die wie Wolken schweben
und sich über der Unendlichkeit des Lebens auflösen.

Nirgendwo gehe ich hin.
Wenn sich auch Land und Meer,
Wüste und Oase abwechseln
und aneinander reihen,
bleibe ich.
Ich bin.
Lebendig und wach,
Jetzt und auf ewig.

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