Poesie Lyrik

All-es in uns – ein Feuerpoem

1
Alle Gefühle kommen aus uns,
aus uns, nie von außen.
Gefühle, auch Emotionen, sind in uns.
Diese auslösen kann nur, was uns ähnlich ist,
wo ähnliche Klänge schwingen.
Mit all unseren Gefühlen verhält es sich so,
ob wir dazu geneigt sind, sie mal „positiv”,
in einem anderen Fall „negativ” zu nennen,
je nach Ideologie, je nach Gewohnheit,
je nach Korsett und zwingendem Muster.

Die Situation außen ist nicht Ursache für unsere Reaktionen.
Ursache sind wir selbst – und stets,

gewohnheitsmäßig – angetrieben durch alte Angst – wenden wir
die Dinge nach außen, irgendwo außerhalb von uns,
da ist es, das Böse,
das unser Zwergen-Ich in Frage stellt.

2
Wie lange dauert es, bis wir endlich erkennen,
für alles, alles, a l l e s verantwortlich zu sein,
was uns passiert – ohne Ausnahme –
und ganz gleich, was es ist, was auf uns stößt.

Dies hat nichts zu tun mit Schuld oder Nicht-Schuld,
es bedeutet nur, dass wir, jeder für sich,
Urheber seines oder ihres Erlebens sind.

Ach, ihr geliebten Freunde, wie lange musste es dauern,
bis es mir deutlich wurde, dass es so ist, nur so,
nicht anders; wie lange musste meine Seelen brennen,
bis ich es, jenes Feuer, jenes Brennende
als Boten erkennen konnte!

3
Die Botschaft kam aus der Stille,
sie kam aus dem Licht.

4
Eine weitere Reaktion – dankbar sein jenen,
die den Brand-in-uns entfachen.
Sie sind es, die die oft unbedankte Aufgabe haben,
Boten zu sein.
Wie oft wurden sie bekämpft von uns,
ausgestoßen, missachtet und beleidigt. –
Doch wie beharrlich folgten sie ihrer Mission.

Und wenn er wieder nagt, der Schmerz der Unerfülltheit, der Schmerz der Sehnsucht, der oft so unermesslichen, dann,
Schmerz, ich bitte dich, reinige meine Seele von den Schlacken der alten Dunkelheit.

5
Ach, wie sinnlos ist es, zu kämpfen gegen das Negative, gegen die Schemen und Dämonen der Finsternis. Es ist Schattenboxen.

Dunkelheit kann nicht behandelt werden, nie. Mit Dunkelheit sollt ihr gar nichts machen, wozu auch; lasst sie. Mögt ihr eure Energie vergeuden, indem ihr die Dunkelheit bessern wollt? Sie kann nie besser als bestenfalls ein wenig grau werden – und dieses Grau ist vielleicht gefährlicher als echtes Schwarz.

Nur ein Mittel gegen Dunkelheit: Feuer zu
Licht werden lassen,
mit Feuer den Raum in uns und um uns füllen;
Stille – Sein – Jetzt.

Fotos von Hermann Achenbach
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