Poesie Lyrik

Alchemie

Noch können wir uns nicht erkennen.
Noch dürfen wir uns nicht erkennen.

Uns werden die Augen zugebunden.
Das Licht unseres Gegenüber würde uns zu sehr blenden, wir würden blind werden.

Uns werden die Ohren zugehalten.
Die Stimme des Anderen in uns hat so eine Macht, so eine Gewalt, wir würden die Vibration nicht ertragen können.

Unsere Empfindungen sind taub.
Unser lichtes Gegenüber ist wie ein verzehrendes Feuer, wir würden verbrennen.

Noch sind wir geschützt, geschützt voreinander.

Aber die Sehnsucht lässt nach und nach das Feuer zu, das Feuer, das reinigt, läutert.

Das Feuer verbrennt das Unreine im Spiegel, dessen Trübung uns unser Gegenüber vorenthält.

Ist der Spiegel erst einmal klar wie ein Kristall, dann ist nichts mehr in uns, das die Liebe des Anderen uns gegenüber nicht ertragen könnte.

Wir erkennen ihn
Wir sehen ihn
Wir hören ihn
Wir sind in seiner Liebe
Wir sind Liebe.

Foto der Autorin
Kommentare

Ihr Kommentar