3. März 2020 von Angela Klangthal

Gutes Bauchgefühl

Jeder kennt diese Redewendungen zur Genüge: Etwas schlägt auf den Magen, Entscheidungen aus dem Bauch treffen, du bist was du isst oder Schmetterlinge im Bauch haben. Unsere Gefühle und Emotionen werden zwar vom Gehirn gesteuert, spiegeln sich aber auch durch bestimmte Empfindungen im Bauch wieder. Es findet demzufolge eine enge Zusammenarbeit zwischen den beiden Körperregionen Gehirn und Bauch statt. Diese Thematik wird in der Arte-Dokumentation „Der kluge Bauch – Unser zweites Gehirn“ auf amüsante und leicht verständliche Weise dargestellt. So wird das Glückshormon Serotonin auch im Magen- und Darmtrakt vorgefunden und kann durch unser Essen (z.B. Schokolade, Banane) beeinflusst werden.
Unsere Magen- und Darmregion ist von unzähligen (Billionen) Bakterien besiedelt, deren Anzahl und Qualität unsere Identität genauso bestimmen wie unser genetischer Fingerabdruck. Unser Immunsystem wird stark von der Situation im Magen- und Darmtrakt bestimmt. Wir nehmen ständig durch unsere Umwelt neue Bakterien auf und geben diese auch wieder ab. Die Magen- und Darmregion als Mikrokosmos mit unzähligen kleinen Lebewesen (Bakterien, Parasiten, Pilzen) ist ein Abbild des sie umgebenden Ökosystems (Makrokosmos) und funktioniert nach ähnlichen Gesetzmäßigkeiten: wie oben so unten – wie im Kleinen so im Großen. Wir stehen als Individuum also im permanenten Austausch mit unserer Umgebung, befinden uns in stetiger Verbindung und beeinflussen uns also auch gegenseitig.

So könnte der Verzehr von Tieren, die unter widrigen Bedingungen gehalten werden oder die von der Tötung gestresst sind, auf den Umweg Bauch möglicherweise eine negative Auswirkung auf unser Gehirn und unsere Psyche haben. Das gleiche gilt natürlich auch für tierische Produkte, die wir konsumieren (z.B. Eier, Milch). Daher kann auch der trendige Ausspruch: Du bist was du isst! bittere Realität werden.

Foto: Angela Klangthal

 

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