Vortrag

Verborgene Aussagen in Bachs Werken und die Bedeutung für das Rosenkreuz

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Vortrag von Hermann Achenbach

Johann Sebastian Bach war ein Repräsentant historischer Prozesse. Mit ihm ging ein ungeheurer historischer Umbruch einher. Vom Barock, das noch teilweise vom Mittelalter geprägt war, ergießt sich die Kultur in das Rokoko-Zeitalter und von da aus in die Klassik. Und dort klingt bei Beethoven schon die Romantik an, die bis heute fortdauert und spürbar ist. Der Wandel kommt sprunghaft, die Zeiträume werden immer kürzer. Auf immer Weniger kann man sich verlassen – bis auf den Wandel selbst.

Ich möchte noch auf weitere Werke von Bach eingehen und versuchen, die Bedeutung der rosenkreuzerischen Inhalte heraus zu arbeiten.

Goldbergvariationen

Wer sich intensiv mit den Goldbergvariationen beschäftigt, erkennt neben einer außergewöhnlichen schönen Musik, eine deutliche Dreigliederung des Werkes.

Eine Dreigliederung sagt ja noch gar nichts, werden Sie sagen. Ich komme darauf nochmal zurück. Vielleicht ist die Betrachtung auch spekulativ, aber im Ergebnis wird hier der berühmte Fall des Menschen aus dem Göttlichen, der Rauswurf aus dem Paradies beschrieben. Aber nicht nur das: In der Mitte des Werkes empfindet man die Ratlosigkeit des Menschen in dem erschütternden Eindruck der größten Entfernung vom Göttlichen, der Leere. Haben Sie das schon mal empfunden? …Und in diesem Zustand wendet der Mensch sich um und der „sogenannte verlorene Sohn” macht sich wieder auf den Heimweg.

Abstrakt gesprochen, es findet ein Umwendungsereignis oder eine Menschheitsrevolution statt. Freiheit nach Gebundenheit, Liebe nach Hass, Angst, Qual und Leid. Die Rosenkreuzer formulieren es so: Der so weit abgewendete Mensch wird in seinem Herzen gerufen. Hier wird er berührt, denn hier befindet sich „bereits” der Gotteskeim (Uratom, Lotus). Diesem Schritt folgt die Revolution im Haupt oder dem Schädel. In der Bibel ist von der Schädelstätte von Golgatha die Rede, dem Ort der Kreuzigung. Gekrönt wird dieser Prozess mit der Auferstehung, der Rückkehr in das Göttliche Lebensgebiet der Seele…

ACRC
Dieses Kompendium des ganzen Alls habe ich mir
in meinem Leben zu einem Grabe gemacht.

Jesus ist mir alles.
Es gibt keinen leeren Raum.
Das Joch der harten Gesetze.
Die Freiheit des Evangeliums.
Gottes Glorie ist unantastbar.

Berücksichtigt man die Aria am Anfang und am Ende nicht, ergeben die Variationen 1 bis 15 die Taktzahl 544, das ist der Wert des Grabspruches des Christian Rosencreutz . Sie erinnern sich: „A.C.R.C. Dieses Kompendium des ganzen Alls habe ich mir in meinem Leben zu einem Grabe gemacht.”

Die Nr. 16, die Ouvertüre mit dem Wert 95 entspricht dem Wert für das Wort „Todesjahr”.
Die Variationen 17 bis 30 ergeben den Wert 446 = 14 x 8 x 4 = 1484, das Sterbejahr von Rosencreutz.

Ist das von Bach bewusst gemacht worden?
Wenn ja, wie hat er das trotz ununterbrochener Produktivität noch dieses Zahlenwunder realisieren können? Es gibt Musiker, die sagen: Es ist kaum vorstellbar, wie ein Mensch diese Notenmasse überhaupt komponieren und aufschreiben kann. Zu schweigen von seinen Improvisationen, die für alle Zeiten nie wieder hörbar sein werden… Es sei denn, er inkarniert wieder…

Gibt es kosmische Strukturen, die sich in seiner Musik unbewusst wiederspiegeln?
Was hat es mit den und Hinweisen auf Christian Rosencreutz auf sich?
Kannte Bach rosenkreuzerische Ideen? Söhne von ihm waren Freimaurer mit verwandten Weltsichten. Aber was Söhne tun, wissen Väter oft nicht. Dies spricht eher gegen Bachs Beschäftigung mit den Freimaurern oder dem Rosenkreuz. Auch lässt seine theologische Bibliothek, die man gut kennt, wenig Rückschluss auf Mystik und Esoterik zu.
Rudolf Steiner sagt sinngemäß in einem seiner Werke, dass sich gewisse Zahlen doch einfach empirisch aus dem Weltall gewinnen lassen, man benötige nur ein Gefühl für die zahlenhafte Struktur des Kosmos.

Wenn das denkbar und möglich ist, dann muss Bach exorbitant mit diesem Gefühl ausgestattet gewesen sein – das heißt er verfügte über einen entsprechend polarisierten und befähigten Astralkörper. Mit diesem konnte er wie mit einer „Spezialantenne” (vielleicht unbewusst) kosmische Strukturen und Verhältnisse empfangen.
Im Allgemeinen wird Bachs Kunst als hohe Ausprägung protestantischer Kirchenmusik gedeutet. Dabei wird übersehen, dass Bach gerade die Enge und Beschränktheit der damaligen Gedankenwelt, aber auch die teilweise bedauernswerten Textvorlagen mit seiner Musik weit überwindet. Bachs Musik führt zu einem neuen Evangelienverständnis, zu dem die evangelische Kultur damals nicht fähig gewesen ist- so seine Biografen. Nehmen wir als Beispiel die Johannespassion. Hören Sie sich den Eingangschor an und Sie werden ihn nie mehr vergessen.

Für Bach war der Tod nicht das Ende vom Leben, sondern er verstand ihn als „tägliches Sterben” – das Lösen von den materiellen Gebundenheiten und von der egozentrischen Versteinerung.

Für Bach war das Golgathageschehen nicht die Hinrichtung des historischen Christus, sondern die Erneuerung in unserer „Schädelstätte”, die auf der Barmherzigkeit, der Liebe beruht.

Die Barmherzigkeit und die Liebe Gottes zu seinen Geschöpfen ist der Kern des Golgathageschehens. Sie bildet den Kreuzigungspunkt, in dem sich der waagerechte und der senkrechte Kreuzbalken im Golgatha-Drama berühren. Dieser Kreuzigungspunkt ist übrigens das Rosenkreuz. Diese Rose symbolisiert die Liebe Gottes zu dem Werk seiner Hände…

Bach wirkte im auslaufenden Fischezeitalter. Aquarius ließ sein heiliges Wasser bereits spürbar über die Menschen ausgießen:
* Befreiung von feudaler Bevormundung
* Französische Revolution
* Auflösung alter Strukturen vom Barock über Rokoko zum Klassizismus…

Meine Damen und Herren, hier fanden ungeheure Umbrüche statt und es gab schon einzelne, die den Christus im Ätherischen wahrnehmen konnten:
Hierzu gehörte auch Johann Sebastian Bach!

In seiner Musik ist bereits die unmittelbare Christuserfahrung spürbar.
Der Dogmatismus geht unter angesichts dieser direkten Christuskraft. Der Prozess ist heute noch im vollen Gange und wird jede Bevormundung aus der Welt schaffen. Nordafrika, Arabien, Palestina/Israel, China, Japan mit dem Hammer der Natur, Russland und auch wir werden nicht verschont vom Aufbrechen der alten Strukturen. Die Menschheitsrevolution vollzieht sich, ob wir es wahrhaben wollen oder nicht – meine Damen und Herren, – si ist nicht aufzuhalten.
Das Zeitalter der Befreiung steht bevor.

Lassen Sie mich nun auf die Rosenkreuzer und die Zitate Bachs eingehen:
Was will uns eigentlich der sog. Grabspruch, die Eingravierung auf der Messingplatte sagen?

A.C.R.C. Dieses Kompendium des ganzen Alls habe ich mir in meinem Leben zu einem Grabe gemacht.

Weitere Aussagen auf dieser Platte:
* Jesus ist mir alles.
* Es gibt keinen leeren Raum.
* Das Joch des Gesetzes.
* Die Freiheit des Evangeliums.
* Gottes Glorie ist unantastbar.

Warum sagt Bach, dass er das Kompendium des ganzen Alls zu seiner Lebensaufgabe gemacht hat?

Die Antwort lautet: Er hatte die göttliche Aufgabe, zu erneuern, alles das was man als Gottesdienst kannte, zu reformieren. Mit Hilfe der Kunst, seiner Musik, hat er die Grundlagen der Spiritualität neu formuliert und dem Menschen ins Herz geschrieben. Nicht mit Worten und nicht mit Symbolen über die man trefflich streiten kann. Mit musikalischen Mitteln hat er in die Seelen der Menschen geschrieben. Bach konzentriert in seiner Person mit diesem Kompendium, der Zusammenschau am Ende des Barockzeitalters alle Zeitalter vor ihm. Rudolf Steiner sieht eine Kraftlinie von Abraham 1700 vor Christi bis hin zu Bach 1700 Jahre nach Christi wie eine Art kosmischer Spiegelung um das Jahr 0. Zwei außerordentliche spirituelle Impulse ereignen sich im Weltengeschehen durch zwei herausragende Persönlichkeiten, die ihre Aufgabe von Gottes wegen verstanden und ausgeführt haben. Es ist ein „neues Hellsehen” in Bach zu empfinden: das Erkennen geistiger Prozesse im Ätherischen. Die Bibel sagt: Christus wird wiederkommen in den Wolken des Himmels.

Das künstlerische Streben, die musikalische Quintessenz ist es, dieses Kompendium, diese Einzigartigkeit, das Göttliche durch sich fließen zu lassen. Wie ein Sufitanz – die rechte Hand nach Allah erhoben, das Göttliche zu empfangen, die Linke lässt Es in die Materie fließen. Und dies konzentriert Bach in seinen Goldbergvariationen. Sie sind das Dokument, die das beweist. Er zitiert eine historische Aussage, die auf der Grabplatte des Christian Rosencreutz eingraviert ist. Ein Zitat, das damals sicher nur wenigen Menschen bekannt war, das aber nun allen Menschen zur Verfügung steht…

Wer war dieser Christian Rosencreutz?

Stellen Sie sich einen Menschen in seinem ursprünglichen göttlichen Zustand vor! Geht nicht – ich weiß! Trotzdem versuchen Sie es, meine Damen und Herren. – Es gibt die Vorstellung von Eva und Adam im Paradies.

Er weicht von seinem göttlichen Weg ab, der aus dem Paradies herausführt in unsere bekannte Naturordnung. Dieser Natur passt sich seine Körperlichkeit an. Das heißt: Die Körperlichkeit im göttlichen Gebiet war eine andere als die uns bekannte stoffliche.
Er verliert seine bewusste Erinnerung an seinen früheren Zustand und seine Kraftpotentialität zieht sich in einen unbewussten Punkt in seinem System zurück. Das heißt: Das was das Wesen im Göttlichen konnte und kannte, ist jetzt nicht mehr im Zugriff.

Viele erfahrungsreiche und leidensreiche Inkarnationen folgen für den Mikrokosmos.
Impulse, Botschaften aus dem Göttlichen versuchen Kontakt mit dem Rest an Urerinnerung aufzunehmen. In der Bibel wird dies beschrieben: Gott lässt nicht die Werke seiner Hände!
Der „Letztgeborene” in diesem Kräftesystem ist Christian Rosencreutz. Die Rosenkreuzer nennen dieses Kräftesystem Mikrokosmos. Der Letztgeborene ist in der Lage alle Bindungen in der Materie loszulassen. Diese Situationsbeschreibung wird symbolisch als „Grab” angedeutet. Und der vollzogene Prozess wird umschrieben mit: „Dieses Kompendium des ganzen Alls habe ich mir in meinem Leben zu einem Grabe gemacht.”
Interessanter Weise berichtet die Fama Fraternitatis, dass das Grab nicht leer gefunden wird. Seine Jünger finden ihn dort „unversehrt und ohne jede Verwesung” in einem reich ausgestatteten Grab. – Das Bild für den erneuerten Menschen. Eine deckungsgleiche Überlieferung gibt es über Hermes Trismegistos und wie wir alle wissen über Jesus Christus.
Jesus bot nach seinem Kreuzestod seine Schätze seinen Jüngern in Worten an.
CRC sprach mit den Symbolen seiner Grabkammer und nicht mit Worten. Paulus beschreibt diesen Prozess: Das Verwesliche muss die Unverweslichkeit anziehen…

Und was hat das mit Bach zu tun?

Ja, meine Damen und Herren,

meine Interpretation ist: Bach ist ein solcher Letztgeborener in seinem Mikrokosmos. Er dokumentiert das in vielen seiner Werke und so auch in den Goldbergvariationen. Es ist sein Lebenslauf mit seiner von Gott gegebenen Lebensaufgabe. Deren Kampf und deren Erfüllung einschließlich des Todesdatums werden in der Musik deutlich.

Am Ende gibt er seinen Auftrag (erledigt) wieder an seinen Auftraggeber zurück.
Spricht auch er zu seinen Jüngern? Ich meine tausendfach! Jubelruf über Jubelruf zur Ehre Gottes…

Ehre sei dir Gott gesungen

Auch kann man die abendländische Musikgeschichte aufteilen in die Zeit vor Bach und die Zeit nach Bach.

Mit seinem Tod endete die Barockzeit (und damit die Renaissance und das gesamte Mittelalter und das Altertum). Eine Zeitlang nach seinem Tod war seine Musik sogar in Vergessenheit geraten. Dann taucht Bach aber wieder auf:

Mit den Namen Beethoven, Mendelssohn-Bartholdy, Brahms, Mahler, Anton Webern, Schostakowitsch, im Jazz des 20. Jahrhunderts im Rock and Roll.

Diese sind seine Jünger und wir seine Hörer! Seine Botschaften werden so der Nachwelt weitergeben.

Beethoven hat noch für die letzte Bachtochter gespendet, damit diese Bache nicht austrocknet – nicht Bach, Meer müsste dieser Mann heißen.

Mendelssohn hat viele große Werke von Bach im 19. Jahrhundert wieder aufgeführt – mit größtem Erfolg und Bewundern.

Brahms hat für Clara Schumann die Violinciaccona für die linke Hand für das Klavier neu geschrieben. Hören Sie sich das 1. Klavierkonzert von Brahms an im langsamen Satz das Fugato wunderbar im bachischen Stil gesetzt – traumhaft.

Mahler sagte, alle Lebenskeime der Musik sind in Bach vereint wie die Welt in Gott. In Mahlers Komponierhäuschen stand neben vollständigen Goethe- und Kantausgaben „an Noten nur Bach”.

Anton Webern der große „12-Töner” sagte: „Alles findet statt bei Bach”. So ist die 12-Ton –Musik ohne Bach auch nicht denkbar.

Und Tausende von Rockmusikern und Jazzkomponisten sind ohne Bach nicht wirklich vorstellbar.

Alle Musiker und Komponisten nach ihm sind seine eigentlichen Nachkommen sagt Schostakowitsch. Er sieht in diesem Zusammenhang Bach als eine Erscheinung von gewaltiger kulturhistorischer Bedeutung.

Wissenschaftler, alle Musiker, die Bach lieben und die Zuhörer seiner Musik: – Jünger!

Zurück zum Grabtempel:

Der Grabtempel ist ein vollkommener magnetischer Raum, den das Rosenkreuz das neue Lebensfeld nennt. In diesem Tempel ist der erneuerte Mensch anzutreffen. Dieser Mensch sagt von sich:

1. Jesu mihi omnia – Jesus ist mir alles: dies ist kein frommes Geschwätz, sondern bedeutet, den Erlösungsplan mit Freude annehmen.

2. Es gibt keinen leeren Raum: Das Persönlichkeitsbewusstsein ist die sichtbare Manifestation des Allbewusstseins. Als Persönlichkeit sind wir einsame Wanderer in dieser Welt. Dem Allbewusstsein nach sind wir jedoch Teilhaber an der großartigen Schöpfungsoffenbarung. Die Kräfte der Alloffenbarung durchdringen alle Universen und insofern gibt es keinen leeren Raum. Denken Sie an die Aussagen der heutigen Quantenphysik, der Quantenphilosophie.

3. Das Joch der harten Gesetze: In der aktuellen Aquariusstrahlung wird die Unfreiheit besonders schmerzhaft spürbar. Das empfand auch Bach intensiv. Paulus sagt: Wenn Sie das Gesetz erfüllen und mit Ihrem Persönlichkeitsbewusstsein das Allbewusstsein erkennen, können Sie aus dem Kreislauf der Dinge erlöst werden.

4. Die Freiheit des Evangeliums: Mit Evangelium sind nicht die in Büchern festgehaltenen Worte gemeint, sondern ein Kraftprinzip. Der für die göttlichen Kräfte offene Mensch, wird somit das Evangelium, die Kraft wahrnehmen. Dieser Mensch wird die richtige Atmosphäre erspüren.

5. Gottes Glorie ist unantastbar: Über Zeit und Raum, über diesem Feld des Werdens der Entwicklung steht als eine ewige Sicherheit, dass der Plan Gottes mit der Menschheit unantastbar ist. Der Schöpfungskeim liegt in uns allen verborgen.

Nur in aller Kürze können hier die Kernaussagen, die im Tempel des Rosenkreuzes für jeden Menschen, der dazu bereit ist, zur Verfügung stehen, besprochen werden.

Der universelle Bach hat diese Kernaussagen in seine Werke eingewoben. Entweder hat er es bewusst getan oder er hat mit seinen Kompositionen aus dem Universellen geschöpft und die kosmischen Strukturen sind sozusagen automatisch eingeflossen. Was wirklich geschehen ist, muss offen bleiben.

Neues Thema
Die Ciaccona, die Chaconne aus der Violinpartita Nr. 2

Wenden wir uns nun der berühmten Chaconne zu, diesem wunderschönen letzten Satz aus einer Violinpartita Nr. 2.
Sie ist nicht nur wunderschön, sie ist sogar ein Wunder…
Folie: Hinweis auf 6 Werke für Violine Solo ohne Basso

Werke für Solovioline von JSB

BWV 1001 Violinsonate Nr. 1 g-moll
BWV 1002 Violinpartita Nr. 1 h-moll
BWV 1003 Violinsonate Nr. 2 a-moll
BWV 1004 Violinpartita Nr. 2 d-moll
BWV 1005 Violinsonate Nr. 3 d-moll
BWV 1006 Violinpartita Nr. 3 E-Dur

Kompositionen 1720

Maarten ´t Hart schreibt in seinem Buch „Bach und ich” über die Chaconne:
Alles, was ihr vorangeht, versinkt im Nichts vor dieser musikalischen Gewalt!
Brahms schreibt an Clara Schumann: Die Chaconne ist mir eines der wunderbarsten, unbegreiflichsten Musikstücke. Auf ein System, für ein kleines Instrument schreibt der Mann eine ganze Welt von tiefsten Gedanken und gewaltigsten Empfindungen. Wollte ich mir vorstellen, ich hätte das Stück machen, empfangen können, ich weiß sicher, die übergroße Aufregung und Erschütterung hätte mich verrückt gemacht.

Ansicht von Cöthen

Nach einer Reise mit seinem Fürsten Leopold nach Karlsbad im heutigen Tschechien kommt JSB zurück nach Köthen und findet sein Haus verschlossen. Weder Frau noch Kinder kommen ihm entgegen – außergewöhnlich.

Zu seiner Verwunderung wird er am Marstall von der Geheimrätin von Zanthier begrüßt.
„Wo ist Maria Barbara? Wo sind die Kinder? Hat man ihr nicht unsere Heimkehr vermeldet?”
Die Geheimrätin verneint mit ernstem Ausdruck ihrer Augen, Lippen und Hände.
„Ist sie krank?”

Es ging alles so unerwartet schnell…Ihre letzten Gedanken waren nur bei Euch…
Bach war stehen geblieben. Es durchlief ihn wie ein Strom von eiskaltem Schneewasser.
Erst am nächsten Tag schritt er langsam mit seinen Kindern zur Ruhestätte der Herzallerliebsten und besten aller Mütter – Maria Barbara. Sie war am 7. 7. 1720 verstorben und sogleich begraben worden.

Im gleichen Jahr schrieb er diese 6 Solo-Violin-Stücke unter dem Eindruck des Todes seiner 1. Frau.

Der erste Teil der Ciaccona wird durch die Takte 1 – 8 und 124 – 132 eingefasst. Diese Takte haben den Tonbuchstabenwert von 936.

Die ersten 17 Töne des Werkes weisen den Wert 95 auf, d.h. Maria Barbara Bach.

Ciaccona JSB + MBB
Johann Sebastian Bach = 158
Maria Barbara Bach = 95

Die Schlußbegrenzung des 1. Teiles weist 158 auf. Das ist die Bachzahl für Johann Sebastian Bach.

Die Summe der Namenszahlen, derer, die den Tod der Frau und Mutter beklagen lautet 936, der Buchstabenwert seines Namens und seiner Kinder.

Die Trauernden:

Johann Sebastian Bach
Catharina Dorothea Bach
Wilhelm Friedemann Bach
Carl Philipp Emanuel Bach
Johann Gottfried Bernhard Bach

Ein neuer Gedanke

Ex Deo Nascimur

Werfen wir nun einen weiten Blick auf die Ciaccona:

Es gibt einen Rosenkreuzerspruch, der Wesensgrund, Wegbeschreibung und Kraftaufruf ist. Man kann auch sagen, er ist das Kompendium des Rosenkreuzweges.

Dieser Spruch ist wirklich etwas Heiliges!

Er lautet:
Ex Deo Nascimur Aus Gott werden wir geboren
In Christo Morimur In Christus sterben wir
Per Spiritum Sanctum Reviviscimus Durch den Heiligen Geist werden wir auferstehen

Dieser Spruch wurde ebenfalls im Grabgewölbe des CRC gefunden.

Was sagt er uns im Prinzip?

Aus Gott werden wir geboren bzw. durch seinen Geist entflammt. Dies ist kein Spruch oder Erbauungstext, sondern ein Feuer, eine brennende Kraft, die durch das Blut jagt.
Dieses Feuer hat uns bis dahin getrieben, wo wir uns jetzt befinden. Der Tod bringt uns in Zeitnot. Wie oft schon?

Wo wollen wir noch hin?

Wonach suchen wir?

Suchen wir schon nach dem Heilsgeheimnis?

Bis endlich der Sucher das Wort entdeckt: In Jesu Morimur – In Christus sterben wir – .
Hier endet das Getrieben-werden in einer Art Selbstopferung. Wenn der Christus im Evangelium spricht: „Wer sein Leben verlieren will um meinetwillen, der wird es behalten. Kommt alle her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.” Durch die Christuskraft wird der wahre Weg gewiesen und die Kraft zur Verfügung gestellt, das Begehren auf die richtige Weise einzusetzen.

Man kann die Entwicklung nicht einfach dem sog. lieben Gott überlassen. Nein, es geht um einen von Gott gegebenen Auftrag.

Dem Menschen wird ein göttliches Geheimnis anvertraut, nämlich wie ich durch Bewusstsein Begehren in Heilbegehren umwandle.

Wer diese Rose empfangen hat, hört die magische Musik:
Per Spiritum Sanctum Reviviscimus
Dem Menschen wird der Plan Gottes mit Welt und Menschheit wieder bewusst. Diesen Plan hatte er nur vergessen, beim Hinaustreten aus dem Paradies, dem göttlichen Gebiet.

Dieser Plan muss durch Menschenhände, Menschenhäupter und Menschenherzen erfüllt werden. Dann wird er durch den und im Heiligen Geist wiedergeboren und auferstehen.

Aus den lateinischen Worten ergibt sich der Zahlenwert: 756
Das Bassfundament der Chaconne besteht aus 9 Noten. Die Notenwerte in den Takten summieren sich auf 756. Dieser Wert entspricht dem Wortwert der besprochen Spruches in lateinischer Sprache.

Bewusste Gestaltung, kosmische Eingebung oder Zufall?

Für meine Begriffe war Bach ein Letztgeborener in seinem Mikrokosmos. Er hat seinen göttlichen Auftrag erfüllt.

Göttliche Aufträge haben was mit der Dreiheit, die ich zu Beginn meines Vortrages andeutete, zu tun. Solche Aufträge entspringen der Idealität, also der wahren Wissenschaft. Sie werden stark durch die Vitalität, die Kraft wahrer Spiritualität. Und sie werden realisiert durch die wahre Kunst. Und in diesem Sinne ist jeder Mensch ein Künstler.

In diesem Sinne, meine Damen und Herren, wird Kunst zur höchsten Gestaltungsaufgabe. Universelles Wissen und universelle Kraft drängen uns, das Göttliche in uns in die Realität zu bringen. Das heißt: Wahre Kunst = universelle Offenbarung.

Johann Sebastian Bach war zweifellos ein solcher Künstler, der mit seinen Werken vom Licht, vom Ursprünglichen zeugt. Er baut eine Brücke vor unser Bewusstsein: Von dieser Welt in die göttliche Welt.

Hermes Trismegistos, dem 3-fachen Meister nach Geist, Seele und Körper, schrieb vor Jahrtausenden: Die wahre Wissenschaft und die wahre Kunst wachsen aus der wahren Religion!

Unsere Sehnsucht und unser Heilbegehren richtet sich auf das Ungeoffenbarte, auf das noch nicht wahrgenommene Licht. Bei Bach findet eine fortwährende Lichtberührung statt. Sie wird uns vermittelt: Von Herzschlag zu Herzschlag durch Saiten, Pauken und Trompeten…

Wahre Kunst ist die Verwandlung von der sterblichen Persönlichkeit zur Unsterblichkeit.
Jeder Mensch macht sich durch die Verwirklichung seiner göttlichen Aufgabe unsterblich.
Herzlichen Dank, meine Damen und Herren, für Ihre Aufmerksamkeit und Ihre Toleranz.

Ich bitte Sie nun um Ihre Aufmerksamkeit für Veronika Jefremova und Bachs Violinchaconne.

Literaturverzeichnis zum Thema Bach

Vorträge Amsterdamer Symposien: Das Erbe des Christian Rosenkreuz
Jan van Rijckenborgh: Die Gnosis in aktueller Offenbarung
Jan van Rijckenborgh: Es gibt keinen leeren Raum
Jan van Rijckenborgh: Fama Fraternitatis RC
Rudolf Steiner: Das Wesen des Musikalischen
Arno Forchert: Johann Sebastian Bach und seine Zeit
Otto Daube: Das Leben des wohledlen und hochachtbaren Johann Sebastian Bach
Friedrich Smend: Bach in Köthen
Helga Thöne: Johann Sebastian Bach - Ciaccona
Maarten ´t Hart: Bach und ich
Werner Korte: Musik und Weltbild   Bach und Beethoven
Frank Berger: Der okkulte Bach
Kees van Houten: Die Kreuzform in der Matthäuspassion
Karin von Maur: Vom Klang der Bilder
Willi Reich: Johann Sebastian Bach   Leben und Schaffen
Karl Hesselbacher: Der fünfte Evangelist
Wolfgang Sachse: Menuett und Motette
Endres/ Schimmel: Das Mysterium der Zahl
Johann Valentin Andreae: Die chymische Hochzeit des Christian Rosencreutz
Luc-André Marcel: Johann Sebastian Bach in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten
Martin Geck: Johann Sebastian Bach
Meinhard Walter: Die ganze Welt bewundert Bach
Lisbeth Haase: Oh, wie liebten sie ihn und sein Spiel
Fernis Haverkamp: Grundzüge der Geschichte
Ludwig Prautzsch: Bach und Beuys
Breitkopf und Härtel: Johann Sebastian Bachs geistliche und weltliche Kantatentexte
Werner Neumann: Johann Sebastian Bach – Sämtliche Kantatentexte
Bacharchiv Leipzig: Expedition Bach
Köhler und Amelang: Die kleine Chronik der Anna Magdalena Bach
Alfred Dürr: Die Kantaten von Johann Sebastian Bach
Baigent/ Leigh: Verschlusssache Magie
Philipp Spitta: Johann Sebastian Bach
Andreas Liebert : Mein Vater der Kantor Bach
Breitkopf und Härtel: BWV
Petzold/ Petri: Johann Sebastian Bach – Ehre sei dir Gott gesungen
Chöthener Bachhefte
Klaus Derick Muthmann: Musik du Erleuchtung
Christine Wolter: Mariane oder die Unsterblichkeit
Michael Alt: Das musikalische Kunstwerk
Klaus Eidam: Das wahre Leben des Johann Sebastian Bach  
Arthur Schopenhauer: Die Platonische Idee – Das Objekt der Kunst
2 Kommentare
  • FrankBeantworten

    „Dieser Mensch wurde auf der Erde geboren und sollte dort eine geistige Aufgabe vollbringen. Das, was du wahrgenommen hast, war der allerletzte Augenblick, seine Vorbereitung hat aber ein halbes Jahrhundert gedauert. Viele Jahre bereitete er sich vor, genauso wie sein geistiger Leiter, den du auch wahrgenommen hast. Jetzt ist er bereit, er ist schon in der Welt des Unbewussten und wird bald geboren werden. Dieser Mensch wurde ein Komponist und er hatte, wie ich schon sagte, eine geistige Aufgabe zu vollbringen. Hast du auf der Erde schon einmal die Matthäus-Passion gehört, ?“

    „Ja, jetzt weiß ich auf einmal alles. Welch ein Wunder.“

    „Was du da hörtest, kam aus unserer Welt. Dafür machte dieser Mensch sich bereit, um das der Erde zu schenken. Hierin bringt er das Leben und Leiden und Sterben von Christus zum Ausdruck.

    Wer das hört und es hören will, erlebt das, was auf dieser Seite geschehen ist, woran so viele Wesen und Engel mitgeholfen haben.

    Wenn du das erlebst, mein Sohn, steigst du in Christi Leben ab.
    Dann wirst du erleben, in Gesang und Musik, was du vorher, als wir dort waren, erlebt hast. Wer das gut erlebt, macht keine Fehler mehr und sündigt nicht mehr. Wenn der Mensch auf der Erde das gut begreift, dann fühlt er, dass das eine Mission sein muss und er nur dafür auf der Erde geboren wurde. Wer das herausfühlt, fühlt Gott und das Leben und Leiden seines vollkommenen Kindes, Jesus Christus.

    Das ist eine geistige Mission. Das geschah und war im Voraus erwogen. Dieser Mensch wurde an der Stelle geboren, wo er geboren werden sollte und die für diese Aufgabe geeignet war. Er wurde Komponist und hätte nichts anders werden können, seine Seele war mit diesem gewaltigen Geschehen verbunden, er fühlte sich eins, völlig eins mit unserem Meister Jesus Christus.
    Das brachte er auf die Erde und dafür diente er seinen geistigen Leitern. Es war nicht nur so, dass er sich das zu Eigen machte,sondern es wurde auch von seiner Jugend an auf ihn eingewirkt und er wurde von ihnen geführt.

  • Peter HermannBeantworten

    "Bach ist das Sanskrit der Musik" Pablo Casals

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