Vortrag

Symposium „Nukleare Prozesse”

B_Nukleare Prozesse

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Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Schad, Prof. Dr. Orestes Terzidis, Roger Müller, Jochen Kirchhoff

Zum Geleit

von Dr. Gunter Friedrich

Buch: Nukleare Prozesse

In seinem Buch Die Atombombe als seelische Wirklichkeit – Ein Versuch über den Geist des christlichen Abendlandes berichtet Wolfgang Giegerich von dem Atomphysiker Victor Weißkopf, der an der Entwicklung der ersten Atombombe beteiligt war. Weißkopf erklärte bei verschiedenen Gelegenheiten, ihm sei, als er einem Atombombentest beigewohnt habe, im Anblick der unglaublichen Lichterscheinung blitzartig das Bild der Auferstehung aus Grünewalds Isenheimer Altar eingefallen.

Zwei große Lichterscheinungen: Auferstehung und Atombombe. Beides sind Feuerprozesse. „Ich habe Feuer geworfen auf die Welt, und siehe, ich bewahre es, bis sie brennt”, spricht Jesus im Thomasevangelium (10. Logion). Und im Lukasevangelium: „Ein Feuer auf die Erde zu bringen, bin ich gekommen, und wie sehr wünschte ich, es wäre schon entfacht (Lukas 12, 49). Geistiges Feuer will alles auf eine höhere Bahn der Lebensspirale heben. „Brannte nicht unser Herz in uns, wie er mit uns redete, wie er uns die Schriften erschloss?” (Lukas 24, 32) „Das heimliche Lodern in mir lässt mich zu Ungrund zerfallen”, schreibt der niederländische Mystiker Erik van Ruysbeek in seinen Reflektionen zum Thomasevangelium.

Die Gnostiker sprechen vom göttlichen Geistprinzip als einem Feuerprinzip im Menschen. Ist es entflammt, wandeln sich Denken und Empfinden. Inneres Feuer erneuert die Seele. Es gibt ihr die Möglichkeit, sich aus der Umklammerung durch die Materie zu befreien. Das ist eine geistig-seelische Auferstehung. Diejenigen, die davon zeugen, sprechen von Kettenreaktionen im menschlichen Körper, sobald der geistige Nukleus, das geistige Feuerprinzip zu strahlen beginnt.

Die wahren Alchemisten kannten diesen Prozess. In der Tabula Smaragdina, der Urschrift der Alchemie, heißt es:

„Trenne liebevoll und mit großer Einsicht und Weisheit die Erde vom Feuer, das Feine von dem, was hart, dicht und starr ist. Von der Erde steigt es auf zum Himmel und sinkt von dort wieder herab zur Erde und nimmt dabei die Kraft dessen, was oben ist, und dessen, was unten ist, auf. So werdet ihr die Glorie der ganzen Welt besitzen, und darum wird alle Finsternis von euch fliehen.” (zit. nach: Jan van Rijckenborgh, Die Ägyptische Urgnosis und ihr Ruf im ewigen Jetzt, Band 1).

Das Ewig-Lebendige, das Lichtwesen Mensch, kann sich aus dem Grab der Naturumhüllung erheben, den „Stein” wegwälzen. Der Körper wird dadurch von innen her vergeistigt.

„Bist du ein Meister in Israel und weißt das nicht?” fragte Jesus den Pharisäer Nikodemus. Heute können wir diese Frage an unser eigenes Denken stellen. Denn es gebärdet sich als „Meister” in unserer Zeit.

Auch das Denken musste sich von Umhüllungen befreien, musste „Steine” wegwälzen. In titanischer Anstrengung hat es sich – durch Jahrhunderte hindurch – von der Bevormundung durch religiöse Macht und Dogmatik gelöst. Die Epochen der Renaissance und Aufklärung zeugen davon.

Allerdings ist es wohl zu weit gegangen in seiner Emanzipation. Denn es hat sich zugleich von der Bindung an Göttlich-Geistiges, das immanent im Menschen ist, gelöst. Mithilfe der empirischen Methode sind wir seit Langem dabei, die „Außenseite” der Dinge zu erforschen. So geschah es, dass wir uns an den materiellen Aspekt der Natur gebunden haben. Doch reicht das aus, um zu erkennen, worin unsere Wirklichkeit besteht?

Immer schon gab es Menschen, die mit der Innenseite der Natur vertraut waren. Die Troubadoure des Mittelalters zum Beispiel besangen die Liebesbeziehung zu ihr. Sie näherten sich der Natur mit „sanftem Herzen” (awaré). Sie war ihre Göttin, und gern öffnete sie sich ihnen gegenüber. Der Held der Troubadoure wurde zum Wissenden, die Natur zum Gewussten. Liebe und Weisheit verbanden sie.

Heute zerlegt die Naturwissenschaft die Göttin. Es geht nicht um Liebe, sondern um Herrschaft. Lange genug hat die Natur Angst und Schrecken verbreitet Im Mittelalter hatten die Menschen durchgängig Angst vor der Nacht, vor Gewittern, Klippen und Schluchten im Gebirge. Abgründiges sprang ihnen daraus entgegen.

Davon hat uns naturwissenschaftliches Denken befreit, und ferner von Gespenstern, Hexen, Wundern und Ähnlichem. Wir haben das Abgründige an die Oberfläche gezogen und haben es als Naturphänomen definiert. Die Natur wird systematisiert und allen ihren Erscheinungen ein Platz zugewiesen. Wir verhalten uns als der Herr im Haus. Was vorher Schrecken einjagte, ist jetzt Objekt der Forschung. Unsere Gedankenkraft friedet den Schrecken ein. Der Held der Neuzeit erhebt sein Haupt. Er ist von anderer Art als der der Troubadoure. Was jenem das Licht des Herzens war, ist uns das Licht des Hauptes.

Unmerklich schlossen sich so die Pforten des Herzens. Nur Dichter und Schwärmer sprechen noch von der Liebesbeziehung zur Natur. Einige wenige sagen, man könne sie mit dem Herzen besser verstehen als mit dem Haupt. „Der echte Poet versteht die Natur besser als der Wissenschaftler.” (Novalis) Hingewandt zum Geist, der in der Natur wirkt, spricht Goethes Faust:

Erhabner Geist, du gabst mir, gabst mir alles,

warum ich bat. Du hast mir nicht umsonst

dein Angesicht im Feuer zugewendet.

Gabst mir die herrliche Natur zum Königreich,

Kraft, sie zu fühlen, zu genießen. Nicht

kalt staunenden Besuch erlaubst du nur,

vergönnest mir, in ihre tiefe Brust

wie in den Busen eines Freunds zu schauen.

Du führst die Reihe der Lebendigen

vor mir vorbei und lehrst mich meine Brüder

im stillen Busch, in Luft und Wasser kennen.

Auch heute staunen wir noch über die Wunder der Natur. Aber durch den Verstand ist es eher ein „kaltes Staunen”. Und die „Reihe der Lebendigen”, unsere „Brüder im stillen Busch, in Luft und Wasser” – wer erlebt sie noch? Dazu bedarf es des immanenten Feuers, in dem sich der in der Natur wirkende Geist uns zuwendet.

Heinrich Heine hat das mächtige emanzipatorische Ringen des Menschen der Neuzeit in die Worte gekleidet:

Ein neues Lied, ein besseres Lied,

O Freunde, will ich euch dichten!

Wir wollen hier auf Erden schon

Das Himmelreich errichten.

Wir haben dem Dasein große Qualitäten abgerungen. Zahllose Geheimnisse der Natur haben wir erforscht und in Technik umgesetzt. Apparate bescheren uns Wohltaten, von denen man einst nicht einmal träumen konnte. Fast möchte man glauben, wir seien mehr geworden als eine Naturerscheinung. Mit allen Kräften bemühen wir uns, uns über die Natur zu stellen. Unser Verstand möchte sich an die Stelle des Geistes setzen, der in der Natur gestaltend wirkt. Doch paradoxerweise geht das nur mit der Hilfe der Natur. Sie bietet uns ihre Schätze an und so beuten wir sie aus, mit allen unseren Kräften.

Heute sitzen wir auf einem Pulverfass. In früheren Zeiten gab es die „subjektiven” Schrecken, die die Menschen umtrieben: die Nacht, den Blitz, die Schluchten des Gebirges, die Gespenster und Hexen. Diese Abgründe haben wir an die Oberfläche gezogen. Das Angesicht des Schreckens hat sich dadurch gewandelt. Es ist an die Außenseite getreten. Wir kennen heute den „objektiven” Schrecken, den man definieren und mathematisch beschreiben kann. Wir bestimmen die Risiken der Katastrophen, die als Konsequenz unseres Verhaltens drohen, mit Wahrscheinlichkeitsrechnungen. Aber wir verspüren sie nicht mehr. Wir durchleben ihr Bedrohliches nicht mehr innerlich.

Mit kühlem Verstand haben wir nukleare Arsenale aufgebaut. Atomraketen dienen dazu, den Frieden bewahren. Die friedliche Nutzung der Kernenergie dient unserem Wohlstand. So steigern wir unsere Lebensmöglichkeiten – und potenzieren zugleich den Tod.

Der Todesaspekt der Natur hat nun ein anderes Gesicht. Er ist fremdartig geworden. Das liegt daran, dass wir die innere Beziehung zu ihm verloren haben. Verhaftet an der Außenseite des Daseins, vermögen wir die Tür nicht mehr zu finden, die zu den geistig-seelischen Innenwelten führt. Einstmals erlebte man die Natur auch als Mutter, die ihre Geschöpfe nach Ablauf des Lebens wieder zu sich nimmt. Man schaute „in den Busen” des Mütterlichen, sei es auch auf furchtsame Weise. Heute blenden wir den Tod aus, so lange es geht. Er erscheint uns als kalt, unwirklich, nicht integrierbar. Doch dadurch erzeugen wir hintergründige Angst. Das Oberflächendasein hat seine eigenen Abgründe.

Wir haben es geschafft, unser Ich groß zu machen. „Die Basis des Ich ist” jedoch „die Dunkelheit der Psyche”, sagt C. G. Jung. Potenzieren wir unser Ich, so steigern wir die mit ihm verbundene Dunkelheit. Wir haben den Teufel abgeschafft und das Teuflische zu unserem Begleiter gemacht (Goethe). Es tritt uns fortwährend in Filmen, Computerspielen, Krimis, Zeitungen, Magazinen und vielem anderen entgegen. Aber die Empfindung ihm gegenüber haben wir verloren. An ihre Stelle ist der Nervenkitzel getreten.

Radioaktivität, künstlich freigesetzt, potenziert Auflösung, Zerfall, Tod. Deshalb verschließen wir ihre Feuerprozesse hinter Betonmauern. Klügste Ergebnisse unserer Bemühungen schirmen wir von der Natur ab. Das entspricht der Trennung des Verstandes von den Innenwelten der Natur. Doch Mauern von Atommeilern und Endlager von Atommüll sind ebenfalls „in” der Natur, berühren das Herz der Natur, werden Bestandteil ihres Kreislaufes. Zahllose Fässer mit Atommüll, vor Jahrzehnten im Meer versenkt, beginnen zu rosten. Naturreiche, die unsere Nahrungsquellen sind, erkranken.

In allem, was wir tun, treten wir uns selbst gegenüber. Wir sind ein Seil, über einen Abgrund gespannt (Nietzsche). Der Abgrund bleibt unser Begleiter. In der Eindimensionalität des Verstandes haben wir unser Ich groß gemacht. So sind wir zu einem Oberflächenwesen geworden – und gefährlich, denn wir erkennen nicht, was wir tun. Paulus spricht vom „Seufzen” der Schöpfung (Römer 8, 22). Erleben wir das, dieses Echo unseres Verhaltens?

Die Wissenschaft hat herausgefunden, dass sich alle Lebensformen „auf des Messers Schneide” entwickelt haben. Man spricht, was ihre Entstehung auf unserem Planeten betrifft, von der „Feinabstimmung” unzähliger Faktoren. Vieles musste zusammenwirken – in genauester Abstimmung aufeinander – damit es zu den Lebenserscheinungen kommen konnte, wie wir sie kennen. Gleichgewicht und Ungleichgewicht wirken in nicht fassbarer Komplexität zusammen, um Entwicklung zu ermöglichen.

Der Verstand allein vermag sich in dieses Gefüge nicht zu integrieren. Wir stören die Feinabstimmung im Erdorganismus. Insofern sind wir tatsächlich aus dem Naturkreislauf herausgetreten. Die überlegene Intelligenz in der Natur muss dafür sorgen, dass alles, was wir anrichten, möglichst schnell wieder integriert, aufgelöst wird in den Kreisläufen. Selbstheilende Kräfte arbeiten fortwährend.

Wartet die Erde darauf, dass wir zu einem umfassenderen Bewusstsein gelangen? Wir sind ihre Kinder. Sie hat uns hervorgebracht. Möchte die in ihr wirkende Intelligenz nun auch in unser Bewusstsein eintreten? Sollen wir dazu befähigt werden, mit ihr zusammenzuarbeiten? Manches spricht dafür. Nicht zuletzt die Not, die wir erzeugen. Nötig wäre dazu aber ein Sensorium, das uns eine Feinabstimmung ermöglicht, zunächst einmal in uns selbst.

Der Verstand ist entwickelt. Naturwissenschaftler sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Schöpfung eins ist. Trotz der Unterschiedlichkeit und des äußeren Getrenntseins ist alles Bestandteil eines einzigen Ganzen. Das weist über die Außenseite der Erscheinungen hinaus. Die geistig-seelische Innenseite jedoch kann mit den naturwissenschaftlichen Methoden nicht erkannt werden. Erfassen können wir allerdings, dass sie komplementär ist zum Außen.

Nun geht es darum, noch nicht verwirklichtes Potenzial ins Leben zu rufen. Der immanente Geistaspekt, in dem schöpferisches Feuer wirkt, harrt der „Auferstehung”. Dem können wir den Weg bereiten. Dazu gehört, dass wir uns auf neue Weise als Ganzheit erkennen. Gebärendes und Gewordenes, alles ist in uns. Und es liegt nahe, dass es in unserem Bewusstsein erwachen will. Den Vorhang, der das Herz verhüllt, können wir öffnen. Doch es gehört Mut dazu. Denn wir nehmen dann mehr und mehr wahr, empfinden, was eigentlich stattfindet.

„Alles Getrennte findet sich wieder”, sagt Hölderlin. Es geschieht nach der Reifung.

Von uns freigesetzte radioaktive Strahlung umhüllt den Planeten. Wir sind tief eingedrungen in die Quantenebene der Natur. Verhaftet an der Außenseite, haben wir den Todesaspekt verstärkt. Dadurch haben wir gleichsam eine „Kathedrale des Todes” geschaffen, in der wir die Religion des vom Herzen getrennten Verstandes ausüben. Nun können wir Umfassenderes ins Leben rufen. Wir können das „Heiligtum des Lebens” errichten. In der geistig-seelischen Auferstehung wirkt höheres Potenzial, das auch den Tod integriert. Es erweckt eine Intelligenz, die Sterbeprozesse des Ego herbeiführt. Das Abbrechen innerer Betonmauern lässt eine geistige Kernstrahlung wirken, die zu heilvollen Kettenreaktionen führt, im eigenen Wesen und in immer größerem Umfeld.

Die Atombombe ist das Gegenbild davon. Es kann uns dazu veranlassen, das Urbild aufzurufen.

Die Vorträge dieses Symposiums, das im November 2012 in Bonn stattfand, werfen von vielen Seiten aus ein Licht auf die Beziehung von nuklearen Prozessen und Bewusstseinsprozessen. Wünschen wir uns, dass sie Anstöße zum Umdenken geben.

Gunter Friedrich

Nukleare Prozesse – Bewusstseinsprozesse:

ein Kommentar zur Symposiums-Broschüre

Preis 12,00 € im Rosenkreuzverlag

Erich Franke

Kann die Physik spirituelle Erfahrungen und Erkenntnisse erklären oder bestätigen? Seit dem Bestseller von Fritjof Capra „Tao der Physik” aus den 70er Jahren sind solche Versuche jedenfalls populär.

Die vorliegende Broschüre ist schon deshalb lesenswert, weil sie in das Phänomen radioaktiver Prozesse für Laien verständlich einführt und ihre Erklärungsmodelle kritisch hinterfragt. Und wir erfahren, beispielhaft an Wolfgang Pauli, der als Wunderkind der Physik gilt, einiges darüber, warum gerade auch Physiker über die Einstein’sche Relativitätstheorie zu religiösen Zusammenhängen geführt werden.

Bemerkenswert fand ich in dieser Hinsicht die Aussage im Beitrag von Jochen Kirchhoff: „Alle Phänomene der modernen Naturwissenschaft sind unbewiesene und auch strukturell unbeweisbare Postulate. Physiker, Kosmologen, Evolutionsbiologen werden notwendig zu Metaphysikern.” Nun sind die Energiegewinnung aus Kernkraft und die Atombombe eine unleugbare Tatsache, wenn zu ihrer Erklärung bis heute auch nur Theorien bestehen. Die Energiegewinnung erscheint als Segen (rein ökonomisch betrachtet) und Fluch zugleich – und der Wissenschaftler als Zauberlehrling.

Und noch ein Satz aus einem Beitrag von Wolfgang Schad zur Kernenergie ist besonders nachdenkenswert: „Wir haben uns deshalb zur Inkarnation in die Erdenmaterie entschlossen, um an ihrem Widerstand mehr zu gewinnen, als wir in der geistigen Welt allein könnten.” Die Erfindung der Atombombe hat die Existenz der gesamten Menschheit auf der Erde in Frage gestellt und gleichzeitig in die Verfügungsgewalt von fehlbaren Menschen gestellt. Dadurch fühlt sich der einzelne Mensch ausgeliefert und wird zugleich zur Gesamtverantwortung in einem Menschheitsverbund geführt.

Radioaktivität ist zu einem Motor ökonomischer Wachstumsprozesse und damit zu einem vermeintlichen Garant für Wohlstand, vor allem aber auch zu einem Machtmittel beim Ausleben von Egoismen geworden. Egoismus und Tod sind untrennbar verbunden – nirgends entlarvt sich dieser Zusammenhang so deutlich wie hier. Seine Überwindung macht erst Menschsein aus; um dies zu erkennen, ist uns Bewusstheit geschenkt. Erst dann wird die Rückverbindung mit der göttlichen Welt möglich. Bis dahin müssen wir die Widerstände aus der materiellen Welt erfahren und an ihnen reifen.

Die Radioaktivität in physikalischer, biologischer, psychologischer und spiritueller Hinsicht

Von Prof. Dr. Wolfgang Schad

Die Entdeckung der Radioaktivität im Jahre 1896 durch den französischen Physiker Antoine Henri Becquerel (1852-1908) war völlig unerwartet. Seitdem der französische Chemiker Antoine Laurent Lavoisier 1785 das Gesetz von der Erhaltung der Massen bei chemischen Umsetzungen und Julius Robert Mayer 1845 das Gesetz von der Erhaltung der Energie für alle Energieumwandlungen ausgesprochen hatten, galt es als undenkbar, dass sich die Masse in Energie umwandeln kann oder gar neue Elemente entstehen. Das jedoch war nach 1896 bald evident, wobei 1905 Albert Einstein mit der Formel E = m • c2 das Energie-Masse-Äquivalent quantitativ berechenbar aussprach. Darin ist die Konstante c² die Lichtgeschwindigkeit, mit sich selbst multipliziert. Damit war vorhersagbar geworden, dass die großen Energiebeträge bei radioaktiven Umsetzungen einem winzigen Massendefekt (m = E/c²) entstammen, womit eine nahezu unbeschränkte Energiequelle zur Verfügung gestellt schien: die Kernenergie – so benannt, weil hierbei nicht wie in der klassischen Chemie die Umsetzungen in der Atomhülle, sondern im Atomkern stattfinden.

Nach der Katastrophe von Tschernobyl am 27. April 1986 brachte Der Spiegel eine Recherche über die Initiatoren der Kernkrafttechnik. Es waren in Deutschland nicht die Wirtschaftsspitzen, nicht die Politiker noch die Fachfront der Kernphysiker, sondern wenige Technokraten gewesen, die die Menschheit endgültig beglücken wollten und in der Energiepolitik jeden Einwand als „steinzeitlich” abtaten. Angela Merkel, die einzige promovierte Quantenphysikerin unter allen bisherigen Regierungschefs der Welt, hat nach der Katastrophe von Fukushima die Gelegenheit genutzt, sogar ihrer Partei beizubringen, dass die Sicherheitsprobleme der Kernkraftwerke und insbesondere von deren Atommüll für historische und erst recht für geologische Zeiten prinzipiell nicht zu lösen sind, und die politischen Konsequenzen gezogen.

Die Entdeckung der Kernspaltung ist nicht rückgängig zu machen. So ist die offene Frage: Hat diese Entdeckung nicht nur einen historischen Stellenwert, sondern ist dieser Stellenwert auch sinnhaft und verstehbar beschreibbar? Dieser Frage ist der erste Teil dieses Beitrages gewidmet.

Der Mensch ist das einzige uns bekannte Wesen, das verstehen kann. Hierin ist er seine eigene Voraussetzung, und so muss er zuerst nach sich selbst fragen. Dabei nimmt er wahr, dass er im Laufe des Lebens unterschiedliche Bewusstseinszustände durchläuft. Als Embryo schläft er wohl völlig, als Fötus überwiegen seine Schlafphasen noch bei weitem die ersten kurzen Wachphasen. Beim Kleinkind nehmen die Wachzeiten sukzessive zu. Mit den frühesten Erinnerungen beginnt auch die Verfügung über die eigene Vergangenheit. Schon ab dem siebten Monat nach der Geburt wird eine möglichst enge, persönliche Bindung an die betreuende Bezugsperson gesucht, ja energisch gefordert. Diese ist dem Kleinkind sehr viel mehr im Bewusstsein, als es von sich selbst weiß. Denn zumeist erst im Laufe des dritten Lebensjahres beginnt die Entdeckung des eigenen Selbstbewusstseins. Doch bleibt noch lange die unhinterfragte Anerkennung, ja Verehrung der geliebten Vertrauensperson vorhanden.

Mit dem dadurch gewonnenen Vertrauen in das Hier und Jetzt wendet sich dann das Kind zunehmend der näheren, dann der weiteren Umgebung, eben der Welt zu. Dadurch wird nun die Fähigkeits- und Wissensbildung möglich, die in der „Mitte der Kindheit” so stark wird, wie sie später nur genialen Biographien verbleibt. Schon in der Jugendzeit lernen wir durchweg langsamer.

Mit dem Eintritt der physiologischen und psychischen Reife wird die Kindheit leiblich und bald auch seelisch abgestreift. Zum eigenen Erstaunen findet man sich nunmehr als eine noch andere Person vor, als man bisher von sich gewohnt war. Dafür fehlt erst einmal die Sprache: „Mich versteht sowieso niemand”. Die Introversion in den neu gewonnenen, eigenen, intimen Seelenraum steht an und damit die Ablösung von den meisten bisherigen, so auch den familiären Bindungen. Viele Kinderfreundschaften zerbrechen in dieser Phase. Um neue zu finden, muss man erst einmal ein Stück mit sich selbst einig werden.

In diesem meist nonverbalen Selbstgespräch des bzw. der Pubertierenden werden längst bekannte Tatsachen völlig neu gesehen, ja jetzt erst existenziell zur Frage. Das betrifft insbesondere die Grenzfragen des Lebenslaufes: Lebensbeginn und Lebensende. Mit der Geschlechtsreifung wird dem Jugendlichen bewusst, dass er nun die Verfügung über die Fortpflanzung biologisch bekommt und damit für seine zukünftigen Nachkommen. Zugleich wird fast jeder in diesem Alter dessen inne, dass er auch faktisch die Macht über sein eigenes Leben hat, wie es sich für ihn als Kind zu allermeist nicht stellte: die Frage nach dem möglichen Selbstmord. Beide Grenzfragen – Zeugung bzw. Konzeption auf der einen Seite und die Suizidmöglichkeit auf der anderen – führen ihn bzw. sie an die Sinnfrage des Daseins heran: Wozu das Ganze? Gibt es einen Sinn in meiner Zukunft? Nur dann lohnt es, weiter zu machen. Daran stellen sich die inwendigen Fragen einer eigenen Lebensgestaltung. Hat man eine Aufgabe, eine Mission, eine Berufung? Was könnte der Beruf einmal sein? Daran keimt der immer vorhandene, wenn auch oft versteckte Jugendidealismus auf. Indem der Heranwachsende seine eigenen Antworten gebiert, gewinnt er die Mündigkeitsqualitäten als selbst angenommene Selbstverantwortung vor sich und vor der Gesellschaft.

Wozu diese Aufzählung altbekannter Entwicklungsschritte? Weil wir eine empirische Grundlage für die eingangs gestellte historische Frage brauchen. Es zeichnet sich deutlich ein ähnlicher Durchgang für die Kulturentwicklung der Menschheit ab. Alle Kulturen der Frühgeschichte, gleich ob poly- oder monotheistisch, zeigen eine durchweg fraglose Bindung an göttliche Vorbilder, die als Eltern und Erzieher des Menschen genommen wurden. Steht man vor den Pyramiden oder in den Felsengräbern der Pharaonen, so ist uns Heutigen kaum noch einfühlbar, dass ein ganzes Volk dem Monarchen einer Theokratie mit unfassbarem Aufwand seine Totenarchitektur gebaut hat. Mit dem Erwachen des Abendlandes setzte bei den Philosophen Altgriechenlands die Hinterfragung ihrer Götter ein. Ihre Mythologie zeigte immer mehr menschliche Züge und wurde deshalb zunehmend bezweifelt. Dem drohenden Verlust der bisherigen Bindungen an das über dem Menschen Stehende wurde in der Spätantike durch das Christentum und in seiner Art durch den Islam entgegengewirkt.

Der Beginn der Neuzeit aber machte weitere Kräfte des selbstständigen wissenschaftlichen Denkens frei. Die Entdeckungen des astronomischen Kosmos und der Geographie der Erde setzten ein. Aber nicht nur in Europa vor 500 Jahren, sondern zunehmend bis heute über die ganze Erde hinweg setzte sich der Austritt aus der Menschheitskindheit fort. Insbesondere seit dem 19. und 20. Jahrhundert ist der Verlust jahrtausendealter Kulturtraditionen über die Erde hin im Gange. Nicht nur der europäische Kolonialismus entwurzelte die Menschen aller anderen Kontinente, sondern wir selbst sind inzwischen ebenso von unserer einst gewachsenen eigenen Kultur entfremdet. Wo spielen die Glaubensinhalte der mittelalterlichen Dome oder die Hochblüte der Denker und Dichter der Klassik noch eine wirksame Rolle in der heutigen Wirtschafts-, Finanz- und Bildungspolitik?

Der Verlust der Menschheitskindheit ist global und trägt alle Kennzeichen eines allgemein gewordenen Umbruchs im Sinne einer gesamtgesellschaftlichen Pubertät. Das ist keine Abwertung der globalen Gesellschafts- und Ökokrisen, sondern im Gegenteil. Es gibt keinen direkten Übergang von der Kindheit in die Mündigkeit ohne den Durchgang durch die burschikose Jugendphase, sonst bleibt die Zukunft infantil. Dass der Durchgang sowohl biographisch als auch menschheitlich hoch risikobeladen ist, darin liegt die gemeinsame Evidenz. Hier geht es um mehr als um einen äußeren Vergleich. Er beinhaltet und ermöglicht, die erdrückenden derzeitigen Krisen als geschichtliche und zugleich individuelle Aufgabenstellung zu akzeptieren.

Wenn ein Kind müde ist, schläft es bald ein – ein Jugendlicher noch lange nicht. Wenn ein Kind hungrig ist, sucht es was zu essen – ein Jugendlicher noch lange nicht. Er macht die Nacht zum Tag, steigt aus jedem gesund erhaltenden Lebensrhythmus aus und unter- oder überernährt sich. Er hat den unwiderstehlichen Drang, gegen seine Leibesgesundheit zu leben, um sich seiner seelischen Autonomie von der leiblichen Grundlage zu vergewissern, wohl wissend, dass er sich damit schädigt.

Die gleichen Erscheinungen zeigt die globalisierte Zivilisation. Sie lebt gegen ihre natürliche Grundlage, indem sie die Wälder der Erde zerstört, die Flusssysteme durch die landwirtschaftliche Vergiftung verseucht, das Großklima überhitzt, die Polkappen abschmelzen lässt, wohl wissend, dass dem so ist, und es doch tut, weil der Finanzgenuss die Machtgefühle steigert. All das hat es in begrenzten Räumen schon früher gegeben, aber noch nie global. Die Gesundheit der gesamten Biosphäre ist in Gefahr und das für die nächsten Jahrhunderttausende durch den Atommüll.

Die moderne Medizin hat durch die Eindämmung der großen Seuchen, insbesondere auch der Tropenkrankheiten, die frühere natürliche Selektion ausgeschaltet, sodass bald 10 Milliarden Menschen auf der Erde leben werden. Dabei ist zu begrüßen, dass das einzelne Menschenleben Vorrang vor Kollektivstatistiken hat. Die Überbevölkerung wird sich nicht durch Gewährung von Finanz- und Nahrungsmitteln normalisieren. Wirksam allein ist nachweislich die Hebung des Bildungsniveaus der Bevölkerung und insbesondere der Frauen. Die Fortpflanzungsrate aller Länder ist reziprok korreliert mit deren Bildungsstand.

Die öffentliche Kommerzialisierung der Sexualität bis in die tägliche Werbung demonstriert die gesellschaftliche Pubertät ebenso deutlich.

Das 20. Jahrhundert hat mit der Kernenergie eine Waffentechnik entwickelt, die ausreicht, hundertfach nicht nur alles menschliche Leben, sondern alles Leben auf der Erde auszulöschen. Die Menschheit hat de facto nun die technische Macht zum globalen Suizid. Das gehört zur historischen Dimension der Entdeckung der Atomkernenergie.

1. Teil des Vortrages von: Prof. Dr. Wolfgang Schad

Radioaktivität – Aktuelles physikalisches Verständnis

Prof. Dr. Orestes Terzidis

„Die Philosophie ist geschrieben in jenem großen Buch, das immer vor unseren Augen liegt; aber wir können es nicht verstehen, wenn wir nicht zuerst die Sprache und die Zeichen lernen, in denen es geschrieben ist.”

Galileo Galilei: Saggiatore 1623. Abschnitt 6

„Zeichen geschehen uns unablässig, leben heißt angeredet werden, wir brauchten nur uns zu stellen, nur zu vernehmen.”

Martin Buber: Das dialogische Prinzip, 1992, S. 153

Einleitung

Nach heutigem Verständnis ist Radioaktivität ein Phänomen, das eng mit dem Aufbau der Materie verknüpft ist. Seit seiner Entdeckung im Jahr 1896 durch Henri Becquerel und den Arbeiten von Pierre und Maire Curie in der Folge ist es intensiv erforscht worden. In dem vorliegenden Text sollen die heute in den Naturwissenschaften entwickelten Vorstellungen skizziert werden, um als Grundlage für einen Diskurs zu dienen.

Diese Form von Wissen bezieht sich primär auf die Struktur der Materie. Die Entwicklung der Naturwissenschaften zeigt, dass dieses strukturelle Wissen sich ändert, dass neue Beobachtungen oder Theorien es weiter entwickeln; dies ist Teil der wissenschaftlichen Diskussion und die Geschichte der Physik ist voll von Situationen, bei denen bekannte Phänomene unter völlig neuen Gesichtspunkten gesehen wurden. Das ist selbstverständlich auch in diesem Kontext denkbar und es ist daher gut, diese Vorstellungen nicht einfach als gegeben und abgeschlossen anzusehen, sondern eben als Ausgangspunkt eines Diskurses.

Unabhängig hiervon stellt sich neben der Frage nach dem angemessenen „Strukturwissen” – also den konzeptionellen, sprachlichen, mathematischen oder anderen symbolischen Systemen zur Repräsentierung der Phänomene – auch die Frage nach deren „Bedeutung”, nach deren Semantik. Dabei kann das Strukturwissen die Voraussetzungen für das semantische Wissen schaffen. Aufbauend auf dem Strukturwissen kann dann ein eigenständiger hermeneutischer Vorgang entstehen, um eine Interpretation der Phänomene hervorzubringen. Diese kann dann in einen existenziellen Bezug gesetzt und mit unserem Leben in Verbindung gebracht werden, mit der Frage, wie wir unsere eigene Situation verstehen und wie wir mit den erkannten Möglichkeiten eigentlich umgehen wollen oder sollen.

In anderen Worten: Die Naturwissenschaften werden nicht die großen philosophischen Fragen beantworten. Sie können aber helfen, diese Fragen genauer zu stellen.

Die Phänomene und Modelle, die im Folgenden dargestellt werden, sind demnach wie ein Text, den wir in einer ersten Instanz lesen können, der uns aber auffordert, auch voll verstanden zu werden.

Grundlagen

Beginnen wir demnach mit einer Zusammenstellung dessen, was wir heute gemeinhin unter Radioaktivität verstehen. Bei ihrer Entdeckung Ende des 19. Jahrhunderts erregte sie in der Fachwelt großes Aufsehen. Tatsächlich stellte sie grundlegende Prinzipien der damaligen Physik infrage: die Kausalität, die Konstanz der Elemente und den Energiesatz. Bei den beiden ersten Punkten war sie ein wichtiger Hinweis auf eine neue Physik. Die quantenphysikalischen Gesetze, die zur Wirkung kommen, sind in gewisser Weise a-kausal und die Umwandlung von Elementen gehört heute zum Verständnis vom Aufbau der Materie. Das Problem der Energieerhaltung wurde dagegen aufgelöst, führte aber auch zur Entdeckung eines neuartigen Teilchens.

Was ist nun Radioaktivität? Radioaktivität ist die spontane, unter hoher Energieabgabe verlaufende Umwandlung chemischer Elemente.

Um diese Charakterisierung zu verstehen, muss man sich das Wissen um die chemischen Elemente nochmals vor Augen halten. In der Chemie ist ein chemisches Element ein Reinstoff, der mit chemischen Methoden nicht weiter zerlegt werden kann. Solche Stoffe bestehen aus Atomen derselben Art. Die praktische Bedeutung liegt darin, dass Atome mit gleichem chemischem Reaktionsverhalten zusammengefasst werden. Das sind Atome mit gleicher Zahl von Elektronen in ihrer Hülle, da chemische Reaktionen als Austausch von Elektronen in der Hülle gedeutet werden.

Ein aus dem Alltag vertrautes Beispiel für eine chemische Reaktion ist ein Verbrennungsprozess. Verbindungen aus Kohlenstoff und Wasserstoff reagieren hierbei mit Sauerstoff unter Freigabe von Energie. Das Ergebnis ist Kohlendioxid und Wasser. Dabei ist eines entscheidend: Bei allen chemischen Reaktionen bleiben die Atome selbst immer erhalten. Der Kohlenstoff aus dem Holz löst sich in der Verbrennung von den Wasserstoffatomen und verbindet sich mit Sauerstoffatomen. Aber er bleibt ein Kohlenstoffatom.

Man spricht hierbei davon, dass sich die Zahl der Protonen des Atoms nicht ändert. Um das zu verstehen, ist es wichtig, eine grundlegende Vorstellung vom Aufbau der Atome vor Augen zu haben. Nach heutigen Vorstellungen besteht ein Atom aus einem sehr kompakten (also sehr kleinen und sehr dichten) Kern. Dort befinden sich positiv geladene, massive Teilchen (die Protonen) und neutrale Teilchen mit ungefähr derselben Masse (die Neutronen). Damit das Atom neutral ist, müssen ebenso viele Elektronen in der großen, aber fast leeren Hülle des Atoms vorhanden sein wie Protonen im Kern. Vor diesem Hintergrund sind alle uns bekannten chemischen Prozesse Vorgänge in der „Elektronenhülle”; der „Atomkern”, der viel kleiner ist als die Hülle, aber fast alle Masse des Atoms in sich konzentriert, bleibt bei chemischen Reaktionen dagegen unverändert. Insbesondere ändert sich nicht die Anzahl der Protonen. Aus Sicht der Chemie sind die Elemente die unveränderlichen Bausteine, aus denen sich die Verbindungen zusammensetzen und eine riesige Vielfalt von Stoffen und Reaktionen hervorbringen.

Lesen wir vor diesem Hintergrund nochmals einen Ausschnitt der oben gegebene Definition: „Radioaktivität ist die […] Umwandlung chemischer Elemente.” Hier geht es also um die Änderung der Elemente selbst. Das Element Kobalt beispielsweise mutiert im radioaktiven Zerfall zu dem Element Nickel, mit ganz anderen chemischen Affinitäten (oder in älterer Sprache „Wahlverwandtschaften”) und entsprechenden Reaktionsmustern. Das ist ein radikal anderer Vorgang als alle chemischen Prozesse, die wir kennen. Zum Zeitpunkt der Entdeckung der Radioaktivität war diese Beobachtung daher völlig unerwartet.

Bei der Definition wurde auf eine weitere wichtige Eigenschaft der Radioaktivität hingewiesen: Der Zerfall erfolgt spontan. Als Beispiel kann man die natürliche Radioaktivität der Pechblende heranziehen. Chemisch handelt es sich um ein Uranoxid, also ein Schwermetalloxid. Es ist ein relativ häufig vorkommendes Mineral, das als Kristall oder körniges Aggregat in grauer, schwarzer und bräunlicher Farbe vorliegt. (Das Krunkelbachtal im Hochschwarzwald oder das sächsisch-böhmische Erzgebirge sind bekannte Fundorte in Zentraleuropa.) Das Uran in der Pechblende ist eine natürliche radioaktive Substanz. Beobachtet man eine gewisse Menge dieser Substanz, dann erfolgen immer wieder „Zerfälle” also radioaktive Vorgänge, die Strahlung aussenden.

Wenn man nun ein einzelnes solches Atom vor Augen hätte, wäre die folgende Frage naheliegend: Was bestimmt eigentlich den Zeitpunkt des Zerfalls? Lässt sich dieser Zeitpunkt vorhersagen? Es zeigt sich, dass der Zeitpunkt nicht vorhersagbar ist, und zwar nicht wegen mangelnder Kenntnis des Zustands des Systems, sondern weil die uns bekannten Quantengesetze dies tatsächlich nicht zulassen. Wir können nur Wahrscheinlichkeiten angeben, Tendenzen, ob der Zerfall in den nächsten 10 Sekunden oder nächsten 10 Tagen oder nächsten 10 Jahrtausenden stattfinden wird. Bei hinreichend vielen Atomen derselben Art können wir dann auch statistische Vorhersagen machen. Für ein individuelles Atom geht das aber grundsätzlich nicht.

Anfang des Vortrages von Prof. Dr. Orestes Terzidis

Radioaktivität – kreative Perspektiven aus dem Innersten

Roger Müller

Einleitung

Was hat Radioaktivität mit der Entwicklung des Menschen zu tun? Tatsache ist, dass die ganze Menschheit kollektiv mit der Gefahr der Radioaktivität (der Atombombe, des Supergaus eines AKW …) verbunden ist und für unabsehbare Zeit verbunden bleibt. Wie könnte eine Lösung dieses offensichtlich unlösbaren Konflikts aussehen? Ein Ansatz hierzu wird in den Schlusskapiteln angedeutet.

In diesem Text soll anhand verschiedener Disziplinen das Thema Radioaktivität und Bewusstsein beleuchtet werden. Historische und physikalische Tatsachen bilden die Basis, worauf dann psychologische, philosophische und symbolhafte Analogien einen möglichen Zusammenhang von Radioaktivität mit Bewusstseinsprozessen aufzeigen. Für dieses schwierige Thema sollen auch andere Erfahrungsmöglichkeiten mit einbezogen werden.1

Wie können nukleare Prozesse Bewusstseinsprozesse beeinflussen? Wissenschaftlich ist ein direkter Zusammenhang nicht feststellbar. Es soll im Folgenden versucht werden, einen verborgenen, indirekten und tiefgreifenden Zusammenhang aufzuzeigen: Es handelt sich dabei um den Symbolgehalt von „Radioaktivität”. Und dieser Symbolgehalt ist (zufälligerweise?) direkt verknüpft mit Bewusstseinsentwicklung. Die Verknüpfungen werden aufgezeigt insbesondere anhand der Gedanken eines Pioniers der Erforschung der Radioaktivität, Wolfgang Pauli, und aus der Sicht eines Pioniers der Erforschung des Unterbewussten, Carl Gustav Jung.

1. Die sinnlich wahrnehmbare Ebene

Was ist Radioaktivität? Radioaktivität heißt übersetzt „wirksame Strahlung”, man spricht auch von Kernzerfall. Es ist die Eigenschaft instabiler Atomkerne, sich spontan unter Abgabe von Strahlung (hochenergetische Teilchen: ?-, ?-Teilchen oder Licht: ?-Teilchen) umzuwandeln. Radioaktiver Zerfall ist vermutlich die Hauptursache dafür, dass unsere Erde im Innern über 1000 Grad heiß ist. Nukleare Prozesse sind auch mitverantwortlich, dass die Sonne Licht und Wärme zur Erde strahlt.

Die Entdeckung der Radioaktivität um 1896 führte zu drei neuen schwierigen Problemen in der Physik:

1. verstieß die Radioaktivität gegen das angenommene Prinzip der Unveränderlichkeit der Elemente. Bis dahin gab es keine Methode, ein Element in ein anderes Element zu verwandeln;

2. kam die Basis der bisherigen Wissenschaften ins Wanken: das Kausalitätsprinzip. Zuvor war es möglich, für jede Wirkung auch eine Ursache zu finden. Der natürliche, spontane Zerfall des radioaktiven Kerns hat tatsächlich keine Ursache im herkömmlichen Sinn und verletzt damit das Kausalitätsprinzip;

3. wurde auch der Energiesatz verletzt, denn am Ende des Experiments war weniger Energie vorhanden als zu Beginn.

Der Versuchsaufbau zum Messen von Radioaktivität kann sehr einfach gestaltet werden (Das Experiment ist identisch zur „Katze von Schrödinger”, s. erster Vortrag):

Ein radioaktiver Atomkern wird in eine Messapparatur gegeben, welche radioaktive Strahlung messen kann. Solange keine Strahlung beobachtet wird, ist der Kern nicht zerfallen. Sobald eine spezifische Strahlung vom radioaktiven Atomkern gemessen wird, weiß der Physiker, dass dieser Kern nun zerfallen ist. Bis heute hat die Physik keine direkte äußere Ursache – zum Beispiel Teilchen, welche den Kern treffen – für den natürlichen Kernzerfall gefunden. Weiter kann festgestellt werden, dass jede Art radioaktiver Atomkern eine für ihn charakteristische Halbwertszeit hat. Die Halbwertszeit ist die Zeit, nach der die Hälfte der Atome zerfallen ist. Es kann jedoch kein Physiker voraussagen, wann der Zerfall für das Teilchen XY genau passiert.

Diese Beschreibung von physikalischen Effekten betrifft die sinnlich wahrnehmbare Ebene der menschlichen Wirklichkeit. Mit Sinnesorganen – Physiker benutzen häufig Messinstrumente als „Vergrößerungsglas” ihrer Sinnesorgane, im obigen Experiment ist es ein Strahlen-Messinstrument – kann eine Wirklichkeit betrachtet werden. Über diese Wirklichkeit können nun Interpretationen bzw. Beschreibungen der beobachteten Zusammenhänge erfolgen. Das ermöglicht uns das Denken, die Ratio. Sie kann als eine zweite Ebene, als die rationale Ebene, bezeichnet werden.

2. Die rationale Ebene

Die Radioaktivität ist ein Phänomen der kleinsten Teilchen. Die Quantenphysik ist die Physik, welche normalerweise diese Phänomene der kleinsten Teilchen beschreiben kann. Die Beschreibung erfolgt durch sehr genaue Formeln mit Berechnungen (rational bedeutet wörtlich: berechenbar bzw. vernünftig). Die Quantenphysik beschreibt nun den Zustand eines einzelnen Teilchens vor der Messung als eine Überlagerung zweier Zustände (Zustand 1: Teilchen ist nicht zerfallen, Zustand 2: Teilchen ist zerfallen).

Solange keine Strahlung beobachtet bzw. gemessen wird, ist das Teilchen gemäß der Quantenphysik in einem undefinierten Zustand: Es ist zerfallen und es ist nicht zerfallen (quantenmechanische Überlagerung zweier Zustände). Die Quantenphysik kann sehr genau die Wahrscheinlichkeit angeben für einen Zerfallszeitpunkt des Teilchens. Solange das radioaktive Teilchen gemäß Messung nicht zerfallen ist, bleibt es jedoch in diesem undefinierten, überlagerten Zustand. Mit der Ratio allein können wir grundsätzlich nicht mehr wissen. Es gibt ja keine äußere Ursache für den natürlichen Kernzerfall, sondern der Kern zerfällt spontan von innen.

Anfang des Vortrages von Roger Müller

Kernkraft als Herausforderung für ein spirituelles Weltverständnis.

Neue Gedanken zum Verhältnis von Naturwissenschaft und Spiritualität

Von Jochen Kirchhoff

Vorbemerkungen: Aspekte und Fragen

Wer von der Radioaktivität redet, muss die Atombombe einbeziehen. Die Atombombe ist in gewisser Weise das Zentrum der Thematik. Sie gehört zu den größten Herausforderungen der Erdenmenschheit seit 1945. Für den „spirituellen Menschen”, gleich welcher Ausrichtung, ist sie eine Herausforderung besonderer Art. Wie lässt sich das mit ihr verbundene Grauen und Zerstörungspotential integrieren in ein spirituelles Weltverständnis? Und: Was manifestiert sich in der Atombombe? Der Gegen-Gott, Shiva, „der Teufel”? ”Wir haben die Arbeit des Teufels getan”, sagte Robert Oppenheimer, der Chef des Manhattan-Projekts, im Rückblick. Hatte er recht?

Welche Energie wird in der Atombombe frei? Was ist überhaupt Energie? Was ist Kernkraft, Kernenergie? Wie steht sie zur Formel E = mc2? Wie steht die Atombombe zum Projekt der neuzeitlichen Naturwissenschaft überhaupt? Ist sie dessen Quintessenz (wie Erwin Chargaff meinte), oder ein grauenvolles Nebenprodukt, eine Art Entgleisung, die die Naturwissenschaft selbst nicht kontaminiert? Mit Newton kann man keine Atombombe bauen, wohl aber mit der sog. modernen Physik. Die Atombombe ist auch ein schauriger Wechselbalg von spezieller Relativitätstheorie, Quantentheorie und Strahlenphysik.

Zur Atombombe gehört die Megatechnik, die ökologische Verwüstung. Sie ist die stärkste Trumpfkarte des „megatechnischen Pharaos” (wie ich die Gesamtheit der technisch-abstrakten Weltbemächtigung nenne).

Wie steht es geistig, spirituell und philosophisch um die moderne Physik, die so viele bewundern? Ist sie, allen Erfolgen zum Trotz, letztlich ein lebensfeindliches Wahnsystem? Wie sähe eine andere Naturwissenschaft und Kosmologie aus? Was ist mit dem Menschen und seiner geistig-kosmischen Existenz in der modernen Physik? Wenn der Mensch eine kosmische Verantwortung hat, – wie sähe diese aus? In der Mainstream-Kosmologie ist sie nicht zu verankern. Gibt es eine „andere Kosmologie”, in der diese wohl tiefste Form der Verantwortung denkbar und integrierbar wäre?…

Naturwissenschaft und Spiritualität oder Weltgeist und Intelligenz

In den späten 1990er Jahren gab es im ZDF eine abendländische „Expertenrunde” zur modernen Kosmologie, in der auch die häufig gestellte Frage thematisiert wurde, ob das Universum, wie es sich in wissenschaftlicher Sicht darstellt, auf eine höhere Intelligenz, eine göttliche Instanz bzw. einen Schöpfer hinweise. Bekanntlich wurde und wird ja die Vorstellung des Urknalls von vielen mit dem christlichen Schöpfungsglauben zusammengeschlossen, ja geradezu als Beweis für die göttliche Weltschöpfung aus dem Nichts angesehen. Einer der Diskutanten vertrat, rhetorisch gekonnt, eine These, die ich hier in freier Form wiedergebe: Das Universum kann unmöglich das Werk einer göttlichen Intelligenz sein, weil der immense Aufwand, um höher organisiertes Leben und damit den Menschen hervorzubringen (die Prämisse gesetzt, dass der Schöpfer darauf abzielt) so monströs und zutiefst unökonomisch wirkt, dass man sich eigentlich nicht vorstellen kann, dass es Gott so angestellt habe. Anders gesagt: Ein göttliches Wesen mit der Eigenschaft höchster Intelligenz hätte das Ganze erheblich besser gemacht. Wozu die unzähligen heißen Gaskugeln, nur um irgendwann und irgendwo ein bewohnbares Gestirn wie die Erde hervorzubringen (egal, ob man nun noch andere bewohnbare Gestirne dazu nimmt, deren zumindest oasenhafte Existenz auch die moderne Kosmologie nicht ausschließen kann)?

Ich fand den Einwand schlagend und kaum ernsthaft widerlegbar, allerdings aus einem genau entgegengesetzten Grund. Wäre das Weltall tatsächlich so beschaffen, wie in der physikalischen Kosmologie der letzten Jahrzehnte behauptet wird, fällt es recht schwer, ja ist eigentlich unmöglich, hier so etwas wie kosmische oder göttliche Intelligenz zu unterstellen. Die glühenden Gaskugeln in eisiger Leere, zu schweigen von den sog. schwarzen Löchern, dem Urknall und dem sonstigen Arsenal der Kosmologen, sind schlicht aberwitzig und absurd.  Auf so etwas wäre ein wirklich intelligentes höheres Wesen nun wahrlich nicht verfallen! Schon ein schlichter Grashalm, der vom Frühlingswind bewegt wird und auf dem ein bunt schillernder Käfer herumkrabbelt, wäre eigentlich eine Unmöglichkeit, eine Art Kuriosum, ein Fremdkörper im Universum, das dann – nebenbei bemerkt – auch die Bezeichnung „Kosmos” nicht mehr verdiente. Kosmologie wäre eigentlich Chaotologie. Das Universum wäre überwiegend lebensfeindlich, und um dennoch Leben unterzubringen (völlig leugnen kann man es ja nicht) in dieser kosmischen Wüstenei, könnte man nur auf den Universalfaktor Zufall zurückgreifen, der es dann irgendwie richten müsste. Und so geschieht es auch in den Denkbewegungen der involvierten Forscher und Theoretiker bei völliger Abwesenheit erkenntnismäßiger Grundlagenreflexion. Was an Philosophie ins Spiel kommt, ist kaum mehr als die bekannte Hausmannskost einer rein ideologischen Vulgärmetaphysik, deren innere Widersprüche und sprachliche Schlampigkeiten geradezu verblüffend sind.

Wohlbemerkt: Alle Prämissen der modernen Naturwissenschaft sind unbewiesene und auch strukturell unbeweisbare Setzungen, ja Postulate, und diese sind als solche metaphysischer Natur; in der sinnlich wahrnehmbaren Welt sind sie jedenfalls nicht auffindbar. Physiker, Kosmologen, Evolutionsbiologen, soweit die unmittelbare sinnliche Evidenz überschritten wird, und das wird sie in jeder übergreifenden Theorie, werden notwendig zu Metaphysikern. Ich setze nicht Metaphysik an die Stelle empirischer Forschung, sondern eine andere und, wie ich meine, bessere Metaphysik an die Stelle der schlechten und vulgären Metaphysik, derer sich die naturwissenschaftlichen Theoretiker zum überwiegenden Teil bedienen, die sie aber selbst nicht klar zu formulieren in der Lage sind.

Wenn die moderne Kosmologie recht haben sollte, und das gilt für alle anderen theoretischen Universalbehauptungen der Naturwissenschaftler in gleichem Maße, kann es kein sinnvolles Verhältnis von Naturwissenschaft und Spiritualität geben. Die herrschende Kosmologie, als wirklich gesetzt, macht so etwas wie Spiritualität oder göttliche bzw. kosmische Intelligenz (höhere Intelligenz überhaupt) rundum entbehrlich, erklärt sie im Grunde zur Schrulle oder Farce. Man müsste dann Zuflucht zu einer Gottesvorstellung nehmen, die an das „credo quia absurdum” („Ich glaube es, weil es absurd ist.”) des Kirchenvaters Tertullian rührt, und da wäre man schnell auch bei Pascal und Kierkegaard und ähnlichen Geistern, die irgendwann den Geist auf dem Altar des christlichen Glaubens opferten. Das berühmte „sacrificium intellectus”.

Man kann auch die Kosmologie als solche opfern, sie sozusagen auf sich beruhen lassen und quasi-geozentrisch sich auf die blaue oder grüne Erde beschränken, als sei damit das gesamte Rund der Welt abgeschritten. Viele denken und leben faktisch so. Motto: Wie der Kosmos beschaffen ist, weiß ich nicht und muss ich auch nicht wissen, wenn es um ein gelungenes Leben geht; die kosmologischen Grundfragen mögen andere klären, ich will mich davon nicht ablenken und blockieren lassen. Also: Vorhang zu. „Il faut cultiver son jardin.” (Voltaire) („Man muss seinen Garten pflegen.”)

Wer die Kosmologie nicht aufgeben kann und will, zugleich aber keine Alternativen zur modernen Naturwissenschaft kennt oder diese für unmöglich hält, steckt als „spiritueller Mensch” in einem schier unlösbaren Dilemma. Er sieht sich fast gezwungen, der ihm als alternativlos erscheinenden Kosmologie der Physiker doch noch etwas abzugewinnen, und da bietet sich beispielsweise der Urknall als moderner Schöpfungsmythos an, oder man deutet die kosmologisch relevanten Megazahlen in Zeit und Raum als Ausdruck göttlichen Wirkens. Auch die theoretisch postulierten „Quantenfluktuationen des Vakuums”, von denen in letzter Zeit seltsam erregt gesprochen wird, werden dann zu Manifestationen der Schöpfungsfülle. Usw. Doch auch die gewagtesten Interpretationen dieser Art laufen Gefahr, von den abstrakten Gespenstern, die hier das Terrain besetzt halten, verschluckt oder zerrissen zu werden.-

Eine Weile schien es in den letzten Jahren, als sei das ganze Physik-Mystik-Thema (um diese Hauptfacette jetzt zu nehmen) irgendwie ausgereizt, als habe sich der Anstoß, der Mitte der 1970er-Jahre durch Fritjof Capras „Tao der Physik” zustande kam, erschöpft. Doch das war eine Täuschung. Mittlerweile nimmt die Zahl der Buchtitel und Aufsätze in den einschlägigen Zeitschriften wieder zu, und manche Autoren führen ihr Thema vor, als habe es nie eine kritische Debatte darüber gegeben. (Ken Wilber war einer der Hauptkritiker der Formel „Physik beweist Mystik”, und dies aus der Perspektive der Bewusstseinsevolution.) Besonders die Quantentheorie steht hier hoch im Kurs, und die Paradoxien im Mikrobereich der Materie erfahren eine spirituelle Deutung, die fast zur gängigen Münze geworden ist, was nicht eben dazu anregt, sich einer Grundlagenreflexion des Themas zu widmen, die aber bitter nötig erscheint.

Hier und gewissermaßen en passant erlaube ich mir den Hinweis, dass ich einen Vorschlag unterbreitet habe, wie sich der so beunruhigende Teilchen-Welle-Dualismus deuten lässt, ohne auf die mathematisch-spekulative Konstruktion zu rekurrieren, die die Quantentheorie, heuristisch-funktional sehr erfolgreich, in der „Kopenhagener Deutung” bestimmt: Im wuchtigen Gegeneinanderwirken der Raumenergiefelder der Gestirne (zu diesen gleich mehr) kommt es immer wieder zu Aufsplitterungen in Teilchen, während bei einem etwas geringeren Intensitätsgrad die im Urzustand wellenlosen Raumenergien oder Radialenergien zu einer transversalen Wellenbewegung angeregt werden, die sich u.a. als Licht manifestiert. So entsteht, fast zwangsläufig, eine Übergangs- oder Überlappungszone von Nicht-mehr-Strahlung und Noch-nicht-Materie, die dazu führt, dass Wellen fast Teilchen und Teilchen fast Wellen sind und das Eine fluktuierend und fließend in das Andere übergeht.

Anfang des Vortrages von Jochen Kirchhoff

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